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	<title>Flugblatt (1) der Initiative  zum Jahrestag des Krieges ...</title>
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	<td colspan="2">
<h2>Nie wieder Krieg ohne uns!</h2>
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	<i>Die Gemeinschaft Unabh&auml;ngiger Staaten (GUS), die als Ersatz einer erneuerten UdSSR ins Leben gerufen wurde, zerf&auml;llt in alle Richtungen. Die Industrieproduktion Russlands ist vorsichtigen Sch&auml;tzungen zufolge mindestens auf die H&auml;lfte geschrumpft. Das russische Bruttoinlandsprodukt befindet sich in etwa auf dem Niveau der Niederlande, einem Land mit einer wesentlich kleineren Bev&ouml;lkerung, geringerem Territorium und ohne Rohstoffvorr&auml;te.

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Auf einer Pressekonferenz in Washington warnte er, dass Russlands Bev&ouml;lkerung bis zum Jahr 2050 um ein Drittel schrumpfen k&ouml;nnte. Statt der derzeit 146 Millionen Einwohner w&uuml;rden lediglich 80 bis 100 Millionen &uuml;brigbleiben, wenn keine grundlegenden Verbesserungen im Sozial- und Umweltbereich durchgef&uuml;hrt werden. Bis zum Jahr 2016 k&ouml;nne russischen Projektionen zufolge die Bev&ouml;lkerung um 9 bis 17 Millionen zur&uuml;ckgehen.<br>

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Bis zu seinem Amtsantritt hatte Victor Tschernomyrdin bereits ein Privatverm&ouml;gen von 47,6 Millionen Mark erworben. In seiner Amtszeit als russischer Ministerpr&auml;sident  sei, so &raquo;Le Monde&laquo;, sein Privatverm&ouml;gen auf 8,5 Milliarden angewachsen.<br>

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Nach Angaben der Welt-Gesundheits-Organsiation WHO ist in allen 15 Republiken der fr&uuml;heren Sowjetunion die durchschnittliche Lebenserwartung seit 1990 st&auml;ndig gesunken. Und liegt jetzt bei weniger als sechzig Jahren. Allein 1996 schrumpfte die Bev&ouml;lkerung um 475.000 Menschen. 1990 war sie noch um 332.000 gewachsen. 

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<b><font size="+1">Neue alte Weltordnung</font><br>
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Der Bericht &raquo;Die &Uuml;berwindung der menschlichen Armut&laquo; des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen /UNDP) enth&auml;lt die Nachricht, dass 1,5 Milliarden Menschen in der Dritten Welt pro Tag weniger als einen Dollar (1,65 DM) zur Verf&uuml;gung haben. In S&uuml;dostasien ist die H&auml;lfte aller Kinder unterern&auml;hrt, zwei Drittel der Frauen sind Analphabeten. In Schwarzafrika werde ein Drittel der Bev&ouml;lkerung keine vierzig Jahre alt. Die Entwicklungshilfe der reichen L&auml;nder ist mit weniger als zwei Promille ihres Bruttosozialproduktes so gering wie nie. Die Globalisierung der Weltwirtschaft mache den Graben zwischen Gewinnern und Verlierern immer tiefer. Seit der Krise in Indonesien leben dort 40 Prozent der Bev&ouml;lkerung (80 Millionen Menschen) unter der Armutsgrenze.
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Die Folgen dieses scharfen Einkommensr&uuml;ckgangs werden anhand mehrerer Statistiken aufgezeigt. In Moldawien z.B. ging der Verbrauch von Fleisch zwischen 1990 und 1996 um 57 Prozent, von Milch und Milchprodukten um 48 Prozent und von Zucker um 60 Prozent zur&uuml;ck

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In dem Bericht liest sich das folgenderma&szlig;en: "Der ‚&Uuml;bergang' in den meisten L&auml;ndern des fr&uuml;heren Sowjetblocks in Mittel- und Osteuropa und der GUS ist ein sch&ouml;nf&auml;rberischer Begriff f&uuml;r die Wirklichkeit: eine Gro&szlig;e Depression. Das Ausma&szlig; des Zusammenbruchs der Produktion und das Hochschie&szlig;en der Inflation sind historisch ohne Beispiel. Die Folgen f&uuml;r die Lebensbedingungen der Menschen waren verheerend. Nach vorsichtigen Sch&auml;tzungen sind mehr als 100 Millionen Menschen in Armut geworfen worden und wesentlich mehr befinden sich nur knapp oberhalb dieser Grenze Im Durchschnitt war das Bruttosozialprodukt (BSP) in Mittel- und Osteuropa 1997 fast 12% niedriger als 1990. Aber in vielen L&auml;ndern war die Lage noch viel schlimmer. In Lettland und Litauen zu Beispiel betrug das BSP im Vergleich zu 1990 nur noch 59%. Noch schlimmer war die Lage in der GUS (eingeschlossen die bev&ouml;lkerungsreichsten L&auml;nder Russland und die Ukraine), wo das BSP im Vergleich zu 1990 nur noch 55% betrug.


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Zusammenfassend hei&szlig;t es in dem Bericht: "Die Kombination von fallenden Durchschnittseinkommen und der Zunahme von Ungleichheit f&uuml;hrte zu einer bedeutenden Zunahme der Einkommensarmut. Ausgehend von einer Armutsgrenze von 4 Dollar pro Tag (die Kaufkraft des Devisendollars von 1990 zugrunde gelegt) sch&auml;tzt das UNDP, dass die Armut in Osteuropa und der GUS von vier Prozent der Bev&ouml;lkerung 1988 auf 32 Prozent 1994 zugenommen hat, bzw. von 13,6 Millionen auf 119,2 Millionen. Mit anderen Worten war Massenarmut vor dem &Uuml;bergang zur Marktwirtschaft unbekannt: alle ar-beitsf&auml;higen Menschen hatten eine Arbeit und damit eine Unterhaltsquelle; ein ausgefeiltes System von Sozialleistungen stellte sicher, dass die Alten, die Kranken und Behinderten vor gr&ouml;&szlig;ter Not gesch&uuml;tzt waren. W&auml;hrend der &Uuml;bergangszeit wurde das soziale Schutzsystem immer schw&auml;cher, die Arbeitslosigkeit nahm zu und die Reall&ouml;hne fielen. Die unvermeidliche Folge waren verbreitete Armut und Verelendung."<br>

Die Auswirkung auf den Lebensstandard zusammenfassend hei&szlig;t es in dem Bericht: "Die Kombination von fallenden Durchschnittseinkommen und der Zunahme von Ungleichheit f&uuml;hrte zu einer bedeutenden Zunahme der Einkommensarmut. Ausgehend von einer Armutsgrenze von 4 Dollar pro Tag (die Kaufkraft des Devisendollars von 1990 zugrunde gelegt) sch&auml;tzt das UNDP, dass die Armut in Osteuropa und der GUS von vier Prozent der Bev&ouml;lkerung 1988 auf 32 Prozent 1994 zugenommen hat, bzw. von 13,6 Millionen auf 119,2 Millionen. Mit anderen Worten war Massenarmut vor dem &Uuml;bergang zur Marktwirtschaft unbekannt: alle arbeitsf&auml;higen Menschen hatten eine Arbeit und damit eine Unterhaltsquelle; ein ausgefeiltes System von Sozialleistungen stellte sicher, dass die Alten, die Kranken und Behinderten vor gr&ouml;&szlig;ter Not gesch&uuml;tzt waren. W&auml;hrend der &Uuml;bergangszeit wurde das soziale Schutzsystem immer schw&auml;cher, die Arbeitslosigkeit nahm zu und die Reall&ouml;hne fielen. Die unvermeidliche Folge waren verbreitete Armut und Verelendung." 
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Mit der Niederlage der Supermacht UdSSR im Kalten Krieg &auml;nderte sich nicht nur die Kr&auml;ftekonstellation der beiden Bl&ouml;cke mit ihren F&uuml;hrungsm&auml;chten USA und UdSSR. S&auml;mtliche Staaten der Erde mussten und m&uuml;ssen in der neuen Weltordnung sich neu ausrichten.
Deutschland gelang es in dieser Phase, sich auf das Gebiet der DDR auszudehnen und es wurde so auch die gr&ouml;&szlig;te europ&auml;ische Nation. Die Hauptstadt dieses m&auml;chtigsten Landes auf dem Kontinent wurde Berlin.<br>

Der Balkan &auml;nderte &uuml;ber Nacht seinen Status: Aus einer vom Westen umworbenen, gegen die UdSSR gerichteten Zone, wurde er selbst Objekt der widerstreitenden Interessen der imperialistischen M&auml;chte. Denn der Beherrscher des Balkans verwehrt seinen Konkurrenten den Weg in alle Richtungen, Naher Osten, Kaukasus (Mittelasien) und S&uuml;dasien und zu den Arbeitskr&auml;ften und Rohstoffen Russlands.
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Insbesondere war nun Jugoslawien in seiner staatlichen Souver&auml;nit&auml;t bedroht; denn mit dem Zerfall der Bl&ouml;cke war die Bewegung der Blockfreien Staaten, deren f&uuml;hrender Kern Jugoslawien war, &uuml;berfl&uuml;ssig geworden. Zugleich stand Jugoslawien als Regionalmacht auf dem Balkan den Interessen der USA und der verschiedenen Gro&szlig;m&auml;chte Europas im Wege.<br>

F&uuml;r die deutschen Planungsst&auml;be war klar, dass nur dann ein Fortschritt bei der Arrondierung des eigenen Hinterhofes m&ouml;glich war, wenn Deutschland seine eigenen Interessen energisch verfolgte. Sie orientierten auf die Zerschlagung Jugoslawiens in handliche Klumpen, wohl wissend, dass Deutschland nicht die Kraft hat, die USA aus dem Balkan zu vertreiben.
Deshalb entwickelten Deutschland die Taktik: Als NATO k&auml;mpfen wir gegen Jugoslawien, schw&auml;chen wir Russlands Einflu&szlig;. Als Deutschland wollen wir einen m&ouml;glichst gro&szlig;en Machtzuwachs in Europa, in-dem wir den Balkan nach unseren Vorstellungen neu organisieren.<br>

Um dieses Ziel zu erreichen, setzten sie eine jahrzehntelang erprobte Waffe ein: das Selbstbestimmungsrecht der V&ouml;lker.<br>

Das augenblickliche Zwischenergebnis: Der Vormarsch der DM in S&uuml;dosteuropa, deutsches Milit&auml;r ist dauerhaft im Kosovo stationiert, die Bundeswehrmacht ist einsatzf&auml;hig.
Mit dem gr&ouml;&szlig;eren Einflu&szlig; in Mittelost- und S&uuml;dosteuropa hat Deutschland seine &uuml;berragende Stellung in Europa gefestigt und ausgebaut. Hier gilt die simple &Uuml;berlegung: Je gr&ouml;&szlig;er der deutsche Einflu&szlig; in Mittelost- und S&uuml;dosteuropa, um so st&auml;rker ist seine F&uuml;hrungsrolle in der EU.  Da&szlig; damit zugleich auch die Widerspr&uuml;che zu den anderen europ&auml;ischen Gro&szlig;m&auml;chten greller werden, wird von Deutschland kalkuliert in Kauf genommen.<br>
 
Deutschland ist auf dem Vormarsch, aber dieser ist vor&uuml;bergehend steckengeblieben. Es ist nicht gelungen, die USA aus Europa zu vertreiben und sich das Scharnier zwischen Kaukasus und dem Nahen Osten vollst&auml;ndig einzuverleiben, aber immerhin steht auf dem Balkan deutsches Milit&auml;r und die DM-Zone ist vergr&ouml;&szlig;ert worden. Die Kriegsziele von 1914 sind nun endlich erreicht - mit einer wesentlichen Ein-schr&auml;nkung: Der Zugang nach Eurasien ist den Deut-schen und ihren verb&uuml;ndeten europ&auml;ischen Mitkon-kurrenten durch die USA verbaut.
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Den Krieg um die Filetst&uuml;cke Jugoslawiens hat Deutschland vom Zaun gebrochen. Im Alleingang hatte Deutschland Kroatien und Slowenien - damals, 1991, noch Republiken der F&ouml;derativen Volksrepublik Jugoslawien - als souver&auml;ne Staaten anerkannt - gegen alle berechtigten Warnungen aus den Hauptst&auml;dten Europas, der UNO und der USA vor die-sem Schritt, der zu Recht als Beginn des jugoslawi-schen B&uuml;rgerkrieg verstanden wurde. Die europ&auml;ischen M&auml;chte schwenkten sp&auml;ter auf den Kurs der  Deutschen ein - ein Ausdruck der realen Kr&auml;fteverh&auml;ltnisse auf dem alten Kontinent. Aber auch damit konnten sie nicht Deutschlands Hei&szlig;hunger auf die Wiederherstellung ihrer uneingeschr&auml;nkten Vorherrschaft im Osten befriedigen. Schlie&szlig;lich sah sich die USA gen&ouml;tigt, selbst das Schwert zu ergreifen. Sie wollten sich selbst st&auml;rker in Position bringen. Sie wollten Deutschland auch nicht zu m&auml;chtig werden lassen.<br>

Das war ein deutliches Signal: Deutsche, bis hier-her und nicht weiter. Deutschland hat das Signal ver-standen, lie&szlig; die USA die Drecksarbeit machen und profilierte sich in der &ouml;ffentlichen Meinung als "Friedensfreund". Als die Fehlkalkulationen der NATO immer deutlicher wurden - Jugoslawien wurde nicht in die Knie gezwungen - als England und USA immer heftiger den Einsatz von Bodentruppen forderten, wurde die Lage Deutschlands schwierig: Tote deutsche Soldaten waren ein nicht kalkulierbares Risiko f&uuml;r die Stabilit&auml;t der Heimatfront. In dieser Situation zog die Deutsche Diplomatie die russische Karte. Auf einmal hie&szlig; es, der Friede auf dem Balkan sei ohne Russland nicht m&ouml;glich. So machte sie deutlich, dass die deutsche Diplomatie in der Lage ist, zumindest eine  punktuelle Interessenidentit&auml;t mit Russland gegen die USA herzustellen. Die herrschenden Kreise Russlands - inzwischen auf dem Niveau eines Landes der Dritten Welt, aber mit Atomwaffe - erhoffen folgendes: Je l&auml;nger es in Jugoslawien scharm&uuml;tzelt, um so mehr Zeit bleibt, die Abwehr des erwarteten Angriffs auf den Kaukasus zu organsisieren. Der Preis f&uuml;r die Vermittlerdienste Russlands ist die &Uuml;bereinkunft, dass der Kaukasus eine russische Angelegenheit ist. Direktes Ergebnis: Das f&uuml;rchterliche Gemetzel in Tschetschenien, die als Wiederherstellung der russischen Macht auf im Kaukasus, als Vorbereitung eines Abwehrkampfes gegen den Westen, verstanden werden mu&szlig;. <br>

Mit diesem wohlberechneten Man&ouml;ver gelang es der deutschen Diplomatie, den Bodenkrieg mit seinen Risiken und damit die Schw&auml;chung der eigenen Position abzuwenden. Zugleich signalisierte man der USA: Seht her, ein B&uuml;ndnis mit Russland ist wohl nicht unm&ouml;glich. <br>

(Da&szlig; damit Miloševic die M&ouml;glichkeit er&ouml;ffnet wurde, der drohenden Kapitulation zu entgehen und Jugoslawien als souver&auml;nen Staat zu erhalten, wurde sicherlich sehr bedauert aber als in dieser Situation unausweichliches Zugest&auml;ndnis hingenommen - aufgeschoben ist nicht aufgehoben.)<br>

Der steckengebliebene Krieg zur Zerschlagung Jugoslawiens ist eine Etappe der sich neu bildenden Bl&ouml;cke. Auf der einen Seite USA, England und Japan (?) auf der anderen Deutschland , Frankreich und .... Wir werden diese Entwicklung sehr genau beobachten m&uuml;ssen.
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Den vielleicht wichtigsten Sieg haben die Herrschenden jedoch im eigenen Land erzielt.
Eine machtvolle Antikriegsbewegung hat es nicht gegeben.
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So, als ob der Krieg Deutschlands das normalste der Welt sei, ging alles seinen normalen Gang. Nen-nenswerten Widerstand gab es nicht; die Deutschen unterst&uuml;tzten diesen Krieg mit &uuml;berw&auml;ltigender Mehrheit. Keine Streiks, keine Demonstrationen aus den Betrieben, Schulen, Beh&ouml;rden , Universit&auml;ten oder sonstigen Institutionen. Keine besetzten Redaktionen und Sender, keine blockierten Kasernen, kaum Desertionen.
Alle wichtigen gesellschaftliche Kr&auml;fte - Parteien, Arbeitgeberverb&auml;nde, Gewerkschaften, Kirchen unterst&uuml;tzten den deutschen Vormarsch. Die freiwillig gleichgeschalteten Medien feuerten aus allen Gazetten und Kan&auml;len Breitseiten gegen den v&ouml;lkermordenden Wiederg&auml;nger Hitlers in Jugoslawien. 
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Die ehemals gr&ouml;&szlig;ten Friedensbewegung der Welt versagte vollst&auml;ndig. Ihre Opposition beschr&auml;nkte sich im Kern auf rechtliche Fragen. Der Krieg sei v&ouml;l-kerrechtswidrig und werde ohne Zustimmung der UNO gef&uuml;hrt. 
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So produzierte sie in erster Linie Papier, das z.B. auf die Einhaltung des V&ouml;lkerrechts pochte. Beim n&auml;chsten Krieg wird deshalb ganz offiziell eine Kriegserkl&auml;rung verfa&szlig;t werden m&uuml;ssen, damit der Krieg nicht ungesetzlich sei. Wahrscheinlicher wird jedoch eine Anpassung des V&ouml;lkerrechts an die spezifisch ost- und s&uuml;dosteurop&auml;ischen Verh&auml;ltnisse - sprich: an die Deutschen Interessen - sein.
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Wichtiger als die Klarstellung, dass das V&ouml;lker-recht kein Recht der V&ouml;lker sondern ein Regelwerk darstellt, in welcher Form souver&auml;ne Staaten ihre Kriege austragen sollen, ist jedoch die Erkenntnis, dass die Bedeutung des V&ouml;lkerrechts schwindet. Es ist ein Relikt aus einer vergangenen Epoche.<br>
Es gab Zeiten, da konnte kein Staat einen andere &uuml;berfallen, au&szlig;er dies geschah mit Billigung entweder der USA oder der UdSSR oder mit der von beiden. Es war Ausdruck des Wissens, dass ein Angriff auf eine der beiden Superm&auml;chte die eigene Vernichtung unweigerlich nach sich gezogen h&auml;tte.<br>
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Diese Ausgangslage gibt es nach der Kapitulation der UdSSR nicht mehr, die Souver&auml;nit&auml;t der Staaten ist heute kein Hindernis f&uuml;r einen Krieg. Zum Teil war dies zwar schon immer so: Wenn ein Konflikt mit der UdSSR nicht zu bef&uuml;rchten war, wurde das V&ouml;lkerrecht schon immer missachtet, wie die Politik der USA in ihrem Hinterhof deutlich belegt. Aber mit dem Verschwinden der UdSSR als Gegenpart zu den USA ist der Kapitalismus in eine neue Epoche eingetreten. Die imperialistischen Staaten sehen sich nicht mehr gen&ouml;tigt, sich irgendeine Selbstbeschr&auml;nkung auferlegen zu m&uuml;ssen.<br>

Wichtig war gro&szlig;en Teilen dieser Opposition auch, da&szlig; die BRD-Regierung ohne Zustimmung der UNO Krieg f&uuml;hrte. Diesen Sachverhalt kann man agitatorisch vielleicht benutzen, jedoch mu&szlig; eines sehr deutlich gemacht werden: Die notwendige Akzeptanz hat die UN nie besessen.  Sie war nie eine Weltregierung, ausgestattet mit den notwendigen Machtmitteln, um "Recht und Ordnung" durchzusetzen. Zwar sollte sie dem V&ouml;lkerrecht Geltung verschaffen, dies jedoch war nicht Ausdruck des gemeinsamen Willens der "wichtgstens" Staaten der Welt, eine, ihrer Meinung nach, bessere Welt schaffen. Sondern s.o.<br>

Ansonsten war man verbl&uuml;fft &uuml;ber die Tatsache, dass die regierenden Antifaschisten und Antinationalisten von SPD und Gr&uuml;nen alle liebgewonnenen - und schon immer problematischen - Argumente gegen Kriege nun als Begr&uuml;ndung f&uuml;r ihren Annexionskrieg auf dem Balkan verwendeten.
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Da&szlig; darin eine sp&auml;te Rechtfertigung der Anti-Hitler-Koalition aufscheint, interessiert hier nur am Rande. Die deutsche Regierung &uuml;bernimmt die F&uuml;h-rung des Antifaschismus - auch im "Kampf" gegen den Haider -, entschuldigt sich wegen der Ermordung der europ&auml;ischen Juden und beteuert: Man will einen deutschen Sonderweg vermeiden. Die Nationalkonservativen sind dar&uuml;ber besorgt;  aber Antifa-schismus als deutsche Staatsdoktrin ist nichts anderes als Totalitarismus. Die DDR war mindestens so schlimm, wie die Herrschaft der Nazis, die das edle deutsche Volk verf&uuml;hrt haben.
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Gewisse Linke stutzen nicht &uuml;ber diese verkehrte Welt. Inzwischen finden sie sogar Gefallen daran, sich als Sch&uuml;tzer der Verfassung zu bet&auml;tigen. So klagen sie die Regierenden des Verfassungsbruches an. So organisieren sie internationale Tribunale zu den Kriegsverbrechen der NATO. Mit einem Wort: Sie fordern vom Staat, dass er seinen Job machen soll und die Verfassung gegen die Verfassungswirklichkeit zur Geltung bringt.<br>
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Das ist aber nie die Aufgabe des Staates, sondern eine, die diese Linken dem Staat sozusagen unterschieben.<br>

Die entsetzliche Stabilit&auml;t der Heimatfront signali-siert den Herrschenden: Wir k&ouml;nnen auf dem eingeschlagenen Weg der Neuordnung Europas getrost weitergehen. Das "Deutsche Volk" steht geschlossen hinter uns. Einige Querulanten gibt es zwar noch, diese sind jedoch keine Gefahr sondern nur ein Polizeiproblem.
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Hier ist eine Anmerkung n&ouml;tig.<br>

Oben stellten wir fest: 
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Den vielleicht wichtigsten Sieg haben die Herrschenden jedoch im eigenen Land erzielt.<br>

Wahrscheinlich ist diese Aussage dem eigenen Wunschdenken geschuldet: Ein Sieg setzt einen Niederlage; einen Sieger und einen Besiegten. Es mu&szlig; einen Kampf gegeben haben. Aber leider war ein nennenswerter Widerstand gegen den Krieg nicht erkennbar! Es gab diesen Kampf nicht! Aber nur ein &uuml;berwundener Widerstand berechtigt, von einem Sieg zu sprechen.<br>

Wahrscheinlich ist der Vormarsch und die Annexion auf dem Balkan, wie auch das deutsche Projekt Europa, Ausdruck eines gemeinsamen Wollens und Interesses der Deutschen, egal ob Unterdr&uuml;ckte und Ausgebeutete oder Unterdr&uuml;cker und Ausbeuter. Eben Ausdruck einer niemals &uuml;berwundenen Volksgemeinschaft. Marx bemerkte damals: Entweder ist das Proletariat revolution&auml;r, oder es ist nicht.
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Da die Situation eben noch nicht so weit ist, dass die Stimmung der Bev&ouml;lkerung kippt, werden die n&auml;chsten Jahre sehr, sehr schwer werden. Es ist nicht sicher, ob wir nicht nach dem Motto werden leben m&uuml;ssen "&ouml;fter als die Schuhe die L&auml;nder zu wechseln." Viel Hoffnung, dass uns die Flucht aus Deutschland erspart bleibt, ist nicht.
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Die wichtigste Aufgabe wird sein, den Hauptfeind ins Visier zu nehmen. Dieser ist nicht der Raubtierkapitalismus, wie der ehemalige Bundeskanzler die USA zu beschimpfen pflegt. Unser Hauptfeind ist auch nicht "geballte Finanzmacht der Wall Street". Er ist nicht "Der Yankee" und keineswegs "Der Jude".<br>

Der Hauptfeind ist der Deutsche und der sitzt in Berlin.
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Immer, wenn in Berlin monumentale Repr&auml;sentationsbauten gebaut wurden, hat Deutschland den n&auml;chsten Krieg geplant.
Immer, wenn in Kiel der Wirtschaftsstandort florierte, war die Zerst&ouml;rung nahe.

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<font size="+1">Frieden den H&uuml;tten! Krieg den Pal&auml;sten!</font><br>
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24. M&auml;rz 2000
<p align="right"><b>Initiative Kein Frieden mit der NATO</b><br>
c/o Schweffelstra&szlig;e 6, 24118 Kiel<br>
weitere Infos unter <a href="http://www.gaarden.net/no_nato/">http://www.gaarden.net/no_nato/</a>
</p>	</td>
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