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	<title>Kein FriedeN mit der NATO - Zur Vorgeschichte des neuen Deutschland ...</title>
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	<td><b><i>Veranstaltungstext I. - 6.10.'99</i></b>
<h2>Zur Vorgeschichte des neuen Deutschland und des marginalen antimilitaristischen Widerstandes</h2>


Es ist augenf&auml;llig, dass in der Vorbereitung des ersten wie auch des zweiten Weltkrieges die Parole vom Selbstbestimmungsrecht der V&ouml;lker in h&ouml;chste Bl&uuml;te gelangte. Das Zentrum mit dem militantesten Gebl&ouml;ke f&uuml;r das Selbstbestimmungsrecht der V&ouml;lker war in beiden F&auml;llen Deutschland.<br>
Im ersten Weltkrieg zielte die Mobilisierung v&ouml;lkischer Kampfparolen auf den Rand des deutschen Einflussbereichs, der unter der Kontrolle der kapitalistischen Konkurenz in Europa stand. &Uuml;berall in S&uuml;dosteuropa wurden v&ouml;lkisch-nationalistische Strukturen kontaktiert, um sie zu unterst&uuml;tzen und mit ihrer Hilfe die Regionen zu destabilisieren. Das Selbstbestimmungsrecht war eine der zentralen Waffen f&uuml;r deutsche Propaganda und Geheimdiplomatie, mittels "Low Intensity Warfare", wie es heute von Milit&auml;rstrategen genannt wird, die ins imperialistische Auge gefassten Gebiete sturmreif zu machen.<br>
Parallel zur rasselnden Propaganda wurde jeder Region von den &ouml;konomischen und milit&auml;rischen Planungsst&auml;ben der deutschen Kriegsmaschine ein festgelegter Platz in der vom deutschen Reich zentral organisierten Ausbeutungshierarchie zugewiesen. D.h., dass f&uuml;r jedes sich perspektivisch selbstbestimmende Volk schon im vorraus der Grad der Verelendung festgelegt war, wenn es denn erst frei war.<br>
Die Sozialdemokratie, voe dem ersten Weltkrieg sowas &auml;hnliches wie die Friedensbewegung der 80iger und beginnenden 90iger Jahre, lie&szlig; sich mit der billigen Parole vom "Kampf gegen den Hort der Reaktion Russland" bereitwillig in die Kriegsmaschine einspannen. Machtvoll, wie sie war, rang die Sozialdemokratie ihren Herren das Versprechen ab, keinen Angriffskrieg zu f&uuml;hren. Dieses Versprechen wurde bis zur letzten von einem deutschen Soldaten abgefeuerten Patrone eingehalten. In Frankreich sollte nur der Teil befreit werden, der Deutschland rechtm&auml;&szlig;ig zustand, Belgien hatte sich geweigert, mittels Durchmarscherlaubnis die deutschen Befreiungskriege zu unterst&uuml;tzten, Russland unterdr&uuml;ckte alles und jeden, insbesondere aber freiheitsliebende V&ouml;lker, und England, das war das Land des finsteren Kapitalismus, das ohne jeglichen Idealismus sein Imperium um des schn&ouml;den Profites wegen aufgebaut hatte.<br> 
Die Befreiungskriege (am deutschen Wesen soll die Welt genesen) gingen praktisch &uuml;bergangslos in einen Verteidigungskampf f&uuml;r das Selbstbestimmungsrecht des deutschen Volkes &uuml;ber, so das von irgendeiner Form von Agression keine Rede sein kann. Der Dolchsto&szlig; von hinten beendete dann die ehrenvolle Mission des deutschen Mannes. So war das damals im ersten Weltkrieg, wenn Mensch den Memoirenschreibern des deutschen Herrschaftsapparates Glauben schenken mag. <br>
Ironischerweise war der Vorwand f&uuml;r die Ausl&ouml;sung des ersten industriellen Massenschlachtens der Weltgeschichte das Attentat eines serbischen Volksbefreiers auf den &ouml;stereichischen Thronfolger. Die serbische Abart des Nationalismus ist, wie alle zivilisierten Deutschen seit hundert Jahren wissen, allerdings eine barbarische, die mit allen Mitteln bek&auml;mpft geh&ouml;rt.<br>
Schon die Entstehungsgeschichte des ersten Weltkrieges kann als Beleg f&uuml;r folgende, unseres Erachtens nach auch heute noch g&uuml;ltige These genommen werden: Der v&ouml;lkische Rassismus ist in der deutschen Bev&ouml;lkerung so tief verankert, das er, gepaart mit missionarischem Auftrag, in Krisenzeiten in der Lage ist, jeglichen Klassenkonflikt zu &uuml;berdecken und aus der Gesellschaft einen bis ins unterste Glied funktionalisierbaren Block zu formen. Wenn der deutsche Imperialismus moralisch daherkommt und Erfolge vorweisen kann, h&ouml;rt der Klassenkonflikt im inneren auf, ausgetragen zu werden.<br>
Ein umfassendes Instrumentarium zur Erfassung der Stimmungen innerhalb der verschiedenen Bev&ouml;lkerungssegmente hat schon im ersten Weltkrieg dazu beigetragen, Risse in der formierten Gesellschaft rechtzeitig zu erkennen und f&uuml;r geistige Ersatzbefriedigung in Form von Propaganda zu sorgen. Den Gewerkschaften als in den Augen der Volksgemeinschaftler gef&auml;hrlichster Teil der Gesellschaft wurde sogar das Zugest&auml;ndnis gemacht, an der Organisierung der Auspl&uuml;nderung ihrer eigenen Mitglieder mitzuwirken, um sie bei der Stange zu halten. Auf die Dankbarkeit des Gewerkschaftsapprates f&uuml;r diesen historischen Kompromiss kann sich die politische F&uuml;hrung Deutschlands bis heute bruchlos verlassen.
Die aus patriarchaler Arroganz heraus organisierte deutsche Kriegsmaschine mu&szlig;te sich ab der Mitte des Krieges mit einer Entwicklung auseinandersetzen, die zwar absehbar, mit m&auml;nnerb&uuml;ndischer Organisierung allerdings nicht angreifbar war. Die KathastrophenverwalterInnen der Folgen des Krieges machten mobil. Die Organisierung der kleinsten Einheit der Gesellschaftshierachie, der Familie, war unter den Bedingungen der immer tiefere L&ouml;cher reissenden Kriegswirtschaft nicht mehr aufrechtzuerhalten. Mit Protesten und Lebensmittelbeschlagnahmungen (Pl&uuml;nderungen) waren die Frauen die ersten, die den monolithischen Block der formierten Gesellschaft durchbrachen und den Kriegseifer von unten untergruben. Revoltierende Frauen waren der Faktor, der die M&auml;nner der Arbeiterklasse dazu zwang, &uuml;ber ihre Kriecherei nachzudenken und die Kriegsfront zu verlassen.
Dieser Zusammenhang bei der Zersetzung der inneren Kriegsfront ist einer der Ursachen f&uuml;r die geradezu religi&ouml;se moralische &Uuml;berh&ouml;hung des Frauenbildes im NS-Faschismus. Das "andere Geschlecht" mu&szlig;te mit dem einzigen verbleibenden Mittel m&auml;nnerb&uuml;ndischer Organisierung an die patriarschale Vernichtungslogik angebunden werden, der religi&ouml;sen Propaganda.<br><br>


Trotz der wachsenden Zersetzung der Kriegsf&auml;higkeit von unten haben alle zentralen Organisationen der formierten Gesellschaft bis zum bitteren Ende gehalten. Wobei mit dem bitteren Ende nicht die materiell unabwendbare und als positiv zu bewertende Niederlage des deutschen Imperialismus gemeint ist, sondern das Scheitern des Versuchs, die Organisatoren des Raubkrieges aus ihren gesellschaftlichen Machtpositionen zu entfernen. Die SPD hat 1918 ihre Bew&auml;hrungsprobe als letzte R&uuml;ckzugslinie der Konterrevolution bestanden. Seitdem ist das sozialdemokratische Element aus der deutschen Politik nicht mehr wegzudenken, und sei es nur in  der extrem verzerrten Form der Deutschen Arbeitsfront (DAF), wie es die Nazis praktizierten.<br>
Nach einer mehr oder minder kurzen Phase der Reorganisierung (1924-25), die von terroristischen v&ouml;lkischen Paramilit&auml;rs nach links abgesichert wurde, sa&szlig;en alle Kr&auml;fte, die den Massenmord organisiert hatten, wieder fest an den Hebeln der Macht. Die einzige oppositionelle Struktur mit Massencharakter, die KPD, stand unter dem permanenten Druck des "demokratischen Blocks", der von den Sozialdemokraten bis zu den Faschisten reichte. Zus&auml;tzlich stand die KPD &uuml;ber die KomIntern unter dem zunehmend ins nationalistische abgleitenden Druck des stalinistischen Industriealisierungsterrors. Die KPD hat sich dieser Zange nicht entzogen. Ihr Kampf gegen Versailles als imperialistischer Angriff auf die berechtigten Interessen des deutschen Volkes lie&szlig; das nationalistische Kraut innerhalb der revolution&auml;ren Linken ungehindert wachsen. Die Integration nationalistischer Argumentationsmuster in die linke Propaganda hatte konsequenter Weise die v&ouml;llige Untersch&auml;tzung des v&ouml;lkischen Rassismus der NS-Faschisten zur Folge. Bis hin zur Macht&uuml;bergabe wurden Einsch&auml;tzungen mitvertreten, die Hitlers Apparat ein halbes Jahr gaben, bis die deutsche Arbeiterklasse mit dem Spuk aufger&auml;umt habe. Die Konterrevolution war in Form des v&ouml;lkischen Nationalismus schon integraler Bestandteil der KPD.<br><br>

Auch in der Vorbereitung des Zweiten Weltkrieges war der v&ouml;lkische Nationalismus zentrales Instrument zur Organisierung der Kriegsbereitschaft. Durch die Verbindung von Antisemitismus und patriachaler Vernichtungslogik wurde der B&uuml;rgerkrieg von Oben in einen Rassekrieg verwandelt, dem das deutsche Volk innen- wie aussenpolitisch zu widerstehen habe. Dem  gegen&uuml;ber hatten die Organisationen der deutschen Arbeiterklasse nichts als ihre totale Niederlage entgegenzusetzen. Ihre Mitglieder endeten im Exil, in marginalisierten Untergrundgruppen, in Konzentrationslagern oder in der deutsche Volksgemeinschaft.
Auch f&uuml;r 1933 gilt, was schon 1914 Grundlage f&uuml;r die Entscheidung war, die Fesseln des deutschen Imperialismus mit brachialer Gewalt zu zerschlagen. Sowohl die SPD als auch die Gewerkschaften signalisierten bei jedem Testballon, den die reaktion&auml;ren Eliten steigen lie&szlig;en, ihre absolute Zuverl&auml;ssigkeit bei der Verhinderung von massenhaftem Widerstand.<br>
Als entscheidendes Signal zur Macht&uuml;bergabe an die Faschisten kann die Reaktion des Parteivorstandes der SPD auf den Putsch der Reichswehr gegen die gew&auml;hlte SPD-KPD-Koalitionsregierung in Sachsen gewertet werden. Der SPD-Vorstand forderte dazu auf, Ruhe zu bewahren und alle Kraft auf die n&auml;chsten Reichstagswahlen zu konzentrieren. Damit war jeder Idee zum Generalstreik und zum bewaffneten Widerstand der Weg zur Massenwirksamkeit verbaut. Die Vorbereitungen auf den n&auml;chsten Anlauf konnten jetzt mit Hochgeschwindigkeit umgesetzt werden.<br>
Das NS-Regime hat danach mit geschichtsloser Konsequenz und Skrupellosigkeit den v&ouml;lkischen Rassismus f&uuml;r die Zwecke des deutschen Imperialismus instrumentalisiert. Ganz Europa unterlag dem Programm der Zurichtung auf eine zentral von und f&uuml;r die deutsche Maschine funktionierenden Gro&szlig;raumwirtschaft. Mit der Axt haben die Faschisten auf alle gesellschaftlichen Strukturen eingeschlagen, um sie von technologischen ReiSSbrett aus neu zu organisieren. Der deutsche Herrenmensch durfte all seinen Vernichtungs- und Zurichtungsphantasien freien Lauf lassen. Der faschistische und milit&auml;rische Gewaltapparat hatte die Aufgabe, jeden Widerstand gegen die Planvorgaben zu brechen. 
Das ist der materielle Hintergrund f&uuml;r einen der wichtigsten S&auml;tze, die je &uuml;ber deutsche Gesellschaftlichkeit gesagt wurden: Deutschland denken, hei&szlig;t Auschwitz denken!
Kein noch so pomp&ouml;ser Betonklotz kann diese historische Erkenntnis aus der Welt schaffen. Und wenn die Schweine sich noch so viele &uuml;bergelaufene Linke in ihren politischen Apparat holen, um Scheisse f&uuml;r Gold zu verkaufen, die im Hintergrund der Fassade des Projektes Deutschland wirkenden Technokraten lassen sich nicht verbergen. Selbst so treuselige Vertreter eines sich demokratisierenden Deutschland wie Ignatz Bubis es war, mu&szlig;ten an der Realit&auml;t in Deutschland zerbrechen. Die republikanische Idee des b&uuml;rgerlichen Idealismus zerbricht chancenlos an der Barbarei des v&ouml;lkischen Rassismus in Deutschland.
<br><br>
44 Jahre haben die Technokraten des deutschen Imperialismus sich in Geduld ge&uuml;bt. 1945 war die deutsche HerrenraSSe komplett abh&auml;ngig von den Siegerm&auml;chten. Die ma&szlig;geblichen Entscheidungen &uuml;ber die Zukunft des Projektes Deutschland wurden in den Auseinandersetzungen der kapitalistischen Siegerm&auml;chte mit der Sowjetunion und in der US-Innenpolitik getroffen.<br>
Dort aber, in den USA, gerieten die durch die moralische Kriegsf&uuml;hrung (gegen die faschistische Barbarei) in f&uuml;hrende Positionen gelangten Linken immer mehr in die Defensive. Lucius D. Clay, oberster amerikanischer Besatzungsoffizier und Vertreter derjenigen US-Konzergigantenund Banken, die mit den Nazis auch w&auml;hrend des Krieges gl&auml;nzende Gesch&auml;fte gemacht hatten, setzten sich letztendlich durch. Der Antikommunismus wurde zur zentralen Maxime f&uuml;r die Entscheidungen &uuml;ber die zuk&uuml;nftige Gestaltung Deutschlands. Unter Wahrung der Fassade Entnazifizierung konnte das R&uuml;ckgrat der deutschen Vernichtungsmaschine, unter anderem die IG-Farben, an die Restrukturierung ihrer Produktion gehen. Der Wiederaufbau des "Bollwerks gegen den Kommunismus" Deutschland konnte beginnen. <br>
Der Preis, den der deutsche Imperialismus bezahlen mu&szlig;te, war die territoriale Abtrennung der Gebiete des sowjetischen Einflussbereiches und die Anerkennung der US-amerikanischen Hegemonie &uuml;ber die Weltwirtschaft. Ein zentrales Moment dieser Unterordnung war das Verbot zur Produktion bestimmter, f&uuml;r klassisch imperialistische Politik unerl&auml;&szlig;licher Waffensysteme wie Raketentechnik, Atomwaffen, schwerer Schiffseinheiten.<br>
Im Rahmen dieser Beschr&auml;nkungen konnten sich die Organisatoren der faschistischen Vernichtungsmaschine in ihren alten Sesseln breit machen und Deutschland in der etwas zivileren Variante der kapitalistischen Agression, im Export von Industrieg&uuml;tern zum Weltmeister machen.<br>
Die Vermittlung solch bruchloser &Uuml;berg&auml;nge von Massenm&ouml;rdern in die alten Herrschaftspositionen schafft erhebliche politische und psychologische Probleme. Daher wurde &uuml;ber den deutschen Menschen (halb zog es ihn, halb fiel er hin) der kollektive "Black Out" verh&auml;ngt. Keiner und Keine hatte von irgendetwas gewusst, geschweige denn bei irgendetwas mitgemacht, und sei es nur  ein Heimspiel der Fu&szlig;ballkreisliga. Das einzige, an was "mensch" sich erinnern konnte, war, dass Millionen Deutsche aus ihrer Heimat vertrieben wurden und die Russen Kriegsgefangene hatten, die es galt zu befreien.<br>
Da eine Demokratie (was ist das?), die die Deutschen jetzt machen sollten, Parteien braucht, wurden diese auch geschaffen. Die CDU mit ihrem Oberguru Konrad Adenauer, der als Vertreter der rheinisch-frankophilen Fraktion (die ewigen Verlierer in der Strategiediskussion des Kapitals) eine gewisse Distanz zum NS-Faschismus repr&auml;sentierte. Die FDP, die unter dem Stichwort des Liberalismus den technokratischen Mittelbau des NS-Faschismus sammelte. Die SPD, die als einzige ihre Tradition des organisierten Kniefalls vor dem Kapital bruchlos fortsetzen durfte und konnte, die KPD als Fremdk&ouml;rper in Deutschland, deren &Uuml;berlebende von der Todesmaschine der Nazis nicht restlos erfasst und vernichtet werden konnten. Als Sammelbecken f&uuml;r militante AntifaschistInnen taugten die Parteien aus verschiedenen Gr&uuml;nden allesamt nicht sehr viel. <br>
Das b&uuml;rgerliche Lager hatte sich bereitwillig dem faschistischen Programm untergeordnet, sie waren die Organisatoren des kollektiven Blackouts. Die SPD hatte die Arbeiterklasse so lange in Sicherheit gewogen und an der Organisierung von Widerstand gehindert, bis nichts als die totale Kapitulation mehr &uuml;brig blieb, um dann ihre F&uuml;hrungskader ins Exil zu retten und die "Parteisoldaten" ihrem Schicksal zu &uuml;berlassen. Die KPD, blind gegen&uuml;ber der gesellschaftsformierten Gewalt des v&ouml;lkischen Rassismus, war kompromitiert durch die Unterwerfung unter die sowjetische Aussenpolitik, deren unr&uuml;hmliche Politik im spanischen B&uuml;rgerkrieg, die Rechtfertigung des Hitler-Stalin-Paktes und der terroritischen S&auml;uberungswellen in der Kommunistischen Bewegung.<br>
Bis auf die KPD, deren politisches Selbstverst&auml;ndnis es war, sahen sich unmittlebar nach Kriegsende alle Parteien der deutschen Volksgemeinschaft gen&ouml;tigt, vorl&auml;ufig auf Klassenkampf zu machen, die Sozialisierung der Grundstoffindustrien zu fordern.
1949, vier Jahre nach der bedingungslosen Kapitulation, war Schluss mit dem Lehren ziehen aus dem Faschismus. Deutschland minus "Die Zone" war wieder teilsouver&auml;ner Staat, der zum Wohle seiner B&uuml;rger alles dransetzen mu&szlig;te, die volle staatliche Souver&auml;nit&auml;t wiederzuerlangen. Dies stellte sich alerdings als ein &auml;u&szlig;erst langwieriges Unterfangen heraus, wie wir heute wissen. Als erstes musste die Wirtschaft wieder ins Laufen gebracht werden. Die W&auml;hrungsreform enteignete die Nichtproduktionsmittelbesitzende Bev&ouml;lkerung und der Marshal-Plan sorgte f&uuml;r umfangreiche Modernisierungen des Produktionsapparates und gute Beziehungen zum US-Kapital.
 Unter der Maxime: Ein Staat ohne Armee ist keine Staat, ging es danach an die Remilitarisierung des Bundesrepublik.<br><br>

Da die KPD trotz ihrer politischen Ausgrenzung in der Lage war, bei Kampagnen gegen die Remilitarisierung Mehrheiten in der Bev&ouml;lkerung gegen den Apparat zu organisieren, wurde sie als st&auml;ndiger Gefahrenherd kriminalisiert. Die Generalprobe des neuen deutschen Polizeistaates gelang, wer konnte bei den Vorkenntnissen daran zweifeln, und die KPD wurde verboten. Als Feigenblatt wurde die DRP (Deutsche Reichspartei) mit &uuml;ber den L&ouml;ffel barbiert. Kein Verlust f&uuml;r die Eliten, in ihr waren eh nur dumme Nazis ohne jegliches taktische Geschick organisiert. Der Weg f&uuml;r die Gr&uuml;ndung der Bundeswehr war frei und 1956 wurden die ersten Freiwilligen zum "Kommunisten killen" ausgebildet.<br>
Erster Verteidigungsminister wird Franz-Josef StrauSS, der sich in der Folge zur Galeonsfigur der militanten Reaktion entwickelt. Gleichzeitig aber war Franz-Josef Strauss einer der besten (wahrscheinlich nie bezahlten) Undercoveragenten der Linken. In seiner unbelehrbar offenen Art zerrte er Strukturen in das Rampenlicht der &Ouml;ffentlichkeit, denen findige Journalisten jahrelang vergeblich hinterherrecherchierten. <br>
Einige Beispiele: StrauSS praktizierte bei der Aufr&uuml;stung der Bundeswehr mit Waffensystemen eine Variante, die unterhalb der Ebene eines Staatsbediensteten vom "Volksmund" Beschaffungskriminalit&auml;t genannt w&uuml;rde. Er orderte f&uuml;r die Luftwaffe Maschinen, bei denen mit hundertprozentiger Garantie eine pro Monat abgeschmiert ist. StrauSS war somit Organisator eines amerikanischen Konjunkturprogramms mit best&auml;ndiger Auftragslage. Vorausschauend wie er war, bestellte er bei Lockheed eine "Starfighter" Variante, die, Verbot hin oder her, mit einer Haltevorrichtung f&uuml;r Atombomben ausgestattet war. Als ein "aufrechter Deutscher", der notorische Antisemit, Spiegelherausgeber und FDP-Mitglied Rudolf Augstein (da war doch was?) auf die nachteiligen Folgen der strauSSchen Einkaufspolitik f&uuml;r die deutsche Verteidigungsbereitschaft hinwies, blies StrauSS zum Machtkampf. Er schmi&szlig; den ganzen Apparat an, auf den er Einflu&szlig; hatte, um Augstein zu jagen, zu verhaften und wegen Landesverrat hinter Gitter zu bringen. Er hatte dabei nicht mit der St&auml;rke der hinter Augstein stehenden Kr&auml;fte gerechnet. Der Putschistenfl&uuml;gel um StrauSS wurde in seine Schranken gewiesen, Augstein als Bollwerk der Demokratie abgefeiert. StrauSS selber wurde als Verteidigungsminister entlassen. Als nicht unerw&uuml;nschtes Nebenprodukt dieses Innenpolitischen Machkampfes wurde dem US-Kapital die Begrenzheit seines Einflusses in Deutschland vor Augen gehalten. <br>
Ein StrauSS als ungekr&ouml;hnter K&ouml;nig der Ordnungszelle Bayern war allerdings nur bei Strafe eines B&uuml;rgerkrieges zu entmachten. Ihm wurde ein neues Aufgabengebiet zugewiesen, er wurde Atomminister, der den Aufbau der "zivilen Nutzung der Kernenergie" zu organisieren und st&auml;ndig die Forderung nach der "deutschen Bombe" in die &Ouml;ffentlichkeit zu bringen hatte. <br>
Die sozialliberale Epoche war die Zeit des Kr&auml;ftesammels f&uuml;r die Putschisten. Erst nachdem Helmut Schmidt mit seiner "Stammheim-Totsicher"-Politik zur Bek&auml;mpfung einer 50 M&auml;nner und Frauen starken Guerilla (RAF) den Staatsnotstand organisierte, kam Bewegung in die Karriere StrauSS. Das Notstandsregime Schmidt h&auml;ngte &uuml;ber das Thema "bewaffneter Widerstand" eine kriminaltechnische Glocke, die "den Sympatisantensumpf" austrocken genannt wurde. Im Rahmen der sogenannten Mescalero-Aff&auml;re wurde dem gesammten h&ouml;heren Bildungspersonal eine Ergebenheitsadresse abgen&ouml;tigt. Jede und jeder im Bildungswesen, die der staatlichen Zwangsinterpretation des Themas bewaffneter Kampf widersprachen, wurde entfernt. <br>
Keine Aktion, weder vorher noch nacher, hat die Verh&auml;ltnisse der BRD so von unterst zu oberst gekehrt, wie die Entf&uuml;hung des "SS-Adligen" und Arbeitgeberpr&auml;sidenten Hans-Martin Schleyer. <br>
Als Ergebnis der Folgen des "Deutschen Herbstes" bot die herrschende Klasse in Deutschland zwei k&uuml;nftige Regierungsvarianten an: Einmal die k&uuml;hl-technokratische Polizeistaatsvariante des Schmidt-Regimes und als Alternative die Regentschaft des deutschen Mobs und der Putschistenfraktion, repr&auml;sentiert durch den Kanzlerkanditaten der CDU, der den Kampf gegen "Ratten und Schmei&szlig;fliegen" verk&uuml;ndete, Franz-Josef StrauSS. Nur die massive Intervention der radikalen Linken in den Wahlkampf hat die Macht&uuml;bernahme der Putschistenfrakton verhindert.<br>
 Bezeichnend an dieser Wahl war nicht so sehr die St&auml;rke der Reakton, sondern  die eklatante Schw&auml;che des Linksliberalismus, der einen Wehrmachtsoffizier braucht, um einen Nazi zu verhindern! Die von der Macht der Putschisten befreite CDU &uuml;bernahm drei Jahre sp&auml;ter einen funktionierenden Staatsapparat, um die geistig-moralische Wende und die Durchdringung Europas zu organisieren.<br>
Die Aera Kohl war die Zeit der Vorarbeit f&uuml;r den neuerlichen Ritt nah Osten, wie wir heute nachbetrachtend feststellen k&ouml;nnen. In den sechs Jahren bis zur Stunde Null des neuen deutschen Imperialismus, dem Mauerfall, wurden systematisch die Grundlagen f&uuml;r eine agressive Aussen- und Innenpolitik gelegt, ohne sie offen zum Ausbruch kommen zu lassen. Eines der Highlights war, als Ronald Reagan, dessen Regime gerade mit der Beseitigung jeglicher revolution&auml;rer Anwandlung im Hinterhof der USA, Lateinamerika, relativ fertig war, sich 1985 an die Berliner Mauer stellte. Er prophezeite der Sowjetunion den sicheren Untergang, lie&szlig; allerdings als Alternativen das leise Winseln oder den gro&szlig;en Knall, um danach mit Kohl nach Bitburg zu fahren und auf den Gr&auml;bern von SS-Soldaten Kr&auml;nze abzuwerfen.<br>
Wenn das keine deutliche Signalsprache ist! Stehenden Fu&szlig;es folgte darauf in der Sowjetunion die Aera Gorbatschow, der dazu auserkoren war, die &Uuml;bergabeverhandlungen zu leiten. W&auml;hrendessen brach in der BRD der sogenannte Historikerstreit aus, die Kampfansage der reaktion&auml;ren Historikergilde an dass durch den Sozialliberalismus gepr&auml;gte, sehr distanzierte Bild &uuml;ber den Nationalsozialismus. Dem NS-Regime wurde positiv unterstellt, nur ein Reflex auf die sehr viel urspr&uuml;glichere Terrormaschine des Stalinismus zu sein. Der Vernichtungskrieg der Nazs sollte in einen pr&auml;ventiven Verteidigungskrieg umgelogen werden. Der reaktion&auml;ren Historikergilde fehlte allerdings eine entscheidende Voraussetzung, um in dieser Kontroverse als die Gewinner vom Platz zu gehen. Die Machtstrukturen des Warschuer Paktes waren noch nicht zerbrochen, die Grundlage f&uuml;r einen grassierenden deutschen Imperialismus war und ist aber seit &uuml;ber hundert Jahren die mehr oder minder ungehinderte Expansionsm&ouml;glichkeit in die S&uuml;dosteurop&auml;ischen Gefilde. Nur dort sind die Recourcen an Mensch und Material zusammenzurauben, die zur Ausstattung einer konkurrenzf&auml;higen Milit&auml;rmaschine notwendig sind (Volk ohne Raum).<br>
Erst seit 1989 sind die Vorausstetzungen f&uuml;r einen neuen Anlauf geschaffen. Seitdem registrieren wir mehr oder weniger wehrlos, wie die Grundlagen f&uuml;r eine interventionsf&auml;hige Milit&auml;rmaschine des deutschen Imperialismus geschaffen werden. Auf allen gesellschaftlichen Feldern stellt sich dass, was mal die Linke genannt wurde, als  unbeteiligte ZuschauerIn dar. Das die radikaleren Teile der Linken allerdings nicht mal in der Lage sind, sich vom ehemaligen reformistischen Fl&uuml;gel zu trennen, dessen Protagonisten nichts besseres zu tun haben als in vorauseilendem Gehorsam effektivere Methoden zur imperialistischen Durchdringung zu entwickeln, ist ein Armutszeugnis ersten Ranges. Die Geschichte Deutschlands stellt Material in H&uuml;lle und F&uuml;lle zur Verf&uuml;gung, um sich &uuml;ber das Verhalten der b&uuml;rgerlichen Linken in Krisenzeiten ein Bild zu machen.  Sie wechseln bis auf Einzelpersonen allesamt die Seiten.<br>
IMMER.<br>



<h2>Die Linke in Deutschland.</h2>

Jeder Versuch &uuml;ber die postfaschistische Linke mu&szlig; mit einem Faktor beginnen, der 12 Jahre ihre Existenzbedingung war: Das Konzentrationslager. Ihre widerst&auml;ndige Organisationsgeschichte ist an diesem historischen Ort ausgel&ouml;scht worden. Es gibt im Nachkriegsdeutschland keine Organisationsgeschichte der Linken, nur eine Bewegungsgeschichte, in der linke Kr&auml;fte eine oft entscheidende Rolle gespielt haben.<br>
Wenn wir die unmittelbar mach Kriegsende einsetzende "Einheitsfront und Sozialisierungsdebatte" aus den Reihen der "alten" Arbeiterorganisationen mal weglassen, zumal sie im B&uuml;ndnis von rechtem Funktion&auml;rskader der Sozialdemokratie und Besatzungsm&auml;chten relativ schnell technokratisch abgew&uuml;rgt wurde, ist die erste bemerkenswerte Bewegung die sogenannte Ohne-Uns-Bewegung, die sich gegen die Remilitarisierung der BRD wandte. Gest&uuml;tzt auf den organisatorischen Apparat der KPD war diese Bewegung in der Lage, Meinungsmehrheiten gegen die Remilitarisierung zu schaffen. Sie wurde mit einer gnadenlosen Kriminalisierungswelle unterdr&uuml;ckt und abgew&uuml;rgt. Die KPD als organisatorischer Kern wurde verboten, Kontakte mit dem sowjetisch kontrollierten Teil Deutschlands mit Knast belegt. Danach konnten die Technokraten der formierten Gesellschaft 10 Jahre lang mehr oder minder ungest&ouml;rt schalten und walten, bis sich 1965 aus der kulturellen Ecke neue Br&uuml;che im deutschen Muff anbahnten. Die Rockmusik zerbrach die antikommunistische deutsche "arbeite hart - kaufe einen K&uuml;hlschrank - und sei zufrieden" Kultur. Die Einbr&uuml;che erweiterten sich bis hin zur offenen Konfrontation mit der Staatsmacht in den sogenannten Schwabinger Krawallen oder dem legend&auml;ren Stones-Konzert in Berlin, bei dem die gesammte Einrichtung zu Klump gehauen wurde. Die Kulturrevolte drang zunehmend in die Universit&auml;ten ein und politisierte sich. Das Ende der Strategen der formierten Gesellschaft bahnte sich an. Ihr Substanzverlust deutet die M&ouml;glichkeit einer sozialdemokratisch gef&uuml;hrten Bundesregierung an.<br>
Bevor allerdings eine solche Option zugelassen wurde, bildete die politische Klasse in Deutschland eine gro&szlig;e Koalition unter F&uuml;hrung des Altnazis Kurt Georg Kiesinger. Ihre Hauptaufgabe: Die Integration einer legalen M&ouml;glichkeit zum Staatsstreich in das Grundgesetz, falls die &Ouml;ffnung der Schleusen zur gesellschaftlichen Modernisierung aus dem Ruder l&auml;uft: Die Notstandsverordnung. <br>
Die Auseinandersetzung um die Einf&uuml;hrung einer legalen M&ouml;glichkeit zum Staatsstreich war die Geburtsstunde der ausserparlamentarischen Opposition (APO), die zum Motor eines epochalen Wandels in der Gesellschaftsstruktur der BRD wurde. Bei der Notstandsverfassung gab es keine Kompromisse, sie wurde buchst&auml;blich durchgeschossen. Nach dem von der Bildzeitung herbeigeschriebenen Mordanschlag auf Rudi Dutshcke, einem der Wortf&uuml;hrer der studentischen Revolte, kam es zum Ausbruch einer bis dahin unbekannten politisierten Massenmilitanz. Dem Springer-Verlag als Stichwortgeber des deutschen Mobs wurde der Krieg erkl&auml;rt. Mit ihm wurde die gesammte reaktion&auml;re Gesellschaftswissenschaft vom Thron gesto&szlig;en und in die zweite Reihe gestellt. Hierarchische Gesellschaftsorganisation, Erziehung, Sexualit&auml;t, Vergangenheitsbew&auml;ltigung, internationale Beziehungen, alles wurde auf den Pr&uuml;fstand gestellt und experimentell neu diskutiert. F&uuml;r eine zus&auml;tzliche Zuspitzung der Verh&auml;ltnisse sorgte der Vietnam-Krieg. Die Bev&ouml;lkerung Vietnams weigerte sich partout, sich dem Willen des Nato-Imperialismus zu unterwerfen. Selbst die Anwendung der barbarischsten Mittel konnte den Widerstand der vietnamesischen Bev&ouml;lkerung nicht brechen. Die offensichtliche Vernichtungspolitik des NATO-Leaders USA f&uuml;hrte zu einer in sehr breite Kreise der APO getragenen Diskussion &uuml;ber die Option des bewaffneten Kampfes gegen Imperialismus und die Herrschaft der alten Nazi-Eliten. Verschiedene Gruppen, unter anderem die Rote-Armee-Fraktion nehmen die Diskussion auf und machen ernst.<br>
Die intelektuellen Teile der APO antworteten auf die Radikalisierung mit zwei Initiativen, die dem bewaffneten Kampf das Wasser abgruben. Die eine war die Praxis vom "Marsch durch die Institutionen", die von der SPD mit dem Angebot einer Amnestie f&uuml;r bestimmte w&auml;hrend der "Studentenunruhen" begangenen Straftaten unterst&uuml;tzt wurde. Die zweite war die Gr&uuml;ndung einer ganzen Reihe von kommunistischen Sekten, die sich im Streit um die richtige Linie im Klassenkampf untereinander befehdeten.<br>
&Uuml;brig blieben eine Reihe von bewaffneten Gruppen wie der 2. Juni, Revolution&auml;re Zellen, RAF, eine experimentierende Subkultur, eine feministische Bewegung, die sich zunehmend autonom vom patriarchalen Schwachsinn der APO organisierte, und eine in die SPD integrierte reformfreudige intelektuelle Elite, die sich daran machte, die Herrschaftsstrukturen durch Pseudobeteiligung der Bev&ouml;lkerung zu vertiefen. Als staatliche Flankierung zum Konzept der "Langen Leine" wurde ein umfassender, auf den neuen Informationstechnologien aufgebauter Polizeiapparat entwickelt. Seine Aufgabe war es, fr&uuml;hzeitig gesellschaftliche Widerspr&uuml;che zu erkennen und zu intervenieren (Sozialhygiene). Unter der F&uuml;hrung der SPD nimmt der orwellsche Polizeistaat zunehmend Gestalt an. <br>
Wenn die Ursp&uuml;nge der APO, vielleicht etwas b&ouml;swillig, in der aus den USA r&uuml;bergeschwappten Kulturrevolte zu suchen sind, dann ist die Neuentdeckung militanter Formen des Klassenkampfes mit hundertprozentiger Sicherheit ein Improtartikel. 1972 kam es zu einer Welle unkontollierbarer wilder Streiks, die dem Kapital ein dickes St&uuml;ck vom Kuchen des zu der Zeit explodierenden Profites abtrozte. Diese Streiks wurden faktisch im Alleingang von den Arbeitsmigranten getragen und gegen den massiven Widerstand der deutschen Gewerkschaftsb&uuml;rokratie durchgesetzt. Den deutschen Kollegen musste die Effektivit&auml;t von Widerstand von unten erst wieder beigebracht werden, er lag unter einigen Tonnen Strategiepapier der Gewerkschaftsb&uuml;rokratie begraben.<br>
1977 machte die Sozialdemokratie ernst. Ihr gesellschaftspolitischer Auftrag, der Schutz des Kapitals und seiner Protagonisten in Krisenzeiten wurde durch die bundesdeutsche Guerilla, insbesondere durch die RAF ernsthaft in Frage gestellt. In kurzer Folge wurden drei Symbolfiguren der tragenden S&auml;ulen des Systems hinweggerafft. Bubak als Generalbundesanwalt, Ponto als Bnkier der Dresdner Bank, der deutschesten aller Banken, und Hans-Martin Schleyer als Arbeitgeberpr&auml;sident starben den M&auml;rtyrertod des Kapitals. Der Staatsnotstand wurde organisiert, die Guerilla mit faschistischen Vernichtungsphantasien belegt und das Problem der als Staatsgeiseln gehaltenen Gefangenen, die die RAF praktisch zu Gefangenenbefreiungsaktionen zwang (Isolationsfolter) beseitigt. Die institutionalisierte Linke h&ouml;rte unter dem Druck des Polizeistaates f&uuml;r kurze Zeit auf zu existieren. <br>
Es war die Zeit der Ergebenheitsadressen.<br><br>

Im Hintergrund trat aber schon eine neue Entwicklung zu Tage. Die Bauern im Umfeld der geplanten Strahlungsmonster des bundedeutschen Atomprogramms rebellierten gegen die Zerst&ouml;rung ihrer Scholle. Die Linke sprang auf den Zug auf und die Teilbereichsbewegung war geboren. Eine neue Qualit&auml;t von Polizeibrutalit&auml;t gegen B&uuml;rgerproteste auf Demonstrationen in Grohnde und Wyhl machten in aller &Ouml;ffentlichkeit deutlich, dass das Kapital sein Atomprogramm nicht in Frage stellen lie&szlig;. Mit "Kampf dem Atomstaat" war eine Parole geboren, die mehr und mehr Menschn in einen antagonistischen Konflikt mit dem Herrschaftsapparat brachte. Der Staat pr&uuml;gelte sich in den Auseinandersetzungen um die Atomenergie seine eigene Substanz weg. In allen Bereichen gesellschaftlicher Auseinandersetzungen gr&uuml;ndeten sich B&uuml;rgerinitiativen, die ihre Interessen unabh&auml;ngig von staatlichen Vorgaben organisierten. Mit wachsender Basis der B&uuml;rgerinitiativen gerieten sie zwischen die M&uuml;hlsteine zweier entgegengesetzter Entwicklungen. Mit den Autonomen entwickelte sich eine militante Besisstruktur, dessen Gemeinsamkeit die radikale Verneinung des staatlichen Zugriffs war. Zentrale Organisationsformen waren offene Plenas und die Kleingruppe, ihr gesellschaftlicher Ort die Revolte. In diesem Punkt vereinigte sich f&uuml;r kurze Zeit linksradikale Gesellschaftsanalyse mit allen m&ouml;glichen Formen der Subkultur, und wurde durch diese brisante Mischung zum zeitweilig wichtigsten Thema der innenpolitischen Diskussion.
Die andere Entwicklungstendenz schielte auf die Spielwiese des b&uuml;rgerlichen Staates. Das entstaatlichte B&uuml;rgertum dr&auml;ngte zur Anerkennung durch die Obrigkeit. Zuerst auf kommunaler Ebene gr&uuml;ndeten sich gr&uuml;ne Wahlvereine, denen es danach gel&uuml;stete, dem Establishment wahren B&uuml;rgersinn beizubringen. Ihre Verankerung in den nach wie vor selbstorganisierten B&uuml;rgerinitiativen vermittelte die n&ouml;tige Glaubw&uuml;rdigkeit, um erste Wahlerfolge zu verbuchen. Mit der zunehmenden Anwesenheit von Gr&uuml;nen in den Kommunalparlamenten beginnt die im Parteiensumpf selbstverst&auml;ndliche Posten- und Mittelbeschaffungsmaschine zu arbeiten. Die Abh&auml;ngigkeiten drehen sich nach und nach um. Wer es sich mit den Gr&uuml;nen verscherzt, dem werden die Mittel gestrichen. Flankiert wurde dieses basisdemokratische Reintegrationsprogramm staatlicherseits durch eine umfassende Stellenfinanzierung in "linken" Projekten. Dabei wurde sehr zur&uuml;ckhaltend vorgegangen. Die Personaldiskussion wurde anfangs den Projekten selber &uuml;berlassen, in der sicheren &Uuml;berzeugung, da&szlig; die auf Dauer entstehenden Abh&auml;ngigkeiten vom staatlichen Tropf die T&uuml;r f&uuml;r staatliche Interventionen von selber aufsto&szlig;en werden. 
Heute sind die meisten der einst autonomen Selbsthilfegruppen und Projekte der verl&auml;ngerte Arm der staatlichen Elendsverwaltung oder Polizeihilfstruppe, ihr parlamentarischer Arm die Gr&uuml;nen sind Protagonisten des enthemmten Liberalismus. Um die Geschichte zu Ende zu schreiben und rund zu machen: Die Autonomen haben nicht etwa ihr Projekt f&uuml;r gescheitert erkl&auml;rt und haben sich aufgel&ouml;st,  sondern schweben, durch die Individualisierungsprozesse innerhalb der Gesellschaft bis zur Unkenntlichkeit verzerrt, als inhaltsleere Vorstellung  im linksradikalen Raum, tauchen nur noch bei intensiveren Krawallen als Drohkulisse in der Presse auf.<br>
Zur Fortsetzung der Geschichte der Linken in der BRD bed&uuml;rfte es einer runderneuerten Dynamik, die Vergangenheit liegt zu Studienzwecken auf dem ber&uuml;hmten M&uuml;llhaufen der Geschichte!<br><br>

 

	
	
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