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	<title>Kein FriedeN mit der NATO - Kieler Nachrichten</title>
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	<td><b>Kieler Nachrichten vom 07.05.99</b></td>
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<h3>Nato-Festakt in Kiel:</h3>
<h2>Demonstranten warfen Eier</h2>

<p>Kiel - Etwa 80 Demonstranten lieferten sich gestern abend vor dem Kieler Schauspielhaus gewaltt&auml;tige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Der Protest richtete sich gegen den Festakt der Deutsch Atlantischen Gesellschaft zum 50-j&auml;hrigen Bestehen der Nato.
F&uuml;r viele G&auml;ste, darunter der britische Botschafter Sir Paul Lever, der polnische Botschafter Andrzej Byrt sowie Oberb&uuml;rgermeister Norbert Gansel, wurde der Besuch des Festaktes zun Spie&szlig;rutenlauf. Von Polizisten mit Schilden gesch&uuml;tzt, hasteten sie in das Theater, w&auml;hrend die mit Eiern, Mehl- und Farbbeuteln, Gem&uuml;se und Kisten beworfen wurden. Gansel wollte mit den Protestierenden reden und bekam daf&uuml;r Eier an den Kopf. Erst nachdem die Polizei ihre Drohung wahrgemacht hatte und mit Schlagst&ouml;cken und Hunden vorgegangen war, zogen sich die Demonstranten zur&uuml;ck. Kurz danach l&ouml;ste sich die Kundgebung auf.</p>

<h2>Krawall vor dem Festakt</h2>
<h3>Protest gegen Nato-Veranstaltung im Schauspielhaus - Eier und Farbbeutel gegen Besucher</h3>

<p><b>Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten &uuml;berschatteten gestern abend den Festakt zum 50j&auml;hrigen Bestehen der Nato. Eine etwa 80k&ouml;pfige Gruppe hatte sich vor dem Schauspielhaus in der Holtenauer Stra&szlig;e versammelt, um gegen den Krieg auf dem Balkan zu protestieren und bewarf die Besucher des Festaktes mit Eiern, Farb- und Mehlbeuteln, Gem&uuml;se und Kisten. Auch Oberb&uuml;rgermeister Norbert Gansel, der vor der Absperrung mit den Demonstranten diskutieren wollte, bekam ein Ei an den Kopf. Erst danach lie&szlig; die Polizeif&uuml;hrung, die weder gut vorbereitet noch entschlossen wirkte, den Eingang r&auml;umen.</b></p>

<p>Kiels Polizeif&uuml;hrung hatte die Bedeutung des Festaktes im Schauspielhaus, zu dem neben milit&auml;rischer Prominenz der polnische Botschafter Dr. Andrzej Byrt und sein britischer Amtskollege Sir Paul Lever sowie Ministerpr&auml;sidentin Heide Simonis kamen, offenbar untersch&auml;tzt. Ungeachtet der wachsenden Diskussion um den Krieg zwischen Nato und Jugoslawien war der Einsatz nur als &quot;Revierlage&quot; eingeordnet worden. Als die Demonstranten sich eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn bereits auf der Hotenauer Stra&szlig;e aufgebaut hatten, war noch nicht einmal der Verkehr umgeleitet.</p>
<h3>Polizei r&uuml;ckte mit Schutzschilden an</h3>
<p>Mit den ersten Besuchern begann auch die Randale vor dem Schauspielhaus. Die Demonstranten dr&auml;ngten bis an die Absperrung und sorgten daf&uuml;r, da&szlig; die Besucher nur noch seitlich zum Eingang kommen konnten. Dabei mu&szlig;ten sie von Polizisten mit Schutzschilden besch&uuml;tzt werden, damit die festliche Abendgarderobe nicht von Eiern beschmutzt wurde. Erst nach einer Viertelstunde Spie&szlig;rutenlaufen hatte die Polizei den Schl&uuml;ssel f&uuml;r den Eingang zur Schauspielhaus-Gastst&auml;tte &quot;Das Bistro&quot; besorgt, um dort wenigstens einen Teil der G&auml;ste reinzulotsen.</p>
<img src="../images/kn2.jpg" width=543 height=407 border=0 alt=""><br>
<b>Polizei und Demonstranten standen sich gestern abend vor dem Kieler Schauspielhaus gegen&uuml;ber. Sp&auml;ter setzten die Ordnungsh&uuml;ter sogar Schlagst&ouml;cke und Hunde ein, um die Proteste gegen den Festakt zum 50j&auml;hrigen Bestehen der Nato zur&uuml;ckzudr&auml;ngen.</b>
<h3>Demonstranten bewarfen Gansel</h3>
<p>Viele hochrangige G&auml;ste benutzten den Hintereingang am Knooper Weg und kamen dort ohne gro&szlig;e Zwischenf&auml;lle ins Innere. Die FDP-Landtagsabgeordneten Wolfgang Kubicki und Ekkehard Klug sowie Oberb&uuml;rgermeister Gansel w&auml;hlten allerdings nicht diesen Weg und suchten vor dem Schauspielhaus sogar das Gespr&auml;ch mit den Demonstranten.</p>
<p>W&auml;hrend die Liberalen diese Absicht schnell aufgaben, blieb Gansel stehen und bekam schlie&szlig;lich mindestens ein Ei an den Kopf. Daraufhin versuchte die Polizei, den Oberb&uuml;rgermeister aus dem Gedr&auml;ngel zu befreien. Gleichzeitig ordnete Einsatzleiter Peter Peters das an, was er bereits mehrfach hatte androhen lassen: Er lie&szlig; die Fl&auml;che vor dem Haupteingang r&auml;umen. Dazu war allerdings der Einsatz von Schlagst&ouml;cken und Polizeihunden n&ouml;tig. Ein Demonstrant wurde vorl&auml;ufig festgenommen.</p>
<p>Auch das Schauspielensemble hatte sich von der Veranstaltung im Theater distanziert. Oberb&uuml;rgermeister Gansel erkl&auml;rte dazu am Nachmittag, da&szlig; er diese Haltung zwar akzeptiere, betonte aber, da&szlig; er zu seiner Entscheidung stehe. Das Engagement der Schauspieler f&uuml;r die Menschen im Kosovo begr&uuml;&szlig;te Gansel, der in den vergangenen Jahren mehrmals in die Krisengebiete gereist war. &quot;Wir haben den Festakt ganz bewu&szlig;t hierher gelegt&quot;, erkl&auml;rte Gansel weiter, der die Schirmherrschaft f&uuml;r die Veranstaltung &uuml;bernommen hatte. Mit Blick auf den britischen Botschafter Sir Paul Lever erinnerte Gansel daran, da&szlig; im Februar 1946 im Kieler Schauspielhaus der ernannte Landtag seine erste Sitzung zusammen mit der britischen Ehrengarde abgehalten hatte.</p>


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	<td>&nbsp;</td>
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	<td><b>Kieler Nachrichten vom 08.05.99</b></td>
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<h2>Krawall einhellig verurteilt</h2>

<H3>Gansel bedauert Ausschreitungen vor dem Nato-Festakt - Polizeif&uuml;hrung

gibt sich bedeckt</H3> 

<p>Einhellig verurteilen Oberb&uuml;rgermeister Norbert Gansel sowie die

Vorsitzenden der Ratsfraktionen von SPD, CDU und SUK die gewaltt&auml;tigen

Demonstrationen gegen den Festakt zum 50j&auml;hrigen Bestehen der Nato. Gansel

bedauerte  als Schirmherr der Veranstaltung, da&szlig; die G&auml;ste am

Haupteingang des Schauspielhauses durch Farbbeutel- und Eierw&uuml;rfe in

Mitleidenschaft gezogen wurden. Der OB habe die Polizei gebeten, auf gro&szlig;r&auml;umige

Absperrungen und demonstrative Pr&auml;senz zu verzichten: &quot;Das h&auml;tte

dem Charakter der Veranstaltung nicht entsprochen.&quot;</p>


<p>Die Polizei, der Gansel sowie SPD, CDU und SUK f&uuml;r ihren Einsatz

dankten, verweigerte gestern  jede weitere Stellungnahme zu dem Einsatz, dessen

Erfolg auch in den eigenen Reihen umstritten  ist. Der stellvertretende Leiter

der Polizeiinspektion, Peter  Fritzsche, verwies auf die Erkl&auml;rungen  des

Oberb&uuml;rgermeisters:  &quot;Dar&uuml;ber hinaus sehen wir kein

Informationsbed&uuml;rfnis der &Ouml;ffentlichkeit.&quot; Trotz Absperrungen 

und Einsatzkr&auml;ften aus dem ganzen Stadtgebiet war es am Donnerstag nicht

gelungen, Besucher  des Festaktes zu Ehren der Nato unbehelligt durch den

Haupteingang zu bringen. Einige der etwa 100 Demonstranten bewarfen  die G&auml;ste

mit Eiern, Mehl- und Farbbeuteln, Gem&uuml;se und Kisten. Viele hochrangige

Besucher  wie der polnische und der britische Botschafter wurden w&auml;hrenddessen

durch den Hintereingang  am Knooper Weg ins Schauspielhaus geschleust.</P>

<P>&Uuml;bereinstimmend hoben die Ratsfraktionen von SPD, CDU und SUK die

Bedeutung der Nato f&uuml;r den Frieden in Europa hervor. &Uuml;ber den Einsatz

auf dem Balkan m&ouml;ge man geteilter Meinung sein, erkl&auml;rte aber

SUK-Fraktionschef Wolfgang Kottek. &quot;Demonstrationen  sind in Ordnung&quot;,

so J&uuml;rgen Fenske von der SPD. &quot;Gegen Ausschreitungen mu&szlig; der

Staat konsequent vorgehen und die Randalierer zur Verantwortung ziehen.&quot;

Wer gegen Gewalt protestiert  und dabei selbst Gewalt anwendet,  der mache sich

unglaubw&uuml;rdig.</P>

<P>Der CDU-Fraktionschef Arne Wulff fordert angesichts der Krawalle  erneut

einen sofortigen Stopp des st&auml;dtischen Zuschusses an den Verein

Kommunikationszentrum  Hansastra&szlig;e 48. Die Demonstration  sei ein Beweis,

da&szlig; die Hansastra&szlig;e 48 eine Keimzelle gewaltbereiter Autonomer

bilde. Wulff: &quot;Es ist geradezu ein Witz, da&szlig; die Landeshauptstadt

Kiel diese Einrichtung auch noch mit 100000 Mark j&auml;hrlich f&ouml;rdert.&quot;</P>

<P></P>

<H3>Wulff &uuml;bt scharfe Kritik an der Hansastra&szlig;e 48

</H3>  Der CDU-Fraktionsvorsitzende f&uuml;hrt als Beleg ein an der Uni

verteiltes  Flugblatt an, das zu einem Vorbereitungstreffen f&uuml;r die Demo 

in die Hansastra&szlig;e 48 eingeladen  habe. Das Ziel: St&ouml;rung,

Behinderung  und Verhinderung des Nato-Festaktes.

<P>Arne Wulff solle sich beim Kommunikationszentrum in angemessener  Form

entschuldigen, meint Rainer Pasternak, Vorstandsmitglied  im Verein Hansastra&szlig;e

 48. Der Unterzeichner des Flugblattes sei weder bekannt noch habe am 1. Mai ein

Vorbereitungstreffen  in der Hansastra&szlig;e 48 stattgefunden. &quot;Hier

findet kein Aufmarsch von Gewalt statt - hier wird sich kritisch mit dem

Aufmarsch von Gewalt hier und in anderen L&auml;ndern auseinandergesetzt&quot;, 

so Pasternak weiter. Anstelle  der Verfolgung vermeintlicher  Spuren der Gewaltt&auml;tigkeit

solle Wulff lieber das Gespr&auml;ch mit der Hansastra&szlig;e 48 suchen.</P>

<P>Auch SPD-Fraktionschef J&uuml;rgen  Fenske lehnt es in einer Stellungnahme 

ab, die &quot;Hansastra&szlig;e 48 mit ihrem vielf&auml;ltigen

Veranstaltungsangebot  f&uuml;r gewaltt&auml;tige Aktionen vor dem

Schauspielhaus  in eine Art Sippenhaft zu nehmen.&quot; (tim)</P>

<br>

<p><b><i>Kommentar:</i></b></p>

<b>Zu den Ausschreitungen vor dem Schauspielhaus</b>

<h2>Entschlossenheit ist wichtig</h2>

<p>Es war ein Trauerspiel, das am Donnerstag abend vor dem Schauspielhaus geboten wurde: Besucher des Festaktes zu Ehren der Nato mu&szlig;ten von Polizisten mit Schilden besch&uuml;tzt werden, um unbesch&auml;digt den Haupteingang des Theaters zu erreichen.</p>
<p>Zum zweiten Mal nach dem Gel&ouml;bnis im August vergangenen Jahres ist in Kile der Versuch gescheitert, eine Veranstaltung mit milit&auml;rischen Hintergrund ungest&ouml;rt &uuml;ber die B&uuml;hne zu bringen. Damals randalierten Demonstranten vor dem Opernhaus und zwangen die Wehrdienstleistenden sp&auml;ter, sich per Laufschritt in die Busse zu retten.</p>
<p>Die Gewaltt&auml;tigen unter den Demonstranten haben mit ihrem Auftreten erneut der Sache der Friedfertigkeit und ihrem Recht auf Protest geschadet. Denn nach den Ereignissen von Donnerstag sind &Uuml;berlegungen angebracht, ob ein derartiger Festakt n&auml;chstes Mal nicht wesentlich weitr&auml;umiger abgesperrt werden und die &UumlPolizei deutlicher offesiver vorgehen mu&szlig;. Trotzdem, und da hat Oberb&uuml;rgermeister Norbert Gansel Recht, darf sich die Stadt nicht vorschreiben lassen, ob derartige Veranstaltungen im &ouml;ffentlichen Raum oder hinter Kasernentoren stattfinden.</p>
<p>Die Landeshauptstadt Kiel mu&szlig; also auch in Zukunft damit rechnen, da&szlig; politische Gewaltt&auml;ter st&ouml;ren und behindern wollen - das beweisen die Krawalle vom Donnerstag und beim Gel&ouml;bnis sowie der Nazi-Aufmarsch vom 30. Januar. Die Frage, ob dabei Gewalt vom Kommunikationszentrum in der Hansastr. 48 ausgegangen ist, mu&szlig; beantwortet werden. Noch wichtiger ist aber eine Strategie der Entschlossenheit im Kampf gegen Randalierer. Denen geht es nicht um eine sachliche Diskussion - das beweisen ihre Taten.</p>
Tim Holborn
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