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	<title>Kein FriedeN mit der NATO - Aufruf zur Demonstration am 24.04.99 in L&uuml;beck</title>
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	<td><h3>Aufruf der Initiative Kein FriedeN mit der NATO zur Demonstration am 24.04.99 in L&uuml;beck</h3></td>
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	<td><b>Kein Frieden mit der NATO!<br>
		Grenzen auf f&uuml;r alle Fl&uuml;chtlinge!<br>
		</b><br>

<p>
Die NATO f&uuml;hrt einen Angriffskrieg gegen Jugoslawien und handelt damit sowohl gegen das V&ouml;lkerrecht, wie auch gegen ihre eigene Vertragsgrundlage. Damit ist ein Prozess abgeschlossen, der die UNO ad acta legt und die NATO ohne Zustimmung des UN-Sicherheitsrates einen souver&auml;nen Staat bombardieren l&auml;&szlig;t. Als radikale AntimilitaristInnen werden wir uns aber nicht in die Reihen derjenigen begeben, die am Krieg im wesentlichen nur die fehlende rechtliche Grundlage vermissen. Denn wie in einer Erkl&auml;rung zur Besetzung eines GAL B&uuml;ros von anderen richtig angemerkt wurde, lohnt es sich nicht, f&uuml;r UN und V&ouml;lkerrecht zu streiten, wenn je nach imperialistischen Kalk&uuml;l sowieso darauf geschissen wird.
Vier Wochen nach Beginn des NATO-Angriffskrieges sind rationale Analysen und Klartext von PolitikerInnen und JournalistInnen selten geworden. Vielmehr ist Stimmungsmache angesagt, um die Moral im Hinterland zu erhalten. Der 'NATO-Kampagne' genannte Krieg wird mit einer humanistischen Ideologie gerechtfertigt, die nichts mit den Zielen und der Praxis der beteiligten Staaten zu tun hat.</p> 

<p><b>Remilitarisierung deutscher Au&szlig;enpolitik</b><br>
Mit dem Ende der 'Alten Weltordnung' ist auch die West-BRD untergegangen. Bis 1989 unterlag der deutsche Imperialismus noch Beschr&auml;nkungen, die sich aus den Ergebnissen des 2.Weltkrieges ergaben. Deren Aufhebung, d.h. die Remilitarisierung deutscher Au&szlig;enpolitik ist seitdem das Projekt nahezu aller Fraktionen der politischen Klasse der BRD. Die verteidigungspolitischen Richtlinien der Bundeswehr von 1992 beinhalten die Aufgabe der "Aufrechterhaltung des freien Welthandels und des ungehinderten Zugangs zu M&auml;rkten und Rohstoffen in aller Welt", aber auch die "Einflu&szlig;nahme auf die internationalen Institutionen und Prozesse im Sinne unserer Interessen". Daher lie&szlig;e sich die Sicherheitspolitik "weder inhaltlich noch geographisch eingrenzen" und m&uuml;sse "risiko- und chancenorientiert angelegt" sein. Entsprechend erfolgte zum einen die Umgestaltung der Bundeswehr in eine &uuml;ber sogenannte Krisenreaktionskr&auml;fte verf&uuml;gende weltweit einsetzbare Interventionsarme, zum anderen wurde und wird ideologisch am Rechtfertigungsinstrumentarium f&uuml;r den Einsatz dieser Kriegsmaschinerie gestrickt.
</p> 

<p>Eine der ersten Aufgaben der antimilitaristischen Bewegung ist die Bek&auml;mpfung der Rechtfertigungsideologien der imperialistischen M&auml;chte, die versuchen, den grundlegenden Zusammenhang zwischen Kriegen und Profitmaximierung zu verschleiern. Auf der radikalen Kritik an den Verh&auml;ltnissen aufbauend, gilt es im weiteren den Widerstand zu organisieren!</p> 
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	<p><b>KLARTEXT</b><br>
"Die Normalisierung des milit&auml;rischen Faktors war zun&auml;chst die Politik Helmut Kohls; und sie war &uuml;beraus erfolgreich. In diesen Krieg wurden wir systematisch hineingef&uuml;hrt. Das war die Strategie des damaligen Verteidigungsministers Rupert Scholz, weitergef&uuml;hrt vom schwachen Gerhard Stoltenberg und von Volker R&uuml;he: 'Step by step'. Die sind immer an die Grenzen der &ouml;ffentlichen Zumutbarkeit gegangen: humanit&auml;rer Einsatz in Kambotscha, Minenr&auml;umen im Golf, Awacs-&Uuml;berwachungsfl&uuml;ge &uuml;ber der Adria, zwischendurch Somalia, Sfor-Eins&auml;tze. Und bei allem nie eine direkte Beteiligung am Kampfgeschehen. Ziel war aber von Anfang an, alle Grenzen St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck so weit zu verschieben, da&szlig; das Milit&auml;r wieder zu einem Mittel von Politik gemacht werden kann." (Wolfgang R. Vogt, wissenschaftlicher Direktor an der F&uuml;hrungsakademie der Bundeswehr im STERN)
</p></td>
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	<td><p><b>Friedensbewegung an der Macht</b><br>
Mit dem Regierungswechsel zu rot-gr&uuml;n ist die Remilitarisierung der deutschen Au&szlig;enpolitik bis zum &Auml;u&szlig;ersten vorangetrieben worden. Verwundern kann das nicht. Der heutige Au&szlig;enminister Josef Fischer hat bereits in Zeiten des Wahlkampfes verk&uuml;ndet, da&szlig; er f&uuml;r "Kontinuit&auml;t in der deutschen Au&szlig;enpolitk steht". So ging Fischer auch in die Friedensverhandlungen von Rambouillet mit dem Ziel hinein, diese zum Scheitern zu bringen: Der bekannt gewordene sog. Annex B beinhaltet die vollst&auml;ndige Kapitulation Jugoslawiens - eine f&uuml;r die serbische Delegation unannehmbare Forderung. Damit war der Weg frei f&uuml;r den n&auml;chsten logischen Schritt der deutschen Au&szlig;enpolitik - mit der Partei der Friedensbewegung an der Macht hat die BRD einen Angriffskrieg begonnen.
Wer hierin aber einen Widerspruch sieht liegt falsch.</p>

<p>Gerade was die innenpolitische Durchsetzbarkeit bewaffneter Au&szlig;enpolitik angeht, konnte die rot-gr&uuml;ne Koalition ideologische Legitimationsmuster anwenden, die in der Form der alten Bundesregierung versperrt waren. Die Kriegsideologie legte einen t&ouml;dlichen Weichsp&uuml;lgang ein. Die NATO mit Beteiligung deutscher Truppen erscheint im herrschenden Diskurs weniger als das Kriegsb&uuml;ndnis, das es von Beginn an war und sich im Rahmen ver&auml;nderter weltpolitischer Bedingungen auf zu neuen Ufern macht, sondern vielmehr als ein Menschenrechtsverein. Die rot-gr&uuml;ne Menschenrechtsideologie wurde zur zeitgem&auml;&szlig;en Formulierung des alten imperialistischen Mottos "am deutschen Wesen soll die Welt genesen". Die Gr&uuml;nen haben die historische Leistung vollbracht, einerseits die Friedensbewegung unter Verwendung humanistischer Phrasen mit der militaristischen Au&szlig;enpolitk zu vers&ouml;hnen, w&auml;hrend die Partei selbst mit Forderungen bis hin zu Bodentruppen eine treibende Kraft eben jener deutschen Au&szlig;enpolitik ist.</p>

	<p>In der deutschen Kriegspropaganda wird die Humanit&auml;t wie ein Schild vor sich her getragen. An ihm sollen Protest und Argumentation abprallen. KriegsgegnerInnen wird unterstellt sie seien entweder politisch verbohrt oder machten sich mitverantwortlich f&uuml;r das Morden im Kosovo. Die Propaganda setzt gezielt auf blo&szlig;e Emotionen. Das zeigt sich auch im negativen Personenkult um Slobodan Milosevic als das personifizierte B&ouml;se: nach Sadam ist nun Milosevic der zweite (oder dritte?) Hitler. Als daran anschlie&szlig;endes finales Argument wird von Kriegsminister Scharping erkl&auml;rt, da&szlig; im Kosovo KZ´s eingerichtet wurden. Da&szlig; er bis heute keine Beweise bringen konnte ist nebens&auml;chlich. Es geht nicht um Wahrheit es geht hierbei darum den Holocaust zu instrumentalisieren und als Propagandamittel zu mi&szlig;brauchen. Sogar Auschwitz wird zum Ereignis aufgebaut, da&szlig; sich angeblich &uuml;berall wiederholt und somit relativiert.</p>
	</td>
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	<p><b>INSTRUMENTALISIERUNG VON AUSCHWITZ...</b><br>
(...) Ich pers&ouml;nlich bin allerdings der Meinung, da&szlig; ist auch hier einmal klipp und klar zu sagen, da&szlig; ich das, was meine politische Biographie ausgemacht hat, in Frage stellen m&uuml;&szlig;te, wenn ich vor einer Politik, die man zurecht als einen barbarischen Faschismus bezeichnet, mich abwenden w&uuml;rde. Ich habe nicht nur 'Nie wieder Krieg!' gelernt, sondern auch 'Nie wieder Ausschwitz!'. Ich geh&ouml;re zu der Generation, die die Eltern gefragt hat, warum. Warum habt ihr es zugelassen? Warum? (...) Au&szlig;enminister Josef Fischer</p>

	<p><b>...UND IHRE ZUR&Uuml;CKWEISUNG</b><br>
(...) In Erkl&auml;rungsnotstand geraten, berief sich auch der Au&szlig;enminister auf die neue Art der Auschwitzl&uuml;ge, um den verh&auml;ngnisvollen Versto&szlig; gegen die gerade auf Grund der Lehren von faschistischem Krieg und Holocaust geschaffene UNO-Charta zu begr&uuml;nden. Wir &Uuml;berlebende von Auschwitz und anderen Massenvernichtungslagern verurteilen den Mi&szlig;brauch, den Sie und andere Politiker mit den Toten von Auschwitz, mit dem von Hitlerfaschisten im Namen der deutschen Herrenmenschen vorbereiteten und begangenen V&ouml;lkermord an Juden, Sinti und Roma und Slawen betreiben. Was Sie tun, ist eine aus Argumentationsnot f&uuml;r Ihre verh&auml;ngnisvolle Politik geborene Verharmlosung des in der bisherigen Menschheitsgeschichte einmaligen Verbrechens. (...)
Erkl&auml;rung der Ausschwitz-&Uuml;berlebenden Ester Bejarano und Kurt Goldstein, VVN-BdA-Bundessprecher Peter Gingold, der ebenfalls Mitglied des Ausschwitz-Komitees ist, gemeinsam mit weiteren j&uuml;dischen &Uuml;berlebenden und Hinterbliebenen des Holocaust</p>
	</td>
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	<p>An der deutschen Fl&uuml;chtlingspolitik zeigt sich die grundlegende Differenz zwischen humanit&auml;rer Rethorik und Realit&auml;t. Wenn es um Sorge um das tats&auml;chliche Elend der Fl&uuml;chtlinge aus der Provinz Kosovo gehen w&uuml;rde, so w&auml;re die Konsequenz das &ouml;ffnen der Grenzen f&uuml;r alle Fl&uuml;chtlinge. Doch wer erwartet solch eine Positionierung von einem Innenminister, der noch vor kurzer Zeit die rassistische 'Das-Boot-ist-voll' Propaganda &uuml;bernommen hat und sich entsprechend f&uuml;r "Hilfe vor Ort" einsetzt? Die Fl&uuml;chtlinge, die gef&auml;lligst in den Armenh&auml;usern Europas wie Albanien und Mazedonien zu bleiben haben, werden so zur Man&ouml;vriermasse sowohl des serbischen Machtapparates als auch der NATO.</p>

	<h3>KEIN FRIEDEN MIT DER NATO hei&szlig;t:<br>
VOM PROTEST ZUM WIDERSTAND - die Parole der antimilitaristischen Bewegung zu ihrer Aufgabe machen!</h3>
<h3>GRENZEN AUF F&Uuml;R ALLE FL&Uuml;CHTLINGE!</h3>
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	<td align="center"><h4>Demonstration &#183; 24.04.99 &#183; 12Uhr &#183; Marktplatz, L&uuml;beck<br>
<br>
Nein zum Nato-Angriffskrieg!<br>
Deutsche Truppen raus aus dem Balkan!<br>
Grenzen auf f&uuml;r alle Fl&uuml;chtlinge!<br>
<br>
Abfahrt Kiel &#183; 9.45Uhr &#183; Wilhelmplatz</h4><br>
</td>
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