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	<title>Spezial: Farbbeutelinfo No. 1</title>
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	<td><h3>Farbbeutelinfo No 1</i></h3>
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<h2>Infos zu den Prozessen anl&auml;&szlig;lich des Widerstandes gegen den gr&uuml;nen Kriegsparteitag in Bielefeld:</h2>

 Vor mehr als einem halben Jahr bekam Kriegsau&szlig;enminister Joseph Fischer einen Farbbeutel um die Ohren gepfeffert. Das war gut so und hat Freude gemacht. Im Zusammenhang mit dieser Aktion und dem Widerstand am Kriegsparteitag der Gr&uuml;nen h&auml;ngen einige Prozesse in der Luft. Damit diese nicht in Vergessenheit geraten, wollen wir uns noch einmal den Anla&szlig; und aktuellen Stand der Dinge vergegenw&auml;rtigen und breiter zug&auml;nglich zu machen, damit im Bedarfsfall eine schnelle gemeinsame Mobilisierung zu dem Proze&szlig;/den Prozessen m&ouml;glich wird.<br>

Gegen mindestens 2 Urteile wegen Widerstand und Landfriedensbruch ist Einspruch eingelegt worden.<br>

In Bezug auf den Farbbeutelprozess hat das Gericht auf Betreiben des Anwaltes der WerferIn S. die Vernehmung Fischers angeordnet. Fischer wird sowohl zum Tathergang befragt werden, als auch zu seiner wissentlichen Beteiligung an einem v&ouml;lkerrechtswidrigen Angriffskrieg.<br>
 Die nicht&ouml;ffentliche (!) Vernehmung kann kurzfristig angesetzt werden, einen Termin gibt es bislang nicht. Dazu werden wir in K&uuml;rze mehr erz&auml;hlen.
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<b>Zur gemeinsamen Erinnerung:</b><br>

Am 13.Mai veranstalten Die Gr&uuml;nen/B&uuml;ndnis 90 ihren Sonderparteitag  in Bielefeld zum Kosovokrieg. Bereits seit einigen Wochen fliegen die Nato bis zu 600 Kampfeins&auml;tze &uuml;ber Serbien und Kosovo und schmei&szlig;en bis an die 120 Bomben t&auml;glich auf das Land. Wir ersparen uns an dieser Stelle weitere Beschreibungen der Situation, bzw. der  Fakten, weil trotz der schnellebigen Zeit noch viele Sequenzen in unseren K&ouml;pfen sind. Vielleicht kurze Stichworte zum Erinnern: (Rambouillet, die gr&uuml;ne Zerrissenheit, mediale Bombardierungen, verheuchelte PolitikerInnen, ihre Wortverdrehungen, "humanit&auml;re Katastrophe", "Friedenseinsatz f&uuml;r Auschwitz", "Verantwortung der Deutschen", Tornados, Fl&uuml;chtlingsstr&ouml;me, Spenden, Spenden und noch mal Spenden, Bombardierungen, zerbombter Fl&uuml;chlingstreck, Br&uuml;cken, Chinesische Botschaft, Fernsehstadion, Bodentruppenvorbereitung...<br>
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<b>Erinnern wir uns auch noch an unsere Emotionen?</b><br>

Wir sind geschockt, dass so wenig Widerstand gegen den Krieg organisiert wurde. Dass dieses immer h&auml;&szlig;licher werdende Deutschland wieder Krieg f&uuml;hrt und dass sie es wagen, Auschwitz zur Rechtfertigung daf&uuml;r zu bem&uuml;hen. Wir sind konfrontiert mit dem Ausma&szlig; der Korruption der Gr&uuml;nen, die um jeden Preis an der Macht bleiben wollen. Wir m&uuml;ssen zur Kenntnis nehmen, dass es Linke gibt , welche einerseits sowohl bedingt durch die Propagandabilder des Westens -welche die Wahrheit bis zur Unkenntlichkeit verzerren- und der aggressiven Macht- und Vertreibungspolitik der serbischen Machthaber andererseits, die Frage aufwerfen, ob nicht doch ausnahmsweise milit&auml;risch in Jugoslawien eingegriffen werden m&uuml;&szlig;te. Und dann dieses Magenzwicken angesichts nationalchauvinistischer Fahnen von serbischen Monarchisten und Tschetniks, die einigen von uns die Teilnahme an den Demos unm&ouml;glich macht und es innerhalb der Linken an der Frage des Umganges mit z.B. serbischen Nationalfahnen, bzw. nationalistischen Positionen zu heftigen Konflikten kommt. Wir haben zum Zeitpunkt der Bombardierung verdammt vieles nicht verstanden, z.B. dass alle einfach weiter arbeiten, in Urlaub fahren, da&szlig; der Alltag einfach weitergeht als w&uuml;rde das niemand wirklich was angehen, was da ein paar tausend Kilometer weit weg passiert.<br>
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In dieser Situation veranstalten die Gr&uuml;nen in Bielefeld ihren Parteitag. Die korrumpierten Regierungsgr&uuml;nen und angeblichen "Linken" in der Partei wollen &uuml;ber "Krieg und Frieden" reden. Angesicht der Entscheidung der Gr&uuml;nen zum Krieg gab und gibt es mit den Gr&uuml;nen nichts mehr zu reden. Sie sind Teil der Herrschenden, die - z.T. in linkem Duktus - nicht nur staatstragend, sondern kriegstreibend waren.<br>

 Ein Aufruf von radikalen Linken will den Kriegsparteitag st&ouml;ren, st&uuml;rmen und verhindern. Und er wird massiv gest&ouml;rt. Vor der Halle werden die Gr&uuml;nen beschimpft und ihnen der Zugang massiv verwehrt. Absperrgitter der Polizei werden auseinandergerissen. Ein Versuch, die Halle zu st&uuml;rmen, kann nur knapp durch die Polizei vereitelt werden. Bei unterschiedlichen Anl&auml;ssen werden bis zu 60 Menschen festgenommen, zwei gesuchte Totalverweigerer werden in Haft genommen (!). An die 10 Menschen um den Lautsprecherwagen wurden bis zu 10 Stunden festgehalten. In der Halle: Antikriegstransparente und der Gestank der Butters&auml;ure. Als spektakul&auml;rste Aktion wird Au&szlig;enminister Fischer ein Farbbeutel ins Gesicht gepfeffert. Die Presse transportiert das Attentat international.  In der Halle kommt es zu tumultartigen Szenen. Der Parteitag kann nur verz&ouml;gert beginnen. Obwohl der Parteitag nicht verhindert und in einen Antikriegskongress umgedreht werden kann, wird die offensive Mobilisierung als ein Erfolg gewertet. Und das, obwohl wahrscheinlich mehr KriegsgegnerInnen vor der Glotze h&auml;ngen anstatt sich selber zur Verhinderung zum Parteitag zu begeben.<br>

Dabei wurden die Gr&uuml;nen als schw&auml;chstes Glied in der Kette der Kriegstreiber ausgemacht, und mit mehr Menschen, so die Einsch&auml;tzung Einiger, w&auml;re der Parteitag zu verhindern gewesen.
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<b>Verfolgen wir den Farbbeutel: Was geschah seitdem?</b><br>

Noch am selben Tag stellt Joseph Fischer Strafanzeige, nach der entkommenen FarbbeutelwerferIn S. wird gefahndet, w&auml;hrend diese einer Regionalzeitung ein Telefoninterview gibt. Bild-Zeitung und BZ geben dieses Interview als ihres aus und verbreiten die Antikriegserkl&auml;rung zu dem Farbanschlag millionenfach. Dar&uuml;ber hinaus werden ihre Titelseiten mit "Transvestit besudelt Fischer" aufgemacht. Gleichzeitig &uuml;berschlagen sich Interviewangebote seitens verschiedenster Medien an die Attent&auml;terIn, welche allesamt ignoriert werden.<br>
 
W&auml;hrend die Fahndung l&auml;uft, stellt sich die Beschuldigte mit Ihrem Anwalt in Bielefeld und  wird nach anschlie&szlig;ender ED-Behandlung wieder entlassen.
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Auf Ihrer Arbeitsstelle wird sie beurlaubt, nach 1 &frac12; Wochen ist sich der vermeintliche Alternativbetrieb "Cabuwazi" in Kreuzberg nicht zu schade, S. unter fadenscheinigen Gr&uuml;nden rauszuschmei&szlig;en. Die Machtpolitik des Vereinsvorstandes in Gestalt des ehemaligen Hausbesetzers und Betriebsrat bei Krupp, K. K&ouml;ckenberger, und der voraus eilende Gehorsam  wegen der  Sponsoren   (Bewag, Frauen-Lionsclub etc.) wirken wie die Verl&auml;ngerung dessen, was auch aus den Gr&uuml;nen geworden ist. Die K&uuml;ndigung kann weder nennenswert juristisch noch durch politischen Druck verhindert werden.<br>

Bereits 2 Tage sp&auml;ter ist die Entlassung Anla&szlig; zu einer Glosse im "Spiegel".
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Mehrere Wochen sp&auml;ter unterbreitet Fischer wieder &uuml;ber den "Spiegel" ein taktisches Angebot, welches in den meisten Tageszeitungen weiterverbreitet wird: Wenn S. die &auml;rztlichen Behandlungskosten von Fischer &uuml;bernehme und eine ordentliche Summe an die Kosovo-Hilfe spende, dann w&uuml;rde der gr&uuml;ne Obermacker von einem Proze&szlig; absehen. Auf ein entsprechendes Gegenangebot (Presseerkl&auml;rung 2 von S.) kommt keine Resonanz seiten Fischers. Darin bietet S.  an, statt der Kosovohilfe (=sprich der Lagerhaltung von Fl&uuml;chtlingen) zu spenden, w&uuml;rde S. Deserteure aller Kriegsparteien (einschl. der Nato) bei sich aufnehmen. Die Arztrechnung w&uuml;rde S. bezahlen, wenn Fischer die Angeh&ouml;rigen der Natobombenopfer entsch&auml;dige.
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Ende September stellt das Amtsgericht Bielefeld ein Urteil an S. zu und verurteilt diese zu  7 Monaten Knast auf 3 Jahre zu  Bew&auml;hrung wegen gef&auml;hrlicher K&ouml;rperverletzung. Die Zeitungen suggerieren z.T. dass es einen Proze&szlig; gegeben habe. Gegen das Urteil wird Einspruch eingelegt, so da&szlig; es einen &ouml;ffentlichen Proze&szlig; geben wird (siehe auch Presseerkl. 3)
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<b>Weitere Kriminalisierungen der Antikriegswiderstandes:</b><br>

Bisher hat es einige Einstellungen der Verfahren gegen Zahlung eines Bu&szlig;geldes gegeben.
Die Meisten uns bekannten Ermittlungen z.B. um den Lautsprecherwagen, den Kessel, den es in Bielefeld mit 60 Menschen gab, den "Nackten", der im Anschlu&szlig; an den Farbbeutel f&uuml;r Verwirrung auf dem Parteitag sorgte, etc., sind noch nicht in dem Stadium, eines sich abzeichnenden Prozesses.  Neben der Farbbeutelwerferin hat allerdings eine weitere Frau durch das Amtsgericht Bielefeld einen Urteil  wegen Landfriedensbruch (15 Tagess&auml;tze zu 25,-DM) bekommen. Ein Mensch am Lautsprecherwagen hat ein Urteil wegen Widerstand (60 Tagess&auml;tze a&acute; 30,-DM) bekommen. Beide haben Einspruch eingelegt.<br>

Es gibt das Bem&uuml;hen, den &Uuml;berblick &uuml;ber die  m&ouml;gliche Kriminalsierungen zu bewahren und dar&uuml;ber &Ouml;ffentlichkeit, ggf.  einen gemeinsamen Umgang mit den Prozessen herzustellen (Bitte meldet Euch darum bei untengenannter Kontaktadresse im Bedarfsfall wenn Ihr in irgendeiner Art und Weise juristisch behelligt werdet ).<br>
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In Bezug auf den Farbbeutelproze&szlig; wird ein politischer Proze&szlig; angestrebt. Der Proze&szlig; soll noch einmal &Ouml;ffentlichkeit &uuml;ber den Krieg und die Kriegsfolgen herstellen. Ein offensiver Umgang mit der Publizit&auml;t des Farbbeutelprozesses ist in der Diskussion, an der sich auch noch gerne beteiligt werden  kann.
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<b>An dieser Stelle sei allen noch einmal ganz herzlich gedankt, die bisher in irgendeiner Art und Weise unterst&uuml;tzend t&auml;tig waren.</b> <br>
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Wenn Ihr Partys machen wollt um Geld zu sammeln, dann bitte auf das Prozesskonto des Ermittlungsausschuss Berlin: Kontonr: 20610-106, Postbank Berlin, BLZ: 10010010, Wichtig: Stichwort AUFPRALL.<br>

Was &uuml;brig bleibt, geht an den EA.<br>

Welche Kontakt etc. suchen, k&ouml;nnen an folgende Adresse schreiben: "Fischerch&ouml;re" c/o Buchladen "Schwarze Risse", Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin

<h2>Einstellung aller Antikriegsprozesse!</h2>

<h2>F&uuml;r eine radikale Perspektive gegen jeden Krieg!</h2>
 
	
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