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	<title>Kein FriedeN mit der NATO - Redebeitrag Avanti</title>
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	<td><h2>Auf Kriegskurs</h2><b><font size="+1">Mehr Geld f&uuml;r Waffen und Aufr&uuml;stung / Militarisierung der Krankenh&auml;user</font></b></td>
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Mit der Beteiligung der Bundeswehr am Krieg gegen Jugoslawien haben deutsche Truppen erstmals seit 1945 an einem Krieg teilgenommen. Die Ausschaltung der UNO, der Bruch von Grundgesetz und NATO-Statut wurden damit begr&uuml;ndet, man k&ouml;nne nur so zu einer Beseitigung des Vertreibungselends kommen. Gemessen an diesem offiziellen Ziel f&uuml;hrte die NATO-Politik nicht zum Erfolg. Denn zu den Ergebnissen des NATO-Krieges geh&ouml;ren gro&szlig;fl&auml;chige Zerst&ouml;rungen, unz&auml;hlige Tote, schwerwiegende Umweltsch&auml;den und eine weitere Zuspitzung der Feindseligkeiten zwischen den Bev&ouml;lkerungsgruppen Jugoslawiens. Die Art der Kriegsf&uuml;hrung war ein einziger Angriff auf die Menschenrechte: auf das Recht auf Leben, auf Wohnung, auf Selbstbestimmung, auf W&uuml;rde. Im Namen der Menschenrechte wurde bedenkenlos Leben geopfert - und dies als "Kollateralschaden" verhamlost.<br>
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Der NATO-Krieg gegen Jugoslawien und die deutsche Beteiligung daran sind ein Bruch mit einer der entscheidenden historischen Lehren dieses Jahrhunderts: Krieg darf kein Mittel der Politik sein. Der NATO-Angriff war genau dies.<br>
W&auml;hrend Bomben auf Belgrad geworfen wurden, feierte sich die NATO in Washington als "Allianz f&uuml;r das 21.Jahrhundert". F&uuml;r die neue NATO sind Kriege Mittel der Politik. Sinn und Zweck des NATO-Krieges war und ist die Ausschaltung ziviler Konfliktl&ouml;sungsmechanismen, die Ausschalrung der Vereinten Nationen, Russlands und Chinas aus der Weltpolitik.<br>
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Legt man die milit&auml;rische Bedrohungssituation zugrunde, ist die Bundeswehr v&ouml;llig &uuml;berfl&uuml;ssig. Das haben die Milit&auml;rs bereits Ende der 80er Jahre erkannt und umgehend an einer Erweiterung des Aufgabenspektrums der Bundeswehr gearbeitet. Auf der Grundlage der daraus entstandenen "Verteidigungspolitischen Richtlinien" ist es heute auch Aufgabe der Bundeswehr, den "ungehinderten Zugang zu M&auml;rkten und Rohstoffen" sicherzustellen.<br>
<br>Seit Ende der 80er Jahre arbeiten Konservative und Milit&auml;rs daran, dass die wirtschaftliche Weltmacht Deutschlands zur Sicherung ihrer "nationalen Interessen" auch milit&auml;rische Mittel einsetzen kann. Gegen&uuml;ber dem "Spiegel" sagte Volker R&uuml;he im Fr&uuml;hherbst 1992: "Ich bleibe dabei, da&szlig; wir auf Kampfeins&auml;tze im Augenblick weder materiell noch psychologisch vorbereitet sind. (...) Es geht auch nicht nur darum, die Soldaten, sondern die ganze Gesellschaft auf diese neuen Aufgaben vorzubereiten. Bei Blauhelmeins&auml;tzen ist das schon gelungen (..) Auf Dauer ist die Beschr&auml;nkung auf Blauhelmeins&auml;tze nicht realistisch. (...) Das kann sich alles entwickeln."<br>
An den n&auml;chsten Schritten haben SPD und B&uuml;ndnis&acute;90/Die Gr&uuml;nen aktiv mitgewirkt. Sie haben die Politik der konservativen Kohl-Regierung fortgesetzt, die mit der fr&uuml;hen diplomatischen Anerkennung jugoslawischer Republiken nach staatlicher Eigenst&auml;ndigkeit nationalistische Kr&auml;fte in der Region gef&ouml;rdert und der Kleinstaaterei Vorschub geleistet hat. Mit Erpressungsman&ouml;vern gegen&uuml;ber Rest-Jugoslawien, zum Beispiel beim Rabouillet-Diktat, wurde der Weg in den Krieg forciert.<br>
<br>Krieg ist immer auch Kampf um die &ouml;ffentliche Meinung. Daher versuchten auch Scharping, Fischer und Co. die Meidien vor ihren Karren zu spannen. Deshalb wurde manipuliert, zensiert und auch schamlos gelogen. Der Krieg sollte als "Luftschlag" oder "Milit&auml;raktion" sch&ouml;ngeredet werden. Die ohnehin beklagenswerte Zahl der Opfer des jugoslawischen B&uuml;rgerkrieges wurde beliebig nach oben erh&ouml;ht, um den Krieg rechtfertigen zu k&ouml;nnen. Selbst die Existenz von "Konzentrationslager" wurde als Teil der Kriegspropaganda der NATO erfunden. Als Verharmlosung des NS-Terrors und neue Form der "Auschwitz-L&uuml;ge" schlie&szlig;lich bezeichneten &Uuml;berlebende des NS-Vernichtungssystems die Behauptung der Kriegsbef&uuml;rworter, es gehe darum, in Jugoslawien dem Faschismus ein Ende zu machen.<br>
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Der Krieg gegen Jugoslawien hat, so Au&szlig;enminister Fischer "wichtige Impulse f&uuml;r die Zukunft" geliefert. Hierzu z&auml;hlen diese Herren auch den Aufbau einer von der NATO und den USA eigenst&auml;ndig einsetzbaren  milit&auml;rischen "Eingriftruppe". Bei ihrem Treffen in Portugal verk&uuml;ndeten die EU-"Verteidigungs"minister Ende Februar 2000, dass diese bis 2003 einsatzbereit sein m&uuml;sse. Die EU hat denn auch bereits drei milit&auml;rische Entscheidungsgremien neu geschaffen: den sicherheitspolitischen Ausschu&szlig;, ein Milit&auml;rkomitee und einen Milit&auml;rischen Stab. F&uuml;r den 60.000-k&ouml;pfigen Milit&auml;rverband sollen Waffen, Transportmittel und Einsatzausr&uuml;stung beschafft werden. Kein Wunder, dass von Scharping bereits eine Aufstockung des Etats seines Ministeriums gefordert wird.<br>
<br>Zur Aufr&uuml;stung von EU und Bundeswehr geh&ouml;rt auch der Versuch, den Zugriff der Bundeswehr auf zivile Einrichtungen zu verst&auml;rken. So verabschiedete am 22. April - mitten im Krieg gegen Jugoslawien - das Bundesverteidigungsministerium und die deutsche Krankenhausgesellschaft (das ist der Dachverband der Krankenh&auml;user) eine Erkl&auml;rung zur zivil-milit&auml;rischen Zusammenarbeit&acute;. Ziel der Bundeswehr ist es dabei, den nach eigener Einsch&auml;tzung f&uuml;r Kriege wenig taugliche Sanit&auml;tsdienst der Bundeswehr aufzur&uuml;sten. Kommt es zu den angestrebten Vertragsunterzeichnungen zwischen den 56 Reservelazarettgruppen der Bundeswehr und zivilen Krankenh&auml;usern, so kann die Bundeswehr mit 28.000 bis 56.000 zus&auml;tzlichen Klinikbetten rechnen. Es sind wahrlich keine kleinen Scharm&uuml;tzel, die die Bundeswehr da vorbereitet. Auch dieser Vorgang beweist, dass sich die Regierenden in Berlin ernsthaft und zielstrebig auf neue gr&ouml;&szlig;ere Kriege vorbereiten.<br>
<br>Die &Ouml;TV-Kreisdelegiertenkonferenz Stuttgart-B&ouml;blingen hat Anfang Februar 2000 eine Erkl&auml;rung verabschiedet, in der sie die Kooperation mit der Bundeswehr ablehnt und gegen die Einbeziehung ziviler Krankenh&auml;user in Kriegsvorbereitungen protestiert. Stattdessen setzt sie sich daf&uuml;r ein, dass die Einrichtungen des Gesundheitswesens eine ausreichende, an den Erfordernissen der Versorgung der Bev&ouml;lkerung orientierte Finanzierung erhalten.<br>
<br>Auch an anderer Stelle gibt es rege Aktivit&auml;ten, um Bundeswehr und R&uuml;stung als selbstverst&auml;ndlichen und unterst&uuml;tzenswerten Teil der Gesellschaft zu f&ouml;rdern. Im Marine-Standort Kiel hat es sich  der Oberb&uuml;rgermeister Norbert Gansel (SPD), ein Leutnant zur See der Reserve, zur Aufgabe gemacht, insbesondere den Stellenwert der Marine anzuheben. Er h&auml;lt engen Kontakt zum Standort&auml;ltesten der Bundeswehr und bem&uuml;ht sich auf vielf&auml;ltige Weise, f&uuml;r die Bundeswehr im allgemeinen und die Deutsche Marine im besonderen Werbung zu machen. Damit hat er sich deutlich vom Kurs seiner Vorg&auml;nger abgewandt, denen die Tatsache, dass Kiel insbesondere wegen seiner R&uuml;stungsindustrie im Zweiten Weltkrieg so schwer zerst&ouml;rt wurde, als Mahnung im Ged&auml;chtnis geblieben ist.<br>
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<font size="+1"><b>Gew&ouml;hnen wir uns nicht an diese schleichende Militarisierung der Gesellschaft!<br>
Stoppt die NATO-Kriegstreiber!</b></font>
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<p align="right"><b>Avanti<br>
Projekt undogmatische Linke</b></p>


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