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	<title>Kein FriedeN mit der NATO - Kriegsvorbereitung und erster deutscher Krieg nach '39</title>
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	<td><b><i>Veranstaltungstext II. - 6.10.'99</i></b>
<h2>Kriegsvorbereitung und erster deutscher Krieg nach '39</h2>
<i>"Deutschland hat mit seiner Geschichte abgeschlossen, es kann sich k&uuml;nftig offen zu seiner Weltmachtrolle bekennen und soll diese ausweiten."
 H Kohl im deutschen Bundestag 1991.
</i>
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Mit dem organisierten Mob in Rostock und der daraus gezogenen, gewollten, Konsequenz der faktischen Abschaffung des Asylrechts wurde die nationale Debatte beendet. Seit 1992 hat Deutschland &uuml;berall in der Welt nationale Interessen, sozusagen neuentdeckt, die es notfalls auch milit&auml;risch durchsetzen will. Dazu ist es notwendig die Bundeswehr von ihrem Schattendasein und aus den Kasernen zu holen und in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Diskussion zu stellen; was auch seit 91 umgesetzt wurde, indem sich Milit&auml;rs &ouml;ffentlich in Szene setzten um es anschlie&szlig;end medial aufzublasen und sp&auml;ter t massiv &ouml;ffentlich Pr&auml;senz zu zeigen.<br>
Seit 1991 wird der "Neuaufbau" der Bundeswehr im Sinne des ver&auml;nderten NATO-Konzepts schrittweise vollzogen. Danach soll die Bundeswehr in zwei Teilarmeen zerfallen, eine "Mobilmachungsarmee" mit knapp 300 000 Soldaten, die durch die gleiche Zahl an Reservisten aufgestockt werden kann. Hinzu kommt eine "schnelle Eingreiftruppe" mit 50 000 Soldaten, die binnen 30 Tagen an jeden Punkt der Erde verlegt werden k&ouml;nnen (obwohl sich schon gezeigt hat das die Anzahl zu tief gegriffen ist ?). Die zuerst genannte soll, wie bisher, zur sogenannten Landesverteidigung eingesetzt werden, die andere als "Krisenreaktionskr&auml;fte" bezeichnete Wehr die weltpolitischen Interessen sichern. Als reine Berufsarmee, hochger&uuml;stet, hochspezialisiert und im Wehretat eindeutig privilegiert, ist sie eine gigantische GSG-9 innerhalb der "nur bedingt einsatzbereiten" "B&uuml;rger in Uniform"-Armee. F&uuml;r diese Elite werden keine Man&ouml;ver simuliert, sondern sie trainiert unter Kampfbedingungen. Ihre Truppen&uuml;bungspl&auml;tze hei&szlig;en nicht Soltau oder Grafenw&ouml;hr, sondern Irak, Kurdistan, Kaukasus, T&uuml;rkei und Bosnien. Ihre Trainingslager liegen in Somalia, Ruanda und Kambodscha.<br>
Die Umstrukturierung hatte zur Folge das mehrere Kasernen geschlossen wurden, was an sich wohl kaum gro&szlig; aufgefallen w&auml;re, wenn dies nicht haupts&auml;chlich in wirtschaftlich schwachen Regionen, wo viele Menschen unmittelbar von den Einnahmen der Kasernen oder deren Insassen leben m&uuml;ssen, vollzogen w&auml;re. Eine Diskussion, an die sich alle mit Sicherheit noch erinnern k&ouml;nnen, ging um Rechtsradikale in der Bundeswehr. Ein durch Zufall an die &Ouml;ffentlichkeit geratenes Video in dem sogenannte Elite-Soldaten Vergewaltigungen und Erschie&szlig;ungen darstellen. Wenn eine solche Diskussion auch nicht inszeniert ist, so ist sie auf jeden Fall gut dazu zu gebrauchen, die Diskussion auf die allseits beliebte Eizelt&auml;terversion zu reduzieren, um sich anschlie&szlig;end beim Sandsackschleppen das Image aufzubessern. Nicht diskutiert wird das Traditionsverst&auml;ndnis der Bundeswehr und ihre Entstehung und Bezugnahme zur Wehrmacht. Danach ist es auch m&ouml;glich &uuml;berall in Deutschland &ouml;ffentliche Gel&ouml;bnisse abzuhalten. In den kleinsten Kuhd&ouml;rfern werden auf Markt,- und Rathauspl&auml;tzen der Eid zum Morden gefeiert. Auch konnte die Diskussion &uuml;ber die Wehrmachtsausstellung bestens f&uuml;r die reaktion&auml;ren Kr&auml;fte in Deutschland benutzt werden. Was vorher nicht denkbar war, scheint kaum noch jemanden zu interessieren. In trauter Eintracht diskutieren B&uuml;rgerliche und Milit&auml;rs mit Faschisten und Reaktion&auml;ren dar&uuml;ber, ob die gr&ouml;&szlig;te Mordmaschinerie Verbrechen begangen hat
Schon 1991 mischt sich Klaus Naumann in die Politik und vereint in seiner Person Ausw&auml;rtiges Amt und Verteidigungsministerium. In seinem Text mit den Titel "Milit&auml;rpolitische und milit&auml;rstrategische Grundlagen und konzeptionelle Grundrichtungen der Neugestaltung der Bundeswehr" wird, wie oben schon erw&auml;hnt, die Umr&uuml;stung von einer Verteidigungsarmee in eine Interventionsarmee, von einer Wehrpflichtigen in eine Berufsarmee beschrieben. Auf der Grundlage dieses Papiers erscheinen im November 1992 die "Verteidigungspolitischen Richtlinien". Was eigentlich eine ganz normale Prozedur ist, erweist sich als wegweisender Schritt der deutschen Au&szlig;enpolitik, der mittels einer kleinen Korrektur den Auftrag der Bundeswehr grunds&auml;tzlich ver&auml;ndert. Ab sofort ist der Auftrag der Bundeswehr nicht mehr die Verteidigung der Nation, sondern die Verteidigung des "nationalen Interesses". Und die sind global, weil Deutschland , so Naumann, "eine kontinentale Mittelmacht mit Weltweiten wirtschaftlichen Interessen ist", welche von der "Aufrechterhaltung des freien Welthandels" bis zum "ungehinderten Zugang zu M&auml;rkten und Rohstoffen in aller Welt". In der Sprache der Milit&auml;rs nennt man dies einen "erweiterten Sicherheitsbegriff"; ich w&uuml;rde eher den Milit&auml;rhistoriker Wolfram Wette zustimmen, der in der Zeit schreibt "was wir hier vor uns haben h&auml;tte man fr&uuml;her als ein Imperialistisches Programm bezeichnet". <br><br>

Auch das ist es auch heute noch...<br>
Hier m&ouml;chte ich noch mal zitieren - diesmal Bismarck: "Ich habe das Wort Europa immer im Munde derjenigen Politiker gefunden, die von anderen M&auml;chten etwas verlangten, was sie im eigenen Namen nicht zu fordern wagten".<br>
So versucht Deutschland, sein Programm heute vorerst mit Hilfe der Europ&auml;ischen Union durchzusetzen. Eine Variante besteht darin, die Stimmrechte der Europ&auml;ischen Union zugunsten Deutschlands zu wenden. So wollen die Deutschen einen starken Mann an der Spitze der EU, mit einen vom Volk gew&auml;hlten Pr&auml;sidenten. Bei der Beibehaltung des bisherigen Rotationsprinzip sind die Deutschen weniger als alle f&uuml;nf Jahre an der Reihe, den obersten Staatschef zu stellen, w&auml;hrend bei einer Direktwahl hingegen die deutschen, aufgrund ihrer zahlenm&auml;&szlig;igen &Uuml;berlegenheit die Pr&auml;sidentschaft dominieren w&uuml;rden. Ein anderes Beispiel daf&uuml;r, mehr Bestimmungsrecht zu bekommen, ist die Argumentation sich als sogenannter "Zahlmeister der Europ&auml;ischen Union" in allen Institutionen unterrepresentiert zu sehen. Dieser Proze&szlig; ist zwar noch nicht abgeschlossen, doch die Richtung ist eindeutig vorgegeben: Mit der Vormachtstellung innerhalb der Europ&auml;ischen Union die Richtung ma&szlig;geblich zu bestimmen.. Was sich auch beim Alleingang der Anerkennung Kroatien und Slowenien gezeigt hat. <br>
Was dabei oft keine Erw&auml;hnung findet ist, da&szlig; die &ouml;konomische Zerst&ouml;rung Jugoslawiens Vorbedingung f&uuml;r die Seperationsbestrebungen war. Ein Ziel war zum Beispiel die Betriebe, die sich im gesellschaftlichen Eigentum befanden, abzuschaffen. Jugoslawien wurde 1989 einer Unternehmensreform unterzogen, wo es dabei darum ging der Jugoslawischen &Ouml;konomie einer massiven Privatisierung auszusetzen. Im gleichem Jahr wurden unter der Federf&uuml;hrung von IWF und der Weltbank Reformen und Programme umgesetzt, die zur Folge hatten, da&szlig; in weniger als zwei Jahren &uuml;ber 600 000 von 2,7 Millionen Besch&auml;ftigten im Industriellen Sektor entlassen wurden. Nur vor diesem Hintergrund der massiven Verarmung innerhalb Jugoslawiens sind die Sezessionistischen Bestrebungen zu sehen, welche schon fr&uuml;hzeitig von Deutschland unterst&uuml;tzt wurden. <br>
Ende Dezember 1990 erkl&auml;ren sich Kroatien und Slowenien zu Selbst&auml;ndigen Staaten. Die EG und die USA sprechen sich gegen die Seperationsbestrebungen aus und nach Verhandlungen werden im Juli `91 die Unabh&auml;nigkeitserkl&auml;rungen f&uuml;r drei Monate ausgesetzt. Daraufhin bietet Deutschland Slowenien und Kroatien an, sie anzuerkennen, sofern diese es w&uuml;nschen und setzen -wie oben schon erw&auml;hnt- die Zerteilung Jugoslawiens im Alleingang durch. Die dahinterstehende Absicht ist es, viele kleine wirtschaftlich abh&auml;ngige Regionen zu schaffen. Mit der Umdefinierung von Minderheitenrechten zu Volksgruppenrechten und deren Anspruch auf Seperation ist es m&ouml;glich, ganz Europa in kleine St&uuml;cke aufzuteilen. Welche M&ouml;glichkeiten eine Gruppe mit sozialer Basis und der Unterst&uuml;tzung von einer Kraft wie Deutschland hat, hat zeigt sich im Kosovo gezeigt. Das Programm ist so einfach wie brutal: Eine Gruppe wird ausgebildet und milit&auml;risch aufger&uuml;stet, beginnt mit terroristischen Anschl&auml;gen gegen milit&auml;rische und andere staatliche Einrichtungen. Der betroffene Staat reagiert wie alle Staaten - mit Repression, die, um so mehr sich der Konflikt ausweitet, an Brutalit&auml;t und Umfang zunimmt. Die Repression der Serbischen Polizei und der Armee wurde medial in eine "ethnische S&auml;uberung" verwandelt, um die Bombardierung Serbiens zu rechtfertigen.<br>
Doch wurde der erste deutsche Kriegseinsatz auch au&szlig;enpolitisch seit langen vorbereitet. Dazu noch einmal ein Zitat vom wissenschaftlichen Direktor an der F&uuml;hrungsakademie der Bundeswehr Wolfgang R. Vogt ( aus`m Stern) "Die Normalisierung des milit&auml;rischen Faktors war zun&auml;chst die Politik Helmut Kohl und sie war &uuml;beraus erfolgreich. In diesen Krieg wurden wir systematisch hineingef&uuml;hrt. Das war die Politik des damaligen Verteidigungsministers Rupert Scholz, weitergef&uuml;hrt vom schwachen Gerhard Stoltenberg und von Volker R&uuml;he; Step by Step; Die sind immer an die Grenzen der &ouml;ffentlichen Zumutbarkeit gegangen: Humanit&auml;rer Einsatz in Kambodscha, Minen R&auml;umen im Golf, Avacs-&Uuml;berwachungsfl&uuml;ge &uuml;ber der Adria, zwischendurch Somalia Sfor Eins&auml;tze. Und bei allem nie direkte Beteiligung am Kampfgeschehen. Ziel war aber von Anfang an, alle Grenzen St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck so weit zu verschieben, das das Milit&auml;r wieder zu einen Mittel der Politik gemacht werden kann.<br>
Um Deutschland allerdings wieder zur Kriegspartei werden zu lassen mu&szlig; es einen politischen Wechsel geben nur die SPD in Zusammenarbeit mit den Gr&uuml;nen war in der Lage den ersten Angriffskrieg seit `45 nicht trotz , sondern wegen der Deutschen Geschichte zu f&uuml;hren. Neben den schon oft gebrauchten Argument, sich nicht mehr aus der Verantwortung in Europa stehlen zu k&ouml;nnen, mu&szlig;te die Industrielle 
Vernichtung der Europ&auml;ischen Juden als Begr&uuml;ndung daf&uuml;r herhalten, wieder in den Krieg zu ziehen. Mit der Gleichstellung von Auschwitz mit den geschehenen im Kosovo wird gleichzeitig jeder Widerstand gegen den Krieg als Zustimmung der Verbrechen Milosovics und seiner Schergen denunziert. Das &auml;hnliche Begr&uuml;ndungen schon f&uuml;r den zweiten Weltkrieg herhalten mu&szlig;ten interessiert kaum jemanden. <br>
Damit stellt Deutschland sich als eine Weltmacht dar, die sich aus antifaschistischer &Uuml;berzeugung verpflichtet f&uuml;hlt in den Krieg zu ziehen, was nur hei&szlig;en kann: 
<b>nach dem Krieg ist vor dem Krieg...</b><br><br>
	
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