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	<title>Kein FriedeN mit der NATO - Aufruf zur Demonstration am 24.04.99 in L&uuml;beck</title>
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<table border="0" width="80%" height="100%" align="center">
<tr>
	<td><h3>Aufruf zur Demonstration am 24.04.99 in L&uuml;beck</h3></td>
</tr>
<tr>
	<td><h2><b>Sofortiger und bedingungsloser Stopp des NATO-Angriffskrieges!</h2><br>
		Deutsche Truppen raus aus dem Balkan ! Grenzen auf für alle Flüchtlinge !<br>
		</b><br>

<p>
<b>Der NATO-Angriff auf

Jugoslawien ist ein illegaler Akt der Aggression, eine klare

Verletzung des Völkerrechts. Die mörderischen Bombardierungen

fordern täglich Opfer &#150; unter den Soldaten ebenso wie unter

der Zivilbevölkerung. Der Krieg hat die Situation für die

Kosovo-AlbanerInnen dramatisch verschärft und die

&quot;humanitäre Katastrophe&quot;, die angeblich verhindert

werden sollte, noch dramatisch ausgeweitet.</b></p> 

<p><b>Wir fordern die sofortige und

bedingungslose Einstellung des NATO-Angriffs! Schluß mit den

Bomben und Raketen! Schluß mit dem Morden! Es reicht!</b>
</p> 

<p>Angeblich geht es der NATO um die

Verteidigung der Menschenrechte und um die Verhinderung eines

Völkermords. Doch kriegführende Staaten waren noch nie um

Rechtfertigungen für ihr mörderisches Tun verlegen.</p> 
	
	<p>Eine Verhandlungslösung für den

Kosovo ist nicht zuletzt daran gescheitert, daß die NATO darauf

bestanden hat, es müßten NATO-Truppen sein, die den Frieden im

Kosovo überwachen. In dem zunächst geheim gehaltenen Annex B

des Abkommens von Rambouillet wollten sich die NATO-Truppen gar

unbegrenzte Bewegungsfreiheit in ganz Jugoslawien und Immunität

vor der örtlichen Justiz zusichern lassen. Eine Zustimmung wäre

für Jugoslawien gleichbedeutend mit der Aufgabe der staatlichen

Souveränität und der Übergabe des Landes an eine

Besatzungsmacht gewesen. Es mußte den NATO-Regierungen klar

sein, daß ihre Bedingungen unannehmbar sind - die logische Folge

dieser Verhandlungsstrategie war der Krieg.
</p>

<p>Jetzt spielt sich der Brandstifter

NATO als Feuerwehrmann auf, eine Rolle, für die sie keinerlei

völkerrechtliche und noch viel weniger eine moralische

Legitimation hat.</p>

<p>Um Mißverständnisse zu

vermeiden: Mit dem aggressiven Nationalismus des

Milosevic-Regimes gibt es für uns keinerlei politische

Gemeinsamkeiten. Die Politik der ethnischen Vertreibung wird von

uns nicht verharmlost oder schöngeredet. Unsere Solidarität

gehört denjenigen, die sich für ein friedliches und

gleichberechtigtes Zusammenleben der Bevölkerungsgruppen

einsetzen, die deutlich gegen jede nationalistische Hetze

auftreten, gleich ob sie von serbischer oder albanischer Seite

kommt. Doch die Spielräume für eine solche Politik sind in

Jugoslawien derzeit äußerst gering &#150; auch dies ist eine

fatale Folge der NATO-Aggression.</p>

	<p>Das &#150; voraussehbare &#150;

Flüchtlingselend wird jetzt zur Munition für die Propaganda der

Kriegsfortsetzung und Kriegseskalation. Noch im November 98

behauptete das Auswärtige Amt: <i>&quot;Die Wahrscheinlichkeit,

daß Kosovo-Albaner im Falle ihrer Rückkehr in ihre Heimat

massiven staatlichen Repressionen ausgesetzt sind, ist insgesamt

als gering einzustufen.&quot;</i> Auf dieser Grundlage hat

Deutschland noch im Februar 99 Flüchtlinge in den Kosovo

abgeschoben. Jetzt redet man plötzlich vom Völkermord, der

bereits seit langem geplant sei. Die Wahrheit wird so gedreht,

wie sie gerade in das politische bzw. militärische Konzept

paßt.</p>
	
	<p>Wer den Flüchtlingen tatsächlich

helfen will, muß jetzt zurück an den Verhandlungstisch. Jede

weitere militärische Eskalation kann niemanden beschützen,

sondern nur neue Opfer schaffen. Das Argument, daß &quot;doch

irgend etwas getan werden müsse&quot;, wenn Verhandlungen

versagen, scheint nur auf den ersten Blick plausibel. Denn wenn

dieses &quot;irgendetwas&quot; eine unaufhaltsame militärische

Eskalation bedeutet, verkehrt sich der moralische Anspruch in

eine mörderische Verantwortungslosigkeit.</p>

	<p>Die NATO-Bombardierungen fordern

täglich Opfer unter der Zivilbevölkerung. Mal wird &quot;aus

Versehen&quot; ein Wohngebiet getroffen, dann ein Personenzug,

zuletzt sogar ein albanischer Flüchtlingstreck. Die Behauptung

es werde kein Krieg gegen die jugoslawische Bevölkerung

geführt, sondern nur gegen militärische Ziele, ist eine Farce.

Auch Heizkraftwerke, Tabakfabriken oder Brücken sind alles

andere als militärische Ziele.</p>
	
	<p>Die Bundesrepublik folgt stur der

militärischen Logik, darüber kann auch die neueste

&quot;Friedensinitiative&quot; nicht hinwegtäuschen. Als

Kompromiß soll angeboten werden, daß die NATO-Truppen mit einem

UN-Mandat in den Kosovo einrücken. Die NATO ist jedoch

Kriegspartei und kann nicht mehr als unabhängiger Mittler

auftreten.</p>

<p>Die Militarisierung der deutschen

Außenpolitik ist seit Jahren planmäßig vorangetrieben worden.

Scheibchenweise hat man sich von Sanitätssoldaten über

Blauhelme bis hin zu Kampfeinsätzen vorgearbeitet. Die

Jugoslawienpolitik der BRD nach 1989 hat den ethnischen

Separatismus planmäßig gefördert und immer wieder Öl ins

Feuer gegossen.</p>



<p>Nach 1941 bombardieren heute

erneut deutsche Truppen Jugoslawien, die Kinder und Enkel der

Opfer der faschistischen Aggression werden erneut zur Zielscheibe

deutscher Waffen &#150; diesmal im Namen der

&quot;Humanität&quot;.</p>



<p>In der Logik des Krieges liegt

seine weitere Eskalation. Militärisch gibt es zwischen der

Einstellung der Angriffe auf der einen Seite und der Entfesselung

eines Landkrieges auf der anderen Seite keine sinnvolle

Alternative. Politisch können und wollen die NATO-Staaten das

Scheitern ihres Luftkrieg-Szenarios nicht einräumen. Daher

werden sie über kurz oder lang die Invasion Jugoslawiens

befehlen &#150; ungeachtet der mit Händen zu greifenden Gefahr,

damit den gesamten Balkan in einen langdauernden, blutigen Krieg

zu stürzen.</p>



<p><b>Verantwortlich und

&quot;human&quot; ist nur ein sofortiger und bedingungsloser

Stopp der NATO-Angriffe und die Rückkehr an den

Verhandlungstisch. Um dies durchzusetzen, braucht es den Druck

von unten und von der Straße.</b></p>



<p>&nbsp;</p>



<p><b><u>Ein Aufruf von:</u></b></p>



<p>Antifaschistische Initiative

Kiel-Gaarden, Autonome Frauen Lesben Gruppe Lübeck, AVANTI

&#150; Projekt undogmatische Linke, BASTA! &#150; Linke Jugend

Lübeck + Bad Oldesloe, Bündnis 90/Die Grünen KV Lübeck, IG

Metall Jugend Lübeck, Jusos Lübeck, Gegenwind,

Grün-Alternative Jugend Lübeck, Gruppe AntifaschistInnen

Norderstedt (GANO), Lübecker Bündnis gegen Rassismus, Lübecker

Flüchtlingsforum e.V., PDS Lübeck, Postgewerkschaftsjugend

Lübeck, Rote Hilfe Lübeck</p>



<p align="right"><i>V.i.S.d.P.:

C. Kleine, Willy-Brandt-Allee 9, 23554 Lübeck</i></p>


</td>
</tr>

<tr>
	<td>&nbsp;</td>
</tr>
<tr>
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</table>
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