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	<title>Erkl&auml;rung zum 10.12.1999</title>
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<b>Erkl&auml;rung einiger AntimilitaristInnen aus Schleswig-Holstein, die am Freitag, den 10.12., die Veranstaltung der Gr&uuml;n-Alternativen Jugend mit Angelika Beer in der Kieler Pumpe verhindert haben:
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<h2>Keinen Raum der Gr&uuml;nen Kriegspropaganda!</h2>

F&uuml;r Freitag, den 10.12.1999 hatte die Gr&uuml;n-Alternative Jugend zu einer Veranstaltung in den R&auml;umen der Kieler Pumpe geladen. Motto: "Dinosaurier Bundeswehr vor dem Aussterben?"<br>

Angefragt zur Beteiligung an der Diskussion waren unter anderen der Weltfriedensdienst und die DFG-VK, allerdings war als Referentin neben einem Vertreter des  Bundeswehrverbands  auch die verteidigungspolitische Sprecherin der Gr&uuml;nen Angelika Beer geladen. <br>

Vor allem der Auftritt der beiden letztgenannten veranla&szlig;te uns, ebenfalls diese Veranstaltung zu besuchen und deutlich zu machen, da&szlig; wir gerade in Hinblick auf die j&uuml;ngste Vergangenheit, nicht bereit sind, MilitaristInnen, ob in oliv- oder wie-auch-immer-gr&uuml;ner Weste Gelegenheit zu geben, ihre menschenverachtende Propaganda -trotz aller Zerrissenheit- weiterf&uuml;hren zu lassen.
Trotz sehr kurzfristiger Entscheidungs- und Mobilisierungszeit fanden sich ca. 15 AntimilitaristInnen spontan zusammen, um diesem Anliegen auf der Veranstaltung Geltung zu verschaffen. Gleich zu Beginn stellten wir uns mit Transparenten zwischen Podium und Publikum und erkl&auml;rten, da&szlig; wir diese Veranstaltung solange blockieren werden, bis die VertreterIn des Milit&auml;rs und der Regierung verschwunden sind. Als die Veranstaltung trotzdem beginnen sollte, und Angelika Beer das Wort erteilt wurde, wurde sie mit Parolen unterbrochen, um nochmal deutlich zu machen, da&szlig; wir ihr hier kein Rederecht einr&auml;umen. Viel mehr als "&Auml;h..." konnte Angelika, dann auch nicht an das Publikum wenden!<br>

Die Reaktionen im "Publikum" waren relativ gespalten: W&auml;hrend die einen meinten, unsere Aktion sei richtig und andere erkl&auml;rten, Angelika Beer solle doch endlich gehen, damit die Veranstaltung anfangen k&ouml;nnte, pochten andere auf die "Meinungsfreiheit" und das ewige "la&szlig;-uns-doch-mal-dr&uuml;ber-diskutieren". <br>

Welch ein Zynismus spricht aus diesen Aussagen, im Angesicht des am 23. M&auml;rz mit Mandat eben dieser Angelika Beer gegen die Bundesrepublik Jugoslawien begonnenen Krieges, der die Lebensgrundlage von Tausenden zerst&ouml;rte, ohne einmal nach deren Meinung zu fragen; vor dem Hintergrund der konsequenten rassistischen Angriffe auf und Vertreibung von SerbInnen, Sinti und Roma, und nicht konformen Kosovo-AlbanerInnen im nun "befreiten" Kosovo; vor dem Hintergrund gr&uuml;n-legitimierter Panzerlieferungen an den Folterstaat T&uuml;rkei; vor dem Hintergrund der Besatzung Ost-Timors, der Unterst&uuml;tzung der Vernichtung von mittlerweile &uuml;ber 2 Millionen IrakerInnen als Folge des Embargos; allein vor diesem Hintergrund disqualifiziert sich diese Haltung als menschenverachtende Haltung wei&szlig;er Wohlstands-Metropolenmenschen. Dennoch wurde inmitten dieser Widerw&auml;rtigkeit klargestellt, da&szlig; es einzig und allein unser Anliegen ist, da&szlig; nur die M&ouml;rder vom Podium verschwinden m&uuml;ssen, damit die Diskussion stattfinden kann.<br>

Die VeranstalterInnen gaben dann allerdings auf, und erkl&auml;rten die Veranstaltung offiziell f&uuml;r beendet, da es ihnen nicht m&ouml;glich schien, Angelika Beer vom Podium auszuschlie&szlig;en (der Bundeswehrheini war schon vorher gegangen). 
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F&uuml;r uns war es wichtig, die Veranstaltung in dieser Form zu verhindern, besonders auch vor dem Hintergrund der gerade gef&uuml;hrten Diskussion um eine Strukturreform der deutschen Bundeswehrmacht. Es ist uns wichtig, deutlich zu machen, da&szlig; wir keine Reform des Militarismus wollen, sondern ihn konsequent bek&auml;mpfen. <br>

Eine Haltung zur  Abschaffung der Wehrpflicht ohne konsequente Ablehnung gegen&uuml;ber imperialistischer Politik f&uuml;hrt zur Gr&uuml;ndung einer "Spezialistenarmee", deren einziges Zieles ist nur noch &ouml;konomischer zu unterwerfen. <br>

Die rasante Entwicklung zu einer europ&auml;ischen Weltmacht unter deutscher Vorherrschaft ist gekoppelt an ihre F&auml;higkeit, die milit&auml;rischen Fakten daf&uuml;r zu schaffen. Der Ausbau der WEU ist dabei ein wesentlicher Faktor. Und das bedingt wiederum eine &ouml;konomische und spezialisierte Neuordnung der L&auml;nderarmeen.<br>

Das ist der Strukturwandel, der sich innerhalb der Bundeswehrmacht vollzieht.
Alle Forderungen deren Ziel nicht die konsequente Entwaffnung und Entmilitarisierung auf allen Bereichen ist, laufen deshalb ins Leere, bzw. werden immanenter Teil der Militarisierungsmaschine.
Der von Angelika Beer und anderen angestrebte Strukturwandel dient einzig und allein zur Restaurierung alter deutscher Gro&szlig;machtsstrategien. Die sozialp&auml;dagogische Verpackung als friedensstiftende Ma&szlig;nahmen mit Etablierung eines Friedensdienstes f&uuml;r die Welt, erinnert zusehens an die alte Formel: am deutschen Wesen soll die Welt genesen.
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Doch alle deren Ziel es ist, eine Welt zu erk&auml;mpfen, die nicht auf HERRschaft, Ausbeutung und Unterdr&uuml;ckung basiert, werden die Verh&auml;ltnisse nicht als gegeben akzeptieren und die Freiheit aller zur Grundlage der individuellen Freiheit machen. 
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Viele von uns haben den Gr&uuml;nen bereits bei ihrer Gr&uuml;ndung gesagt, da&szlig; sie sich auf den Weg in den Arsch der Macht machen; mittlerweile sind sie mittendrin und suhlen sich in der Schei&szlig;e, die dieses System produziert. Deshalb wiederholen wir an dieser Stelle, vor allem aufgrund der Tatsache, da&szlig; der gr&uuml;ne Klammergriff auf emanzipatorisch orientierte Projekte immernoch nicht zerschlagen ist, den <a href="kampagne.html">Aufruf</a>, den die Initiative "KEIN FRIEDEn mit DER NATO" w&auml;hrend des Krieges ver&ouml;ffentlicht hat: 
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<i>"Wir fordern alle Kreisverb&auml;nde der GR&Uuml;NEN auf, sofort diese NATO-Kriegspartei zu verlassen und
kollektiv und &ouml;ffentlich ihren Austritt zu erkl&auml;ren![...] Ebenso fordern wir alle antimilitaristischen Kr&auml;fte auf, ihre Beziehungen zur Kriegspartei "B&uuml;ndnis'90 / Die Gr&uuml;nen" abzubrechen!"</i>
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Zu lange hat die Partei "B&uuml;ndnis'90/Die Gr&uuml;nen" Basisbewegungen finanziell und materiell an sich gebunden, so da&szlig; sich einige davon bereits keine Existenz mehr jenseits von Parteistrukturen vorstellen k&ouml;nnen. 
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Es wird Zeit diese Bande ein f&uuml;r alle Male zu zerschlagen, und neu zu formulieren, da&szlig; wir nicht bereit sind, die Welt so wie sie ist zu ertragen, da&szlig; es nicht unser Ziel ist, f&uuml;r die einen auf Kosten anderer scheinbare Verbesserungen zu erreichen, sondern die Verh&auml;ltnisse grundlegend zu ver&auml;ndern. 
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Frieden gibt es nur durch Gerechtigkeit und Gerechtigkeit ist ein diesem System widersprechendes Prinzip, also wird es nur Frieden gegen dieses System geben.
In diesem Sinne: <b><i>NO JUSTICE - NO PEACE!</i></b>
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<b>einige antimilitaristInnen schleswig-holstein</b>





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