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	<title>Kein FriedeN mit der NATO - Redebeitrag Avanti</title>
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<table border="0" width="80%" height="100%" align="center">
<tr>
	<td><h3>Redebeitrag von <a href="http://members.aol.com/undogmat/">Avanti-Projekt undogmatische Linke</a></h3></td>
</tr>
<tr>
	<td><b>Liebe Freundinnen und Freunde,</b><br>
	<br>
	<p>Der NATO-Angriff auf Jugoslawien ist ein illegaler Akt der

Aggression, eine klare Verletzung des Völkerrechts. Die

mörderischen Bombardierungen fordern täglich Opfer &#150; unter

den Soldaten ebenso wie unter der Zivilbevölkerung. Der Krieg

hat die Situation für die Kosovo-AlbanerInnen dramatisch

verschärft und die &quot;humanitäre Katastrophe&quot;, die

angeblich verhindert werden sollte, erst möglich gemacht.</p>



<p>Wir fordern die sofortige und bedingungslose Einstellung des

NATO-Angriffs! Schluß mit den Bomben und Raketen! Schluß mit

dem Morden! Es reicht!</p>



<p>Angeblich geht es der NATO um die Verteidigung der

Menschenrechte und um die Verhinderung eines Völkermords. Glaubt

ihnen kein Wort! Kriegführende Staaten waren noch nie um

Rechtfertigungen für ihr mörderisches Tun verlegen.</p>



<p>Die Doppelmoral der Herren Scharping und Fischer ist

unerträglich. Im Falle der Türkei &#150; um nur ein Beispiel zu

nennen &#150; hat es niemals eine Drohung oder auch nur

Einflußnahme der NATO gegeben, um die gewiß nicht minder

brutale Unterdrückung der kurdischen Bevölkerung zu beenden.

Dort sind tausende Dörfer zerstört worden und hunderttausende

zu Flüchtlingen geworden. Doch das NATO-Mitglied Türkei wird

sogar noch mit Waffen beliefert, um diesen schmutzigen Krieg

fortsetzen zu können. Strategische und wirtschaftliche

Interessen sind es, die die NATO leiten, das Gerede von

Humanität ist lediglich die Propaganda, um diese Tatsache zu

überdecken.</p>



<p>Eine Verhandlungslösung für den Kosovo ist nicht zuletzt

daran gescheitert, daß die NATO darauf bestanden hat, es

müßten ihre Truppen sein, die den Frieden im Kosovo

überwachen. Jetzt spielt sich der Brandstifter als Feuerwehrmann

auf, eine Rolle, für die die NATO keinerlei völkerrechtliche

und noch viel weniger eine moralische Legitimation hat.</p>



<p>In der Logik des Krieges liegt seine weitere Eskalation.

Militärisch gibt es zwischen der Einstellung der Angriffe auf

der einen Seite und der Entfesselung eines Landkrieges auf der

anderen Seite keine sinnvolle Alternative. Politisch können und

wollen die NATO-Staaten das Scheitern ihres Luftkrieg-Szenarios

nicht einräumen. Daher werden sie über kurz oder lang die

Invasion Jugoslawiens befehlen &#150; ungeachtet der mit Händen

zu greifenden Gefahr, damit den gesamten Balkan in einen

langdauernden, blutigen Krieg zu stürzen. </p>



<p>Auch um dies zu verhindern, muß den NATO-Kriegstreibern jetzt

schnell das Handwerk gelegt werden!</p>



<p>So eindeutig unsere Stellungnahme gegen die NATO-Aggression

auch ist. Mit dem aggressiven Nationalismus des Milosevic-Regimes

kann es für die Linke und die Friedensbewegung keinerlei

politische Gemeinsamkeiten geben. Die Politik der ethnischen

Vertreibung darf nicht verharmlost oder schöngeredet werden. Der

Feind unseres Feindes kann in diesem Fall nicht unser Freund

sein. Unsere Solidarität muß denjenigen gehören, die sich für

ein friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben der

Bevölkerungsgruppen einsetzen, die deutlich gegen jede

nationalistische Hetze auftreten, gleich ob sie von serbischer

oder albanischer Seite kommt. Die Spielräume für eine solche

Politik sind in Jugoslawien derzeit äußerst gering &#150; auch

dies ist eine fatale Folge der NATO-Aggression.</p>



<p>Zu einer Lösung am Verhandlungstisch gibt es keine

Alternative &#150; auch wenn dieser Weg schwierig und langwierig

sein mag. Das Argument, daß &quot;doch irgendetwas getan werden

müsse&quot;, wenn Verhandlungen versagen, scheint nur auf den

ersten Blick plausibel. Denn wenn dieses &quot;irgendetwas&quot;

eine unaufhaltsame militärische Eskalation bedeutet, verkehrt

sich der moralische Anspruch in eine mörderische

Verantwortungslosigkeit.</p>



<p>Die Bundesrepublik ist ein Hardliner in der Kriegskoalition.

Während in anderen NATO-Staaten die kritischen Stimmen zunehmen,

setzt die Bundesregierung allein auf die militärische Lösung.

Eine Kritik, die Deutschland lediglich am Rockzipfel der USA in

den Krieg stolpern sieht, geht deswegen fehl. Die Militarisierung

der deutschen Außenpolitik ist seit Jahren planmäßig

vorangetrieben worden. Scheibchenweise hat man sich von

Sanitätssoldaten über Blauhelme bis hin zu Kampfeinsätzen

vorgearbeitet. Nun bleibt als letzte Salamischeibe noch der

Einsatz der Bundeswehr am Boden übrig &#150; und das Messer ist

schon angesetzt.</p>



<p>Die Jugoslawienpolitik der BRD nach 1989 hat den ethnischen

Separatismus planmäßig gefördert und stets Öl ins Feuer

gegossen, anstatt zu löschen oder &#150; was wahrscheinlich das

Beste gewesen wäre &#150; sich einfach herauszuhalten.</p>



<p>Die anti-serbische Parteinahme, steht in der Kontinuität der

Politik des deutschen Imperialismus im 1. und 2. Weltkrieg. Nach

1941 bombardieren heute erneut deutsche Truppen Jugoslawien, die

Kinder und Enkel der Opfer der faschistischen Aggression werden

erneut zur Zielscheibe deutscher Waffen &#150; diesmal im Namen

der &quot;Humanität&quot;.</p>



<p>Das &#150; voraussehbare &#150; Flüchtlingselend wird jetzt

zur Munition für die Propaganda der Kriegsfortsetzung und

Kriegseskalation. Noch vor kurzem hat Deutschland Flüchtlinge in

den Kosovo abgeschoben. Jetzt redet man Völkermord, der bereits

lange geplant sei. Eine zynische Doppelzüngigkeit, die Berufung

auf die Menschenrechte ein weiteres Mal als Propaganda entlarvt.</p>



<p>Geht es tatsächlich um die Flüchtlinge, kann es jetzt nur

heißen: Die Grenzen auf! Stattdessen wir ein kleinen Bruchteil

der Kriegkosten für Alibi-Hilfsmaßnahmen aufgewendet, die zudem

verhindern sollen, daß die Flüchtlinge sich auf den Weg nach

Deutschland machen.</p>



<p>Ein kurzes Wort zu der gestrigen Erklärung des

Bundesvorstandes der GRÜNEN. Sie hatten von der Bundesregierung

eine diplomatische Initiative verlangt, um Milosevic ein neues

Angebot zu unterbreiten. Der einzige Unterschied zur bisherigen

NATO-Position besteht darin, daß die selben NATO-Soldaten die im

Kosovo stationiert werden sollten, mit einem UN-Mandat

ausgestattet würden. Ansonsten erwarten auch die GRÜNEN von

Jugoslawien quasi die Kapitulation. Sie fordern &#150; in Person

von Angelika Beer &#150; gar die Fortsetzung der Bombardements.

Und sie redeten zwar &#150; zu Recht &#150; über die Situation

der Flüchtlinge, verloren aber über die Opfer der NATO-Bomben

nicht ein einziges Wort. Die Initiative bleibt so ein Bluff zur

Beruhigung der eigenen Mitglieder &#150; mit Einsatz für den

Frieden hat dies nichts zu tun.</p>



<p>In dieser Situation kommt den Mitgliedern und FunktionärInnen

von SPD und GRÜNEN besondere Verantwortung zu, die sich im

Gegensatz zu ihren Führungen gegen den NATO-Angriffskrieg

wenden. Wir begrüßen ausdrücklich diejenigen Grünen und

SozialdemokratInnen, die heute hier sind. Ihr steht in der

Verantwortung, in Euren Organisationen die Kriegstreiber

zurückzudrängen. Die Parteidisziplin ist in Fragen von Krieg

und Frieden ein falscher Ratgeber. Wir bieten Euch für Eure

schwierigen Auseinandersetzungen unsere Unterstützung und unsere

Solidarität.</p>



<p>Insgesamt geht es jetzt darum, eine breite

Anti-Kriegs-Bewegung zu formieren. Alle, die sich für einen

sofortigen und bedingungslosen Stopp der NATO-Angriffe einsetzen,

müssen jetzt zusammenarbeiten. Für kleinliche Zwistigkeiten und

Haarspaltereien ist es die falsche Zeit. Laßt uns offen streiten

über Einschätzungen und den einzuschlagenden Weg, aber laßt

uns dann gemeinsam handeln, um diesen Krieg zu stoppen!</p>



<p>Der Widerstand muß jetzt in die Organisationen und der

Widerstand muß auf die Straße! Dafür ist diese Demonstration

ein wichtiger Schritt. Es geht aber darum, auch langfristig einen

anti-militaristischen Widerstand wieder aufzubauen. Denn Serbien

wird nicht der letzte unbotmäßige Staat gewesen sein, den

deutsches und NATO Militär meinen, in die Schranken weisen zu

müssen. Wer soll den erneuten Marsch der Gesellschaft in den

Militarismus aufhalten, wenn nicht wir alle gemeinsam?</p>



<p>Unsere erste Forderung ist klar: Die NATO-Aggression muß

sofort beendet werden. Die Angriffe der NATO sind illegal,

verantwortungslos und verbrecherisch. Schluß damit!</p>



<p>AVANTI &#150; Projekt undogmatische Linke</p>



<p>Kiel, 3. April 1999</p>
	</td>
</tr>

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