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	<title>Kein FriedeN mit der NATO - Erstes Flugblatt</title>
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<a name="top"></a>
<table border="0" width="80%" height="100%" align="center">

<tr>
	<td>aus: <a href="http://www.copyriot.com/unefarce/" target="_blank">com.une.farce no.3</a><br><br>
	<FONT face="arial,helvetica,sans-serif">autonome a.f.r.i.k.a.-gruppe<BR>
      <B>Gegen wessen Kriege welchen 
      Widerstand?<BR>Thesen für einen neuen Anti-Militarismus</B><BR><BR>
      <FONT size="-1"><P>Während elf Wochen nach dem 24. März 1999 bombardierte die NATO unter 
      Mitwirkung der Bundeswehr in einem unerklärten Krieg die Bundesrepublik 
      Jugoslawien. Gegen diesen Krieg formierte sich in keinem der beteiligten 
      Angreiferländer eine nennenswerte Anti-Kriegsbewegung. Der folgende Text 
      versucht thesenhaft, die Ursachen hierfür zu analysieren und mögliche 
      Handlungsoptionen in zukünftigen, ähnlich gelagerten Auseinandersetzungen 
      zu diskutieren. Denn, so lautet eine Kernthese der nachfolgenden 
      Überlegungen, der Kosovo-Krieg war neben und nach dem zweiten Golfkrieg 
      1990/91 Prototyp einer neuen Art von Konflikten, die zugleich symbolischer 
      und materieller Ausdruck der neuen Weltverhältnisse sind.</P>
      <P>Die Schwäche der Antikriegsbewegung in diesem Konflikt manifestierte 
      sich auf allen Ebenen. Auf diskursiver Ebene gelang es nicht, den 
      Argumenten der Kriegsbefürworter eine logisch geschlossene, geschweige 
      denn eine in deröffentlichen Diskussion wirkmächtige Argumentation 
      entgegenzusetzen. Auf politisch-praktischer Ebene gelang es nicht, 
      angemessene Formen des symbolischen oder auch praktischen Widerstands zu 
      finden, so daß nicht einmal innerhalb der - ohnehin nicht starken - linken 
      Oppositionsbewegungen wirksam gegen den Krieg mobilisiert werden konnte. 
      Um die Gründe hierfür zu verstehen, ist es sinnvoll, zunächst einen Blick 
      auf das diskursive Szenarium um den Krieg zu werfen. Im folgenden beziehen 
      wir uns vor allem auf die deutsche Situation; es hat aber für uns den 
      Anschein, daß sich die Verhältnisse in zahlreichen anderen 
      Angreiferländern kaum unterschieden haben.<BR></P><B>
          
      <P>Zwei Seiten der Okzidentalen Ideologie: Mehrheitsgesellschaft und 
      Bellizisten</P></B>
      <P>Die Wahrnehmung des Kosovo-Kriegs in der Gesellschaft war durch einen 
      verbreiteten kulturalistischen (differentialistischen) Rassismus 
      strukturiert, der sich - in Anlehnung an <A href="afrika.html#said" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#said" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Edward W. Said</A>s Begriff des 
      "Orientalismus" - mit dem Begriff des <I>Balkanismus</I> bezeichnen läßt. Im Diskurs 
      des Balkanismus wird der Südosten Europas zu einem geographischen und 
          
      symbolischen Raum, in den der 'freie Westen. oder das 'zivilisierte Mitteleuropa'
           Gewalt und Barbarei verorten. Hierbei wird an 
      kollektive Bilder einer vor-zivilisierten Welt der Stammeskrieger in den 
      "Schluchten des Balkans" angeknüpft. Diese Welt steht im grundsätzlichen 
      Gegensatz zur westlichen, bürgerlichen Zivilgesellschaft. Völkermord und 
      Barbarei werden über die Bilder des Balkans als etwas dem freien Westen 
      Äußerliches symbolisch ausgelagert. Ethnische Konflikte, so der Diskurs 
      des Balkanismus, sind auf dem Balkan Normalität, nach ihren Ursachen 
      braucht nicht gefragt zu werden. In der Konsequenz ergibt sich aus der 
      Logik des Balkanismus vor dem Hintergrund der Kosovokrise die 
      Handlungsalternative: Entweder (polizeilich) eingreifen oder den Balkan 
      sich selbst überlassen.</P>
      <P>Die 'schweigende Mehrheit' in der Bundesrepublik neigte wohl der zweiten Antwort 
      zu. Die Auseinandersetzung in Ex-Jugoslawien wurde häufig als ein 
      Konflikt zwischen Halbwilden interpretiert, der 'uns', die 
      zivilisierten Mitteleuropäer, nichts angeht. Die Konsequenz daraus hieß: 
      Einen Zaun außen herum ziehen und fertig! Dementsprechend war nach 
      Kriegsbeginn die Haltung eines großen Teils der Bundesdeutschen weniger 
      durch begeisterte Zustimmung zu den Bombardements denn durch dumpfe 
      Ablehnung und Indifferenz gekennzeichnet.</P>
      <P>Auch die Kriegsbefürworter argumentierten vor dem Hintergrund einer 
      stillschweigend vorausgesetzten Überlegenheit des zivilisierten freien 
      Westens, zogen daraus allerdings die entgegengesetzte Konsequenz. Es ist 
      bezeichnend, daß ihre Argumentation über weite Strecken als Aktualisierung 
      einer Okzidentalen Ideologie erscheint, die bereits im Zweiten Golfkrieg 
      als Legitimationsgrundlage für das militärische Eingreifen diente: "Die 
      okzidentale Ideologie ist jene während des Golfkrieges am Beispiel des 
      Islamismus durchdeklinierte rassistische Überlegenheitsdoktrin gegenüber 
      nichtwestlichen Kulturen und Lebensweisen, die einerseits dazu dient, die 
      herrschendenVerhältnisse im Weltmaßstab wie sie sind zu legitimieren, und 
      andererseits deren einstmals linken Kritikern den theoretisch 
      abgesicherten Ausstieg aus ihrer eigenen Geschichte zu ermöglichen." 
      (<A href="afrika.html#schoen" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#schoen" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Schönberger/Köstler</A> 1992, 38ff.) Kernfiguren der Argumentation sind die 
      Dämonisierung des jeweiligen Kriegsgegners und seines Führungspersonals 
      sowie die gleichzeitige Verherrlichung des zivilisierten Westens.</P>
      <P>Gegen Indifferenz und Wurstigkeit der Mehrheitsgesellschaft setzten die Kriegsbefürworter einen 
      stark moralisierenden Diskurs. Vor dem Hintergund der serbischen 
      Politik im Kosovo wurde von Völkermord gesprochen; die NATO-Bombardements wurden 
      mit dem Argument legitimiert, es gelte, ein neues Auschwitz 
      zu verhindern. Die militärische Intervention wurde so als "Kampf gegen 
      das absolut Böse" (vgl. auch Tony Blair in Großbritannien) inszeniert. Wie 
      zuvor im Falle Saddam Husseins und des Irak während des Golfkriegs wurde 
      nun das politische und militärische Handeln von Milosevic und der 
      Bundesrepublik Jugoslawien mit den Nazi-Verbrechen verglichen. Der politische Imperativ 
      "Nie wieder Auschwitz" wurde auf die Bürgerkriegssituation umgemünzt. 
      Dabei ging es weniger darum, . die Deutschen. 
      durch Relativierung von Auschwitz von ihrer historischen Schuld zu 
      entlasten (was möglicherweise ein gern gesehener Nebeneffekt sein mag), als 
      vielmehr darum, die Diskussion des Konflikts von der politischen auf eine 
      moralische Ebene zu verlagern: Die Anrufung der Verbrechen von Auschwitz 
      ließ es offenkundig illegitim erscheinen, über politische Interessen, 
      Motive und Handlungsalternativen in diesem Konflikt zu diskutieren. 
      Die moralisierende Entpolitisierung mündete letztlich in der Propagandafloskel, 
      wer Milosevic nicht militärisch bekämpfe, sprich Jugoslawien 
      nicht bombardiere, paktiere realiter mit ihm und beteilige sich 
      letztlich durch Wegschauen an einem Genozid. Es ist bezeichnend, daß das 
      Führungspersonal der Berliner Republik einerseits eine neue deutsche Normalität 
      beschwört, die nicht mehr an die Verbrechen des Nazi-Faschismus erinnert 
      werden will. Andererseits zögerten sie nicht, Auschwitz als 'Moralkeule' 
          (und nur in diesem Zusammenhang macht ein solcher Begriff 
      Sinn) gegen möglichen moralisch argumentierenden Widerspruch zu 
      schwingen.</P>
      <P>Zumindest in der Bundesrepublik, aber auch in anderen europäischen Staaten, 
      gelang die Durchsetzung dieses Diskurses nicht zuletzt, weil das politische 
      Führungspersonal nicht mehr im Verdacht steht, nazistische (bzw. 
      andernorts kolonialistisch-imperialistische) historische Kontinuitäten 
      zu verkörpern. Darüber hinaus konnten Schröder und Fischer (ebenso 
      wie Blair, Solana, Clinton und Co.) eine Art '68er-Bonus' 
      verwerten, der immer noch für Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenrechte 
      steht. Glaubhafter als jede konservative, CDU-geführte Regierung waren sie 
      in der Lage, die Behauptung zu verkörpern, in diesem Krieg gehe es um 
      Menschenrechte (vgl z.B. jene BILD-Zeitungstitelseite: "Schaut in ihre 
      Gesichter"). <A name="anm1z">Ihr</A> "humanitärer Fanatismus" (<A href="afrika.html#bifo" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#bifo" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Franco "Bifo" Berardi</A>) 
      verknüpfte die mörderische Gewalt der Stealth-Bomber mit der Inszenierung 
      von Zweifeln und Gewissensbissen und verkaufte das Ganze als 
      ethisches Handeln. (<A href="afrika.html#anm1" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#anm1" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">1</A>) Gegen diesen "Kriegshumanismus" (<A href="afrika.html#lenino" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#lenino" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Dirk Kretschmer</A>) der gewendeten 
      68er bekamen die linken und antimilitaristischen 
      KriegsgegnerInnen keinen Fuß auf den Boden. Das haben sie sich bis zu 
      einem gewissen Grad selbst zuzuschreiben. Letztlich ergibt sich die 
      Möglichkeit, Auschwitz im Sinne eines "militärischen Humanismus" (<A href="afrika.html#beck" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#beck" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Ulrich 
      Beck</A>) zu instrumentalisieren, auch aus der schlechten linken Tradition, 
      alles und jedes mit dem Faschismusetikett zu überziehen (vgl. 
      <A href="afrika.html#schoen" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#schoen" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Schönberger/Köstler</A> 1992, 95ff.). Insofern zeigten die Ex-68er nur, daß 
      sie ihre Lektion gut gelernt haben. Sie nahmen die linke Tradition der 
      unaufhörlichen Moralisierung politischer Konflikte mit auf 
      dieRegierungsbank und spielten auf dieser Klaviatur mit einer Lautstärke, 
      angesichts der selbst der CDU-Vorsitzende Wolfgang Schäuble noch als 
      Gemäßigter erschien. Die Retorsion des moralischen 
      Imperativs"Nie-wieder-Auschwitz", also die Vereinnahmung eines kritischen 
      Begriffs und das gleichzeitige In-Sein-Gegenteil-Verkehren (vgl. z.B. 
      "Solidarpakt") entspricht einem gängigem Muster gegenwärtiger 
      Herrschaftsdiskurse. In diesem speziellen Fall braucht sich eine Linke, 
      die jahrzehntelang mit falschen oder verkürzten Faschismusvorwürfen 
      Politik (ge)macht (hat), allerdings nicht zu wundern, daß andere mit 
      solchen Argumenten nun ihr eigenes Spiel spielen.</P>
      <P>Es ist klar, daß die Instrumentalisierung von Auschwitz durch die 
      Kriegstreiber eine Verharmlosung der Verbrechen des Nazi-Faschismus 
      darstellt (vgl. <A href="afrika.html#zak" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#zak" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">ZAK Tübingen</A>). Opfer des Nazi-Faschismus haben die Parallelisierung 
      'Kosovo=Auschwitz' als eine "neue Art der Auschwitz-Lüge" 
      bezeichnet (<A href="afrika.html#bejarano" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#bejarano" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Bejarano u.a.</A>: <I>Offener Brief an die Minister Fischer und 
      Scharping</I>). Es ist legitim, wenn die Opfer angesichts der von den 
      Kriegsbefürwortern betriebenen Enteignung ihrerGeschichte die 
      Unvergleichbarkeit von Auschwitz einfordern. Als zentrales politisches 
      Argument einer Anti-Kriegsbewegung allerdings ist der Hinweis auf die 
      Verlogenheit des Auschwitz-Vergleichs wenig hilfreich. Angesichts der 
      Tatsache, daß vor Auschwitz jedes andere Verbrechen verblaßt, kann dieser 
      Hinweis zu der fatalen Lesart führen, daß aktuelle Verbrechen als harmlos 
      erscheinen. In der Sprache des Balkanismus gesprochen: Wozu die ganze 
      Aufregung, wenn sich doch bloß auf dem Balkan wieder einmal die Halbwilden 
      gegenseitig massakrieren? Eine Debatte, die den Auschwitzvergleich 
      kritisiert, ohne dieses Problem mitzudenken, läuft Gefahr, diejenigen zu 
      verhöhnen, die in der Gegenwart Opfer einer ethnifizierenden Politik 
      werden, gleichgültig ob Milosevic & Co. oder jetzt die UCK ihre 
      Urheber sind.<BR></P><B>
          
      <P>Ruhe an der Heimatfront</P></B>
      <P>Bei der Suche nach Ursachen für die Schwäche der Antikriegsbewegung 
      liegt es nahe, auf ein Erklärungsmuster zurückzugreifen, das zum 
      Standardrepertoire linker Denkfiguren gehört: die Öffentlichkeit wurde 
      durch die bürgerlichen Medien manipuliert, Hauptgrund für die Schwäche der 
      KriegsgegnerInnen sei mithin dieEffizienz der Propaganda der Kriegstreiber 
      gewesen. Dem ist entgegenzuhalten, daß die Medienbilder des Krieges nicht 
      allein Produkte der NATO-Propagandamaschinerie waren: Die 
      Berichterstattung war nicht gleichgeschaltet. In der Konsequenz ließ sich 
      die Fiktion eines klinisch sauberen Krieges seitens der NATO nicht 
      aufrechterhalten. Es standen genügend Medieninformationen zurVerfügung, 
      aus denen sich die Schlußfolgerung ziehen ließ, daß die Strategie der NATO 
      in diesem Konflikt auf ein "bewußtes und delibertäres Mürbe-Bomben der 
      serbischen Bevölkerung" (<A href="afrika.html#bussemer" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#bussemer" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Bussemer</A>) hinauslief. Daß diese Informationen 
      folgenlos bleiben, liegt zum einen daran, daß der durch die 
      bellizistischen Politiker vorgegebene Interpretationsrahmen des Konfliktes 
      in den Medien weitgehend unhinterfragt übernommen wurde. Die 
      Medienöffentlichkeit zweifelte zwar den Wahrheitsgehalt der täglichen 
      NATO-Frontreports an, nicht aber die grundsätzliche Interpretation des 
      Konflikts als "Kampf für die Menschenrechte". Daß diese Interpretation 
      unhinterfragt durchgehen konnte, mag zum Teil auch daran liegen, daß 
      alternative Lesarten des Konflikts durch die linke Antikriegsbewegung 
      selbst unzureichend waren. Deshalb greift die Behauptung einer 
      weitgehenden Medienmanipulation zu kurz: Die Lage an der Heimatfront war 
      weniger durch die Stärke der Kriegspropaganda gekennnzeichnet als durch 
      das Fehlen jeder überzeugenden Gegenargumentation. <A name="anm2z">Die</A> Verunsicherung 
      hinsichtlich der Legitimität des Krieges, welche in Teilen der Bevölkerung 
      durchaus bestand, mußte deshalb sprachlos bleiben. (<A href="afrika.html#anm2" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#anm2" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">2</A>)</P>
      <P><A name="anm3z">Ein</A> weiteres, grundsätzliches Problem lag in der oben skizzierten 
      Indifferenz des Durchschnittsbürgers, der sich über ein paar Bomben mehr 
      oder weniger auf Serbien, Albanien oder Bulgarien nicht groß aufregt und 
      allenfalls beunruhigt ist, wenn diese Bomben aus Versehen im Gardasee oder 
      in der Adria landen. (<A href="afrika.html#anm3" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#anm3" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">3</A>) Zwar gab es in der Bevölkerung keine 
      Kriegsbegeisterung und keinerlei Bedürfnis, etwa großdeutsches 
      Hegemonialstreben in glorreichen Kriegseinsätzen durchzusetzen. Die 
      Handlungsmöglichkeiten für eine antimilitaristische Bewegung vergrößerten 
      sich dadurch jedoch nicht im geringsten. Im Gegenteil: <A name="anm4z">Hier</A> zeigt sich 
      eine Form von Indifferenz, die weder von Kriegsbefürwortern noch von 
      Kriegsgegnern mobilisiert werden kann. (<A href="afrika.html#anm4" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#anm4" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">4</A>) Konflikte wie der im Kosovo erscheinen als 
      undurchschaubar, die Leute wollen wohlstandschauvinistisch ihre Ruhe 
      haben. Es ist ihnen schlicht gleichgültig, ob sich nun 'Neger' oder 
      'Albaner' irgendwo vor den Toren der Festung Europa gegenseitig 
      massakrieren. Allenfalls gegenüber Opfern von Naturkatastrophen oder 
      bedürftigen Flüchtlingen lassen sie sich zu einer symbolischen Geste der 
      Mildtätigkeit hinreißen. Gegenüber dieser Haltung greifen weder moralische 
      Appelle noch das sonstige vorhandene symbolisch-politische Instrumentarium 
      der Linken. Es ist eine Frage, die seitens der linken Kriegsgegner kaum je 
      diskutiert wurde, wie mit dieser Heimatfront neuer Art umzugehen 
      ist.<BR></P><B>
          
      <P>Vom Elend der kritischen Kritik</P></B>
      <P>Angesichts des Krieges bezogen die linken Kriegsgegner, soweit sie 
      nicht in ratlosem Schweigen verharrten, häufig in reflexhafter Weise die 
      üblichen Schützengräben. </P>
      <P>Dazu gehört der Versuch, die Verhältnisse unbedingt und in jedem Fall 
      mit der (anti)deutschen Brille betrachten zu wollen. Diese negative 
      Deutschlandfixierung nimmt nicht einmal die einfache Tatsache zur 
      Kenntnis, daß sich die Situation weder in Großbritannien noch in den 
      meisten anderen europäischen Ländern wesentlich anders dargestellt hat. 
      <A name="anm5z">Gerade</A> weil von Antideutschen immer wieder vorgetragen wird, die deutsche 
      Balkanpolitik sei für die Auflösung Jugoslawiens ursächlich gewesen, läßt 
      sich fragen, ob hier nicht deutscher Größenwahn nur mit umgekehrtem 
      Vorzeichen präsentiert wird. (<A href="afrika.html#anm5" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#anm5" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">5</A>) <A href="afrika.html#zizek2" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#zizek2" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Slavoj Zizek</A> (<I>Die NATO - die linke Hand 
      Gottes?</I>) und <A href="afrika.html#waller" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#waller" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Immanuel Wallerstein</A> (<I>"Bombs away!"</I>) verweisen 
      demgegenüber darauf, wie problematisch es ist, Milosevic zum Protagonisten 
      des multiethnischen Jugoslawien zu stilisieren. <A name="anm6z">Gerade</A> seine schon 1987 
      einsetzende Entfesselung des "Gespensts ethnischer Leidenschaften" 
      (<A href="afrika.html#zizek1" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#zizek1" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Slavoj Zizek</A>: <I>Die doppelte Erpressung</I>) sei es gewesen, die das Ende 
      des multiethnischen Nachkriegsjugoslawien eingeläutet habe. (<A href="afrika.html#anm6" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#anm6" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">6</A>)</P>
      <P>Auch Kriegsgegner, die aus der Logik eines traditionellen 
      Anti-Imperialismus argumentierten, reproduzierten in letztlich hilfloser 
      Weise gewohnte, aber unzureichend gewordene Erklärungsmuster. <A name="anm7z">Sie</A> 
      versuchten verzweifelt klarzumachen, daß die Bombardierung Jugoslawiens in 
      Wirklichkeit um ökonomischer oder geostrategischer Interessen willen 
      erfolgte. (<A href="afrika.html#anm7" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#anm7" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">7</A>) War eine entsprechende Argumentation im Falle des Golfkriegs (wo sie 
      unter der Parole "Kein Blut für Öl" vorgetragen wurde) noch einigermaßen 
      plausibel, wurde es im Falledes Krieges gegen Jugoslawien schwierig, 
      die 'wirklichen' ökonomischen Interessen hinter dem 
      Kriegseinsatz auszumachen. Wir gehen davon aus, daß das weniger an einer 
      besonders perfiden Verschleierung der wahren Kriegsgründe liegt sondern 
      eher daran, daß die Folie einer traditionellen Imperialismuskritik auf die 
      Konstellation dieses Krieges nicht paßt (vgl. auch <A href="afrika.html#alain1" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#alain1" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Alain Kessi</A>: 
      <I>NATO/Kosov@</I>). Die Demaskierungs-Strategie mit dem Versuch, die 
      'eigentlichen' Kriegsgründe aufzudecken, erwies sich in dieser Situation 
      als politisch wirkungslos. Es konnte ihr nicht gelingen, die Moralisierung 
      der Politik durch die Kriegstreiber zu diskreditieren.<BR></P><B>
          
      <P>Postfordistische Kriege - Auseinandersetzungen neuen Typs?</P></B>
      <P>Von verschiedener Seite wurde versucht, dem spezifischen Charakter des 
      Krieges Rechnung zu tragen und diesen als Auseinandersetzung neuen Typs 
      ohne Rückgriff auf verkürzte traditionelle Erklärungsstereotype zu 
      untersuchen. Zu nennen sind hier insbesondere die Analysen von <A href="afrika.html#kurz1" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#kurz1" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Robert Kurz</A> 
      (<I>Ökonomie der Ausgrenzung</I>) sowie die Überlegungen italienischer postoperaistischer 
      Theoretiker wie Marco Revelli, Franco 'Bifo' Berardi, 
      Toni Negri u.a. (<A href="afrika.html#atzert" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#atzert" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Thomas Atzert</A>: <I>Das Imperium schlägt alle</I>). Die Analysen 
      unterscheiden sich weniger in der Substanz als im sprachlichen Gestus. 
      Der 'Krisentheoretiker' Kurz beschwört apokalyptische Bilder: Der 
      Konflikt erscheint ihm als Ausdruck aufbrechender weltgesellschaftlicher 
      Widersprüche, die sich angesichts eines scheinbar alternativlosen 
      Weltkapitalismus, in dem es derzeit nichts gibt, "was auch nur entfernt 
      als Kampf um gesellschaftliche Emanzipation interpretiert werden könnte", 
      in Ethnisierung, politischem Gangsterwesen und Barbarei artikulierten. Der 
      Todeskampf zusammenbrechender, von den Kriterien des Weltmarkts ruinierter 
      Gesellschaften beruhe auf der Auswegslosigkeit einer ökonomisch 
      substanzlos gewordenen Konkurrenz, in der der selbstzerstörerisch 
      wiederbelebte völkische Wahn nur noch auf der Binnenrationalität der 
      Krisenkonkurrenz beruhe. Ethnokriege, Bandenherrschaft und Klientelsystem 
      seien die destruktiven Phänomene und Folgen des nicht mehr 
      reproduktionsfähigen Kapitalverhältnisses.</P>
      <P>Es kann an dieser Stelle dahingestellt bleiben, ob der 
      derzeitigeökonomische Umbruch und die damit einhergehenden Konflikte eine 
      fundamentale Krise markieren, das Wetterleuchten von Armageddon, wie Kurz 
      es beschwört, oder lediglich den Übergang zu einem neuen (in den Begriffen 
      der Regulationsschule: postfordistischen) Regime fortdauernder 
      kapitalistischer Akkumulation. Marco Revelli und andere italienische 
      Theoretiker neigen der zweiten Lesart zu und interpretieren den Konflikt 
      als typisch für das neue Akkumulationsregime. Revelli beispielsweise 
      bezeichnet die NATO-Intervention als "extreme (politische) Synthese" des 
      Postfordismus (zit. n. <A href="afrika.html#atzert" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#atzert" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Atzert</A>).</P>
      <P>Einig sind sich die Analysen darin, daß der Ausgangspunkt des Krieges 
      gegen Jugoslawien in dem Epochenbruch liegt, der sich auf politischer 
      Ebene mit dem Datum von 1989 verbindet und der auf ökonomischer Ebene eine 
      grundsätzliche Veränderung des warenproduzierenden Weltsystems markiert: 
      Im Zeichen einerWeltökonomie, die von globaler Integration der 
      Warenproduktion und desWeltmarktes gekennzeichnet ist, werden immer 
      größere Segmente der Weltgesellschaft von der ökonomischen Entwicklung 
      abgekoppelt und fallen aus dem Regime der globalisierten Produktion 
      heraus. <A name="anm8z">Zugleich</A> lassen auch die entwickelten kapitalistischen Staaten den 
      Anspruch fallen, eine gleichmäßige soziale und ökonomische Entwicklung 
      anzustreben, wie er paradigmatisch durch das Modell Deutschland des 
      fordistischen Klassenkompromisses der Nachkriegszeit formuliert worden 
      war. (<A href="afrika.html#anm8" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#anm8" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">8</A>) Anstelledessen werden soziale Ungleichheit und 
      gesellschaftlicheAusgrenzung akzeptiert und durch Naturalisierungen 
      gerechtfertigt, die entweder ethnifizierend oder gleich biologistisch 
      daher kommen. Diese Entwicklung betrifft bestimmte gesellschaftliche 
      Bereiche innerhalb des freien Westens ebenso wie ganze Volkswirtschaften 
      in den Peripherien; die Unterscheidung von Erster, Zweiter, und 
      DritterWelt wird dabei "tendenziell enträumlicht". Im Ergebnis entsteht 
      eine weltumspannende "strukturelle soziale Apartheid" (Joachim Hirsch).</P>
      <P>Vor diesem Hintergrund konstituiert sich ein ökomomischer Ausgrenzungsimperialismus ('Festung Europa'
      /'Festung Nordamerika') und 
      politischer Sicherheitsimperialismus auf weltweiter wie auf 
      binnengesellschaftlicher Ebene. Auseinandersetzungen werden in der Logik 
      dieses Imperialismus neuen Typs nicht mehr um die Aneignung von 
      Territorien oder die Konstituierung von Einflußzonen geführt; national 
      zentrierte territoriale Imperien oder wirtschaftliche Einflußsphären 
      verlieren an Bedeutung - auch wenn natürlich reaktionäre "Geopolitiker" 
      und "ein gewisses linksradikales Veteranentum", so <A href="afrika.html#kurz1" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#kurz1" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Kurz</A> (<I>Ökonomie der 
      Ausgrenzung</I>), "noch immer gewohnheitsmäßig über den strategischen Blaupausen eines vergangenen 
      Zeitalters brüten". Es geht nicht um Einverleibung (auch nicht 
      von menschlichen Ressourcen), sondern die strategische Orientierung bezieht 
      sich darauf, sich die Überflüssigen in der Peripherie vom 
      Leib zu halten und die kapitalistische Ökonomie "gegen störend unkontrollierte Gewaltausbrüche 
      der Herausgefallenen und ihrer Überlebenskonkurrenz zu sichern" 
      (ebd.). "Die von der universellen Marktwirtschaft selbst erzeugten 
      Katastrophen sollen möglichst draußen bleiben". Es entsteht 
      eine weltregional gestaffelte Ausgrenzungshierarchie, die von 
      einem Kern aus NATO und EU und wenigen mit ihnen assoziierten Ländern 
      (z.B. Ungarn) über Satrapen- und Operettenstaaten (Kroatien) bis 
      zu völlig unselbständigen, von internationalen Organisationen oder 
      Bandenkriegern 'verwalteten' Protektoraten (Kosovo) 
      reicht und zugleich eine Verelendungshierachie bildet. "Unter 
      diesen Bedingungen geht es den politischen und wirtschaftlichen Eliten 
      nicht mehr um die Sicherung von Territorien oder Volkswirtschaften, sondern 
      um das 'Funktionieren' des Prozesses insgesamt. 
           Es geht um die Sicherung gesellschaftlicher Funktionszusammenhänge, um 
      die Absicherung gegen die Globalisierungsrisiken" (<A href="afrika.html#bendrath" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#bendrath" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Bendrath</A>). Demzufolge 
      hat sich der Sicherheitsbegriff seit 1989 verschoben, es geht um die 
      "Sicherheit vor Risiken". "Als Risiken können alle Entwicklungen 
      wahrgenommen werden, deren Ausgang offen ist undaus denen irgendwann eine 
      Störung des globalen Kapitalverwertungsprozesses entstehen kann" 
      (ebd.).</P>
      <P>Die Logik des globalen Ausgrenzungs- und Sicherheitsimperialismus 
      konstituiert ein neues gemeinsames Meta-Interesse zwischen den 
      kapitalistischen Blöcken. Trotz aller Konkurrenz entsteht eine 
      gesamtkapitalistische Geopolitik, in der die NATO unter Führung der USA 
      zur gemeinsamen westlichen Weltpolizei wird und das Gewaltmonopol 
      beansprucht. <A name="anm9z">Als</A> Folge ist das Ende der völkerrechtlichen Souveränität 
      angebrochen, der Kapitalismus kann seine eigene internationale 
      Rechtsordnung nicht mehr anerkennen. (<A href="afrika.html#anm9" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#anm9" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">9</A>)</P>
      <P>Diese Analysen liefern einen Interpretationsrahmen für den Krieg, in 
      dem klar wird, daß es nicht der übermächtige US-Imperialismus war, der 
      etwa der BRD seine spezifischen Interessen aufzwang, und auch nicht 
      umgekehrt die BRD den US-Koloß listig im Dienste teutscher Geopolitik über 
      den Tisch zog. Allerdings ist einzuschränken, daß materialistische 
      Globalanalysen, wie sie oben skizziert wurden, notwendigerweise pauschalen 
      Charakter haben und deshalb Fragen offen bleiben. Dieses Problem läßt sich 
      am Beispiel der <A href="afrika.html#kurz1" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#kurz1" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Kurz</A>. schen Argumentation (<I>Ökonomie der Ausgrenzung</I>) illustrieren: Im 
            Krieg 
      gegen Jugoslawien sei es einmal mehr darum gegangen, die ausufernde 
      Krise des warenproduzierenden Weltsystems weltpolizeilich einzudämmen. Da 
      Milosevic dem Plan der EU in die Quere gekommen war, die 
      halbwegs produktiven Teile Jugoslawiens für das warenproduzierende System verfügbar 
      zu halten, wurde er zum Repräsentanten eines 'Schurkenstaates'. 
          Weil die 'humanitären Katastrophen' nicht mit der 
      Krise des warenproduzierenden Systems erklärt werden dürfen, mußte der 
      Kreuzzug gegen Milosevic den Charakter eines Kreuzzugs gegen das Böse 
      schlechthin annehmen. Hier sind etliche Fragen zu stellen: Inwiefern lag 
      in der Auseinandersetzung um den Kosovo eine Krise vor, die das 
      warenproduzierende Weltsystem potentiell bedrohte? Warum sind die 
      Konflikte in Jugoslawien überhaupt noch von Interesse, nachdem sich doch 
      mit der Sezession Sloweniens und Kroatiens die "halbwegs produktiven" 
      Teile schon 1991/92 aus dem Staatsverband verabschiedet haben? Welche 
      materiellen und ideologischen Konsequenzen hatte der Kreuzzug der NATO im 
      Kosovo, welche in der Bundesrepublik Jugoslawien, welche im restlichen 
      Südost- und Osteuropa? Kurz gelingt es nicht, diese Fragen zu beantworten, 
      weil er sich in seiner materialistischen Globalanalyse weder für die 
      politische, ökonomische und ideologische Mikrophysik des Kosovokonflikts 
      noch für die symbolische Ökonomie der NATO-Intervention sonderlich 
      interessiert.</P>
      <P>Hinsichtlich der innerjugoslawischen Konflikte und der 
      Ethnisierungsprozesse, die dem Krieg vorausgingen, unternahm <A href="afrika.html#alain1" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#alain1" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Alain Kessi</A> 
      (<I>Kosov@/NATO</I>) einen ersten Versuch, deren Eigendynamik in Bezug zur 
      weltgesellschaftlichen Entwicklung zu analysieren. Auf die symbolischen 
      Aspekte der NATO-Intervention schließlich soll im folgenden Abschnitt kurz 
      eingegangen werden.<BR></P><B>
          
      <P>Clinton, Du Milosevic Du</P></B>
      <P>Den symbolischen Rahmen des Kosovokonflikts kennzeichnet der 
      slowenische Psychoanalytiker Slavoj Zizek mit der Feststellung, daß "ein 
      Phänomen wie Milosevics Regime nicht ein Gegensatz zur neuen Weltordnung", 
      sondern ihr Symptom ist, das "ihre versteckte Wahrheit" ans Tageslicht 
      befördert. <A name="anm10z">Regimes</A> wie das von Milosevic (oder, im Zusammenhang mit dem 
      zweiten Golfkrieg, Saddam Hussein) seien nicht das Andere des 
      freien Westens, sondern vielmehr "seine eigene Kreatur", "ein Monster" nach 
      Hausmacherart. (<A href="afrika.html#anm10" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#anm10" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">10</A>)</P>
      <P>Figuren wie Milosevic markieren die Gestalt der neuen Weltordnung in ihren ausgegrenzten, 
      ökonomisch abgeschnittenen Sektoren: Gangster, Bandenführer jeglicher 
      Art, ob in Belgrad oder in der Inner City von L.A. Vor diesem 
      Hintergrund erscheint es sinnvoll, den Krieg gegen Jugoslawien in Analogie 
      zu einer Polizeiaktion, einer Razzia zu analysieren. Bei einer Polizeirazzia muß 
      es nicht notwendigerweise darum gehen, eine materielle Bedrohung auszuräumen 
      oder die betroffene Gegend dauerhaft unter Kontrolle zu bringen. 
      Noch viel weniger geht es darum, für die dort lebenden Menschen, potentielle 
      Gangster allesamt, erträgliche Lebensbedingungen herzustellen: Weder 
      die Herrschaft der Gangs nochdie Verhältnisse, die sie begründen, werden 
      letztlich angetastet. Wesentlich ist dagegen, daß die Polizeiaktion Definitionsmacht 
      begründet, materiell durchsetzt oder bestätigt: Definitionsmacht 
      darüber, was eine Bedrohung darstellt und was nicht, wer 
      guter Bürger ist und wer Krimineller, was toleriert wird und was nicht. 
      Es geht darum zu zeigen,daß die Herrschaft der Gangs subaltern ist und 
      auf die stillschweigende Duldung durch die übermächtige Gewalt des Staates (im 
      Weltmaßstab: der kapitalistischen 'westlichen Wertegemeinschaft'
      ) angewiesen bleibt. Die scheinbare Willkür, mit der von 
      dieser Verbrechen in manchen Situationen abgestraft werden und in anderen 
      nicht, ist Teil eines Kontrollregimes, in dessen Rahmen "Gewalt und Recht 
      ununterscheidbar werden" (Giorgio Agamben, zit. n. <A href="afrika.html#atzert" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#atzert" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Atzert</A>). Nachdem eine Gruppe (so wie 
      'die Serben') einmal als Kriminelle und Delinquenten definiert 
      ist, hat sie letztlich keinen Anspruch mehr auf irgendwelche Rechte. 
      Die Logik des Polizeiregimes interessiert sich nicht für Unterscheidungen 
      zwischen Soldaten, Deserteuren und Zivilisten, Regierenden 
      und Regierten. Die Barbarei desWestens zeigt sich nicht zuletzt 
      auch in der Gleichgültigkeit, mit der bei solchen Polizeiaktionen tote 
      Zivilpersonen als unvermeidliche 'Kollateralschäden' in Kauf genommen 
      werden.</P>
      <P>In der Logik von Polizeiaktionen liegt auch, daß die aggressive Moralrethorik, mit 
      der diese begründet werden, nichts mit den realen Ergebnissen zu 
      tun haben muß. Es ist interessant zu beobachten, daß sowohl Saddam Hussein 
      wie auch Milosevic zunächst zum Abbild des absolut Bösen stilisiert wurden, 
      es dann aber keinesfalls nötig war, die Kriege gegen diesen neuen 
      Hitler auch zu gewinnen: Die Logik dieser Kriege war eben nicht die 
      eines Kampfes für die Menschenrechte und gegen die Barbarei, sondern die 
      einer Polizeirazzia, mit der ein paar lokale Gangs aufgemischt werden, um 
      zu zeigen, wer Herr im Hause ist. In diesem Sinne agierte die NATO erfolgreich, 
      ihre Intervention im Kosovokonflikt konstituierte zugleich ein 
      Kontroll- und Polizeiregime für ganz Südosteuropa. (Es sei hier auch 
      an die im Zusammenhang mit dem Konflikt von Fischer und Co. abgehaltenen 
      'Balkankonferenzen' erinnert, in denen die herbeizitierten Regierungschefs 
      der südosteuropäischen Staaten im Hinblick auf den Krieg die 
      Rolle eines Komittees 'Bürger helfen der Polizei' spielen durften.) 
      Mit der Abstrafung Milosevics und der Installierung der UCK im Kosovo 
      gelang es der NATO tatsächlich, sich als "linke Hand Gottes" (<A href="afrika.html#zizek1" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#zizek1" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Zizek</A>) zu 
      etablieren.</P><B>
          
      <P>Was nun?</P></B>
      <P>Vor dem Hintergrund, daß analytische Alternativen offenbar kaum 
      interessieren und praktische Handlungsmöglichkeiten fehlen, droht 
      innerhalb der Linken eine weitere Ausbreitungdes Zynismus. Welche 
      praktischen Konsequenzen ergeben sich aus dieser Situation für politische 
      Akteure, denen reine Negation und wohlfeile Distinktion nicht genügen? Wie 
      läßt sich eine Dritte Seite formulieren, die sich der Scheinpolarisierung 
      zwischen zivilisiertem Westen und vermeintlicher Barbarei verweigert und 
      gleichzeitig politische Wirksamkeit entfaltet?</P>
      <P>Eine praktische Ursache für die Lähmung der linken Opposition gegen 
      diesen Krieg mag aus dem linker Politik zumindest in Deutschland 
      immanenten Zwang resultieren, moralisch Stellung zu beziehen: Wir sind 
      die Guten. <A name="anm11z">Dieser</A> Zwang führt zur Lähmung, wenn es darum geht, sich in 
      einer Auseinandersetzung zwischen Kontrahenten zu positionieren, für die 
      man sich bei Verstand nicht entscheiden darf. (<A href="afrika.html#anm11" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#anm11" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">11</A>) Das hat sich schon im Golfkrieg gezeigt, 
      und ähnliche Konstellationen sind auch in künftigen militärischen Konflikten 
      zu erwarten. Vor dem Hintergrund der Entwertung kommunistischer und 
      sozialistischer Utopien öffnet sich der Raum für nationalistische, rassistische 
      und 'fundamentalistische' Ideologien. Auseinandersetzungen, 
      die im Zeichen dieser Ideologien ausgetragen werden, können 
      verschiedene Dimensionen haben: Repression, Pogrom oder Revolte. Eine 
      eindeutige Bewegungsrichtung ist schwer auszumachen, es gibt jedoch kaum 
      mehr eine Möglichkeit, sich vorbehaltlos mit einer Partei zu identifizieren. 
      Das Argument, daß Nicht-Solidarisierung mit Figuren wie Saddam 
      Hussein oder Milosevic der Kriegspropaganda das Wort rede, geht am Kern 
      der Sache vorbei. Einmal davon abgesehen, daß linksradikale Kritik nun 
      das allerletzte ist, was seitens der Kriegstreiber als Legitimation herangezogen 
      werden müßte: Es kommt gerade darauf an, deutlich zu machen, daß 
      Machthaber wie Milosevic nicht Gegner der 'neuen Weltordnung' sind, 
      sondern deren Produkte. Milosevic und NATO brauchen sich für ihre jeweils 
      partikularen Interessen. Es wäre ein lohnender Versuch in diesem Sinne die 
      Totalitarismus-Theorie vom Kopf auf die Beine zu stellen: Clinton, 
      Schröder und Blair auf der einen und Milosevic auf der anderen Seite als 
      Repräsentanten zweier Pole der Totalität des Kapitalismus?</P>
      <P>Die Handlungsmaxime 'der Feind meines Feindes ist mein Freund' gehört 
      endlich auf den Müllhaufen der Geschichte. In einer Zeit des 
      globalisierten und entfesselten Kapitalismus macht es keinen Sinn mehr, 
      sich mit Staaten oder nationalen Identitäten zu solidarisieren. Vielmehr 
      muß das Ziel sein, sich mit gesellschaftlichen Gruppen oder Organisationen 
      auszutauschen und gemeinsame Handlungsperspektiven zu entwickeln. Im Falle 
      dieses Krieges erwies es sich als wesentliches Defizit, daß die 
      Antikriegsbewegung vor dem Krieg praktisch keine Kontakte zu 
      oppositionellen Gruppen in Ex-Jugoslawien geknüpft hatte. Immerhin gab es 
      Ansätze hierfür: <A href="afrika.html#alain1" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#alain1" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Alain Kessi</A> (<I>Kosov@/NATO</I>), <A href="afrika.html#florian" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#florian" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Florian Schneider</A> 
      (<I>Zivile Ziele</I> und <I>. 
            Balkanien.</I>) und <A href="afrika.html#mark" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#mark" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Mark Terkessidis</A> über 
      <A href="http://www.arkzin.com/index.html" style="TEXT-DECORATION: none" target="_new"><A href="http://www.arkzin.com/index.html" Ttyle="TEXT-DECORATION: none" target="_new">ARKZIN</A> (<I>Die Fiktion vom 
      wildenBalkan</I>) haben versucht, bestehende Möglichkeiten 
aufzuzeigen.</P>
      <P>Es wurde erneut deutlich, daß der außerparlamentarischen Opposition 
      zumindest hierzulande jede soziale Erdung fehlt. Wir müssen schleunigst 
      daran gehen, Bündnisse für konkrete politische Projekte zu schließen, die 
      über den gewohnten Umkreis hinausreichen. Die Versuche der Initiativen 
      "<A href="http://www.contrast.org/borders" style="TEXT-DECORATION: none" target="_new"><A href="http://www.contrast.org/borders" Ttyle="TEXT-DECORATION: none" target="_new">Kein Mensch ist illegal</A>", den eigenen 
      Handlungsraum zu erweitern, sind dafür ein Beispiel. Wer dabei Angst hat, 
      die reine Lehre zu mißachten oder sich sonstwie die Finger schmutzig zu 
      machen, verfolgt kein politisches Projekt, sondern betreibt Kritik um der 
      Distinktion, sprich um des wohlfeilen Gut- bzw. Klugmenschentums willen. 
      Wir müssen jene Distinktionslinken alleine zurücklassen, denen es nicht um 
      gesellschaftliche Veränderung, sondern allein um die Frage geht: 
      Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der radikalste/kritischste im 
      ganzen Land.</P>
      <P>Es stellt sich die Frage, in welcher Weise einer diskursiven Formation wie dem 
      Kriegshumanismus entgegenzutreten ist. Hier hilft es nicht, eine Desavouierungsstrategie unter 
      Hinweis auf die 'wirklichen', 
      imperialistischen oder sonstigen Motive der Kriegstreiber zu betreiben. 
      Wegweisend wäre vor allem eine Kampagne für die Öffnung der Grenzen für 
      die Flüchtlinge gewesen. <A name="anm12z">Der</A> Aufruf "<A href="afrika.html#desert" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#desert" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Break the logic of war! Desert! Open 
      the borders!</A>" war ein Versuch hierfür. (<A href="afrika.html#anm12" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#anm12" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">12</A>) Eine breitere Auseinandersetzung 
      darüber hätte offensichtlich werden lassen, wie humanitär diese 
      Kriegsbefürworter tatsächlich sind.</P>
      <P>Es ist nicht der geniale ideologische Schachzug, und es sind auch nicht die 
      Massen, an denen es uns mangelt. Es bedarf vielmehr neuer sozialer Netzwerke 
      all derer, die sich in Widerspruch zu den herrschenden Verhältnissen 
      setzen wollen. Hierfür benötigen wir einen langen Atem, eine außerordentliche 
      Frustrationstoleranz und die Bereitschaft sich verwickeln zu 
      lassen. Dabei sollten wir nicht selbst Sicherheits- und Ausgrenzungsmechanismen 
      im Kleinen (re)produzieren, sondern die Fähigkeit entwickeln, 
      'fuzzy networks' über ideologische Differenzen und 
      unterschiedliche Motivationen hinweg zu knüpfen.<BR><BR><BR></P>
          
          Weitere Texte der autonomen a.f.r.i.k.a.-gruppe zu Fragen der symbolischen
Politik und der Kommunikationsguerilla in der com.une.farce:<BR>

autonome a.f.r.i.k.a.-gruppe: <A href="http://www.copyriot.com/unefarce/no0/symbol.htm" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="http://www.copyriot.com/unefarce/no0/symbol.htm" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">"Symbolische" versus "richtige" Politik?</A> Zur
unmöglichen Suche nach der richtigen Politik in der falschen.<BR>In:
<A href="http://www.copyriot.com/unefarce/no0/index.htm" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="http://www.copyriot.com/unefarce/no0/index.htm" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">com.une.farce Nr. 0/1998</A>.<BR>

autonome a.f.r.i.k.a.-gruppe: <A href="http://www.copyriot.com/unefarce/no1/artikel/cg.htm">What about Communication Guerrilla?</A> A message
about guerrilla communication out of the deeper German backwoods / Version
2.0 (all rights dispersed).<BR>
In: <A href="http://www.copyriot.com/unefarce/no1/index.htm" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="http://www.copyriot.com/unefarce/no1/index.htm" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">com.une.farce Nr. 1/98</A>.<BR><BR>
        
          <B>Anmerkungen:</B><BR>
          <A name="anm1">(1)</A> Es kann an dieser Stelle dahingestellt bleiben, ob sie dieser Inszenierung selbst
          glaubten oder nicht. Uns erscheint ersteres wahrscheinlicher. <A href="afrika.html#anm1z" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#anm1z" Ttyle="TEXT-DECORATION: none"><NOBR><zurück zum text></NOBR></A><BR>
          <A name="anm2">(2)</A> Das heißt nicht, daß ein überzeugenderes diskursives Auftreten der
          KriegsgegnerInnen alleine und unmittelbar eine stärkere Mobilisierung bedeutet hätte. <A href="afrika.html#anm2z" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#anm2z" Ttyle="TEXT-DECORATION: none"><NOBR><zurück zum text></NOBR></A><BR>
          <A name="anm3">(3)</A> Aber der Krieg fand ja vor der Sommersaison statt. <A href="afrika.html#anm3z" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#anm3z" Ttyle="TEXT-DECORATION: none"><NOBR><zurück zum text></NOBR></A><BR>
          <A name="anm4">(4)</A> Dieses Phänomen zeigte sich sogar in Griechenland, wo 90% der Bevölkerung den
          Krieg ablehnten. Dennoch blieb militanter Widerstand eine Randerscheinung. Zwar kam es zu einer massiven Zunahme
          von offenem anti-albanischem Rassismus, ansonsten aber zog der größte Teil der Bevölkerung aus der teilweise
          vehement geäußerten Ablehnung des Krieges kaum politisch-praktische Konsequenzen. <A href="afrika.html#anm4z" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#anm4z" Ttyle="TEXT-DECORATION: none"><NOBR><zurück zum text></NOBR></A><BR>
      <A name="anm5">(5)</A> Ein weiteres Paradox ist das Faktum, daß die (anti-)deutsche Linke glaubte, sich
          gemäß der Logik "der Feind meines Feindes ist mein Freund" auf die Seite 'der Serben' stellen zu müssen. In
          dieser Logik eines Lumpen-Antiimperialismus fand sie ungewollte Begleiter: Die NPD nämlich diagnostizierte im
          Kosovokonflikt eine Unterordnung der BRD unter die Interessen der USA und bezog konsequenterweise - der Feind
          meines Feindes ist mein Freund - ebenfalls eine pro-serbische Position. <A href="afrika.html#anm5z" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#anm5z" Ttyle="TEXT-DECORATION: none"><NOBR><zurück zum text></NOBR></A><BR>
      <A name="anm6">(6)</A> Vgl. auch Materialien für einen neuen Antiimperialismus Nr. 6: Die Ethnisierung
          des Sozialen. <A href="afrika.html#anm6z" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#anm6z" Ttyle="TEXT-DECORATION: none"><zurück zum text></A><BR>
      <A name="anm7">(7)</A> Vgl. etwa. Ole See, zur Kritik: Robert Kurz:Immer wieder zweiter Weltkrieg. <A href="afrika.html#anm7z" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#anm7z" Ttyle="TEXT-DECORATION: none"><NOBR><zurück zum text></NOBR></A><BR>
      <A name="anm8">(8)</A> Alex Demirovic (Balkankrieg, Postfordismus, Global Governance) beschreibt aus
          regulationstheoretischer Perspektive die Aufkündigung des fordistischen Klassenkompromisses als Teil der
          Strukturkrise beim Übergang von der fordistischen zur postfordistischen Form kapitalistischer Vergesellschaftung. <A href="afrika.html#anm8z" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#anm8z" Ttyle="TEXT-DECORATION: none"><NOBR><zurück zum text></NOBR></A><BR>
      <A name="anm9">(9)</A> Die ideologische Vorarbeit für die 'humanitären Interventionen' leisteten
          Sozialdemokraten vom Schlage Ulrich Becks, Anthony Giddens u.a., als sie in den Kategorien von "Weltbürgertum"
          oder "Zivilgesellschaft" neue Herrschaftsdiskurse entwickelten, die nicht mehr ausschließlich auf
          nationalstaatlichen Kategorien beruhen <A href="afrika.html#anm9z" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#anm9z" Ttyle="TEXT-DECORATION: none"><NOBR><zurück zum text></NOBR></A><BR>
      <A name="anm10">(10)</A> Boris Buden von Bastard/Arkzin zitiert eine/n Belgrader Sprayer/in, der/die das
          Problem mit den Worten "Slobo, Du Clinton" auf ihre Weise brilliant zusammenfaßt. <A href="afrika.html#anm10z" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#anm10z" Ttyle="TEXT-DECORATION: none"><NOBR><zurück zum text></NOBR></A><BR>
      <A name="anm11">(11)</A> Cynthia Cockburn (Being able to say neither / nor) verwies darauf, daß es
          notwendig sei, sich falschen Alternativen zu verweigern. Vgl. auch die Bemühungen von Alain Kessi (Kosov@ -
          Widersprüchlichkeiten und Subjektivitäten) in dieser Ausgabe der com.une.farce, neue Wege zu finden. <A href="afrika.html#anm11z" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#anm11z" Ttyle="TEXT-DECORATION: none"><NOBR><zurück zum text></NOBR></A><BR>
      <A name="anm12">(12)</A> Dieser Aufruf konnte an die im Zuge der Amsterdamer "Next5Minutes"-Tactical-Media-Konferenzen
          (zuletzt im März 1999) begonnene internationale Vernetzung anknüpfen. <A href="afrika.html#anm12z" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="afrika.html#anm12z" Ttyle="TEXT-DECORATION: none"><NOBR><zurück zum text></NOBR></A><BR><BR>

      <B>Literatur:</B><BR>
      
      <B><A name="atzert">Thomas Atzert</A></B>: <I><A href="http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_99/25/27a.htm" style="TEXT-DECORATION: none" target="_new"><A href="http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_99/25/27a.htm" Ttyle="TEXT-DECORATION: none" target="_new">Das
          Imperium schlägt alle.</A> Italiens Kriegsgegner 
      diskutieren den postfordistischen Krieg.</I> In: Jungle World Nr. 25, 
      16.5. 1999, S. 27<BR>
          
      <B><A name="beck">Ulrich Beck</A></B>: <I>Der militärische Euro. Humanismus und europäische 
      Identität. </I>In: Süddeutsche Zeitung, 1.4. 1999.<BR>
          
      <B><A name="bejarano">Ester Bejarano/Kurt Goldstein/Peter Gingold</A></B>: <I><A href="http://www.vdj.de/Duesseldorf/1999_Krieg_03.htm" style="TEXT-DECORATION: none" target="_new"><A href="http://www.vdj.de/Duesseldorf/1999_Krieg_03.htm" Ttyle="TEXT-DECORATION: none" target="_new">Offener Brief an die 
      Minister Fischer und Scharping</A>.</I> In: Frankfurter Rundschau, 23.4. 1999. 
      Vgl. auch ak 427, 10.6. 1999, S. 6f<BR>
          
      <B><A name="bendrath">Ralph Bendrath</A></B>: <I><A href="http://www.antimilitarismus.de/org/nato/artikel/bendrath.html" style="TEXT-DECORATION: none" target="_new"><A href="http://www.antimilitarismus.de/org/nato/artikel/bendrath.html" Ttyle="TEXT-DECORATION: none" target="_new">Die postmoderne NATO. Fragmentierte Herrschaft und 
      globalisierte Gewalt</A>.</I> In: Zivilcourage 23 (1997), 4. August 1997, S. 6-9<BR>
          
      <B><A name="bifo">Franco Bifo Berardi</A></B>: <I><A href="http://www.nettime.org/nettime.w3archive/199905/msg00332.html" style="TEXT-DECORATION: none" target="_new"><A href="http://www.nettime.org/nettime.w3archive/199905/msg00332.html" Ttyle="TEXT-DECORATION: none" target="_new">Offener Brief an die Männer und Frauen von . 68, 
      die die Macht haben</A></I> (in englisch)<BR>
          
      <A name="desert"><I>"</A><A href="http://www.nettime.org/nettime.w3archive/199903/msg00155.html" style="TEXT-DECORATION: none" target="_new"><A href="http://www.nettime.org/nettime.w3archive/199903/msg00155.html" Ttyle="TEXT-DECORATION: none" target="_new">Break the
          logic of war! Desert! Open the borders!</A>"</I> (in englisch)<BR>
          
      <B>Boris Buden</B>: <I><A href="http://www.nettime.org/nettime.w3archive/199904/msg00330.html" style="TEXT-DECORATION: none" target="_new"><A href="http://www.nettime.org/nettime.w3archive/199904/msg00330.html" Ttyle="TEXT-DECORATION: none" target="_new">The Official Bastard (ARKZIN) . statement on the war in 
      Yugoslavia . aving Private Havel</A>,</I> 20.4. 1999<BR>
          
      <B><A name="bussemer">Thymian Bussemer</A></B>: <I>Der Kosovo-Krieg und die Medien. Info-Desaster 
      oder Punktsieg des Journalismus.</I> In: Vorgänge 38 (1999) 3, Nr. 147, S. 
      1-10<BR>
          
      <B>Cynthia Cockburn</B>: <I><A href="http://www.copyriot.com/unefarce/portal/encore/index_wib.html" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="http://www.copyriot.com/unefarce/portal/encore/index_wib.html" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Being able to say neither / nor</A> </I>(in englisch) 
      In: com.une.farce, encore.une.farce<BR>
          
      <B>Alex Demirovic</B>: <I><A href="http://www.copyriot.com/diskus/2_99/3.htm" style="TEXT-DECORATION: none" target="_new"><A href="http://www.copyriot.com/diskus/2_99/3.htm" Ttyle="TEXT-DECORATION: none" target="_new">Balkankrieg, Postfordismus und Global 
      Governance</A>.</I> In: diskus 48 Jg. (1999) Nr. 2, S. 16-23<BR>
          
          <B><A name="alain1">Alain Kessi</A></B>: <I><A href="http://www.copyriot.com/unefarce/no2/kosovo.html" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="http://www.copyriot.com/unefarce/no2/kosovo.html" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Kosov@/NATO. Ökonomie des Krieges und der 
      Kommunikation</A>.</I> In: com.une.farce no.2 Gekürzt auch in: 
      diskus 48 Jg. (1999) Nr. 2, S. 5-11 sowie in: Scharzer Faden 20 (1999) Nr. 
      1 (Nr.68)<BR>
          
      <B>Alain Kessi</B>: <I><A href="http://localhost/farce/alain.htm" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="http://localhost/farce/alain.htm" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Kosov@ - Widersprüchlichkeiten und Subjektivitäten. 
      Eine Einladung, genau hinzusehen und sich irritieren zu lassen</A>. </I>In: 
      com.une.farce no.3<BR>
          
      <B><A name="lenino">Dirk Kretschmer</A></B>: <I><A href="http://www.copyriot.com/diskus/1_99/1.htm" style="TEXT-DECORATION: none" target="_new"><A href="http://www.copyriot.com/diskus/1_99/1.htm" Ttyle="TEXT-DECORATION: none" target="_new">Die Last der Krieger. Über den rot-grünen 
      Kriegshumanismus und die (Un-)Möglichkeiten eines bewegten 
      Antimilitarismus</A>.</I> In: diskus 48. Jg. (1999) Nr. 1, S.5-8<BR>
          
      <B><A name="kurz1">Robert Kurz</A></B>: <I><A href="http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_99/19/15a.htm" style="TEXT-DECORATION: none" target="_new"><A href="http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_99/19/15a.htm" Ttyle="TEXT-DECORATION: none" target="_new">Ökonomie der Ausgrenzung. Der globale 
      Krisenkapitalismus und der Balkan</A>.</I> In: Jungle World Nr. 19, 5.5. 1999<BR>
          
      <B><A name="kurz2">Robert Kurz</A></B>: <I><A href="http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_99/30/06a.htm" style="TEXT-DECORATION: none" target="_new"><A href="http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_99/30/06a.htm" Ttyle="TEXT-DECORATION: none" target="_new">Immer wieder zweiter Weltkrieg. Wie die radikale Linke 
      ihre Opposition gegen die Menschenrechtskrieger unglaubwürdig macht</A>.</I> 
      In: Jungle World Nr. 30, 21.7. 1999, S. 6<BR>
          
      <B>Materialien für einen neuen Antiimperialismus</B> Nr. 6: <I><A href="http://www.nadir.org/nadir/archiv/Internationalismus/jugoslawien/materialien_06" style="TEXT-DECORATION: none" target="_new"><A href="http://www.nadir.org/nadir/archiv/Internationalismus/jugoslawien/materialien_06" Ttyle="TEXT-DECORATION: none" target="_new">Die 
      Ethnisierung des Sozialen</A></I>, Berlin 1993<BR>
          
      <B>Marco Revelli</B>: <I><A href="http://www.sherwood.it/carta/nowar/revelli2904.htm" style="TEXT-DECORATION: none" target="_new"><A href="http://www.sherwood.it/carta/nowar/revelli2904.htm" Ttyle="TEXT-DECORATION: none" target="_new">Pratiche di confine</A></I> (in
          italienisch)<BR>
          
      <B><A name="said">Edward W. Said</A></B>: <I>Orientalismus.</I> Frankfurt/Berlin/Wien 1981.<BR>
      
      <B><A name="florian">Florian Schneider</A></B>: <I><A href="http://www.copyriot.com/unefarce/portal/encore/index_zizi.html" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="http://www.copyriot.com/unefarce/portal/encore/index_zizi.html" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Zivile Ziele</A>.</I> In: Süddeutsche Zeitung, 20.4. 
      1999. Online: com.une.farce, encore.une.farce<BR>
          
      <B>Florian Schneider</B>:<I><A href="http://www.freitag.de/1999/18/99181301.htm" style="TEXT-DECORATION: none" target="_new"><A href="http://www.freitag.de/1999/18/99181301.htm" Ttyle="TEXT-DECORATION: none" target="_new">"Balkanien" -
          Land ohne Grenzen</A>. </I>In: Freitag Nr. 18, 30.4. 1999<BR>
          
      <B><A name="schoen">Klaus Schönberger/Claus Köstler</A></B>: <I>Der freie Westen, der vernünftige 
      Krieg, seine linken Liebhaber und ihr okzidentaler Rassismus oder wie die 
      Herrschaft der neuen Weltordnung in den Köpfen begann. </I>Marbach 
      a.N./Tübingen 1992. (Trotzdem-Verlag, Grafenau)<BR>
          
      <B>Ole See</B>: <I>Kein Krieg ohne Interessen.</I> In: Friedensblätter für die 
      Friedensbewegung in Baden-Württemberg. Nr.44/September 1999<BR>
          
      <B><A name="mark">Mark Terkessidis</A></B>: <I><A href="http://www.copyriot.com/unefarce/portal/encore/index_fiktion.html" style="TEXT-DECORATION: none"><A href="http://www.copyriot.com/unefarce/portal/encore/index_fiktion.html" Ttyle="TEXT-DECORATION: none">Die Fiktion
          vom wilden Balkan</A></I>: In: taz, 12.4. 1999<BR>
          
      <B><A name="waller">Immanuel Wallerstein</A></B>: <I>"<A href="http://www.nettime.org/nettime.w3archive/199904/msg00180.html" style="TEXT-DECORATION: none" target="_new"><A href="http://www.nettime.org/nettime.w3archive/199904/msg00180.html" Ttyle="TEXT-DECORATION: none" target="_new">Bombs away!</A>" </I>(in
          englisch)<BR>
          
      <B><A name="zak">ZAK Tübingen</A></B>: <I>Auschwitz im Kosovo? Zur Gleichsetzung von 
      Massenvertreibungen mit der NS-Vernichtungspolitik.</I> In: ak 427, 10.6. 
      1999, S. 6<BR>
          
      <B><A name="zizek1">Slavoj Zizek</A></B>: <I><A href="http://www.ZEIT.de/archiv/1999/14/199914.serbien_.html" style="TEXT-DECORATION: none" target="_new"><A href="http://www.ZEIT.de/archiv/1999/14/199914.serbien_.html" Ttyle="TEXT-DECORATION: none" target="_new">Die
          doppelte Erpressung</A>. </I>In: DIE ZEIT, 14/1999, 31.3. 1999<BR>
          
      <B><A name="zizek2">Slavoj Zizek</A></B>: <I><A href="http://www.archiv.zeit.de/daten/pages//199926.zizekii._.html" style="TEXT-DECORATION: none" target="_new"><A href="http://www.archiv.zeit.de/daten/pages//199926.zizekii._.html" Ttyle="TEXT-DECORATION: none" target="_new">Die Nato - die linke Hand Gottes</A>? Über die 
      Selbsttäuschung des Westens oder: Warum der Konflikt auf dem Balkan so 
      bald kein Ende finden wird.</I> In: DIE ZEIT 26/1999, 24.6. 1999
    
    </FONT>
                  </TD>

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	<td>&nbsp;</td>
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	<td align="center" valign="bottom"><font face="" size="+1" color="Red"><b>Start</b></font> | <a href="../start.html#aktuell">Aktuelles</a> | <a href="../flugis.html">Flugbl&auml;tter u.a.</a> | <a href="../linx.html">Linx</a> | <a href="../mail.html">Kontakt</a> | <a href="#top">nach oben</a></td>
</tr>


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</html>_.html" Ttyle="TEXT-DECORATION: none" target="_new">Die Nato - die linke Hand Gottes</A>? Über die 
      Selbsttäuschung des Westens oder: Warum der Konflikt auf dem Balkan so 
      bald kein Ende finden wird.</I> In: DIE ZEIT 26/1999, 24.6. 1999
    
    </FONT>
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